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Ministerpräsident verleiht Landesorden für herausragendes Engagement zum Wohle Brandenburgs

"Einer hilft dem anderen"

Ausgezeichnet: Ex-Regierungssprecher Erhard Thomas, Ehrenamtler Wilfried Jahnke, Katja Ebstein, Unternehmer Heiner van de Loo, Gesine Schwan, Ex-Turner Ronny Ziesmer, Altbischof Wolfgang Huber, Danuta Nowak, Bernhard Groß, Äbtissin Friederike Rupprecht so
Ausgezeichnet: Ex-Regierungssprecher Erhard Thomas, Ehrenamtler Wilfried Jahnke, Katja Ebstein, Unternehmer Heiner van de Loo, Gesine Schwan, Ex-Turner Ronny Ziesmer, Altbischof Wolfgang Huber, Danuta Nowak, Bernhard Groß, Äbtissin Friederike Rupprecht so © Foto: Presseamt Potsdam
Mathias Hausding / 16.06.2015, 08:27 Uhr
Potsdam (MOZ) Zusammenhalt und Vielfalt, Kultur und Natur, Sport und Unternehmertum - die Verleihung des Verdienstordens ist alljährlich Ausdruck des Brandenburger Selbstverständnisses. Zwölf Frauen und Männer wurden am Montag für ihr Engagement zum Wohle des Landes und seiner Menschen geehrt.

Ein paar Minuten nach der Feierstunde schlendern Thomas Rühmann und Tobias Morgenstern zum Sektempfang im Garten vor der Staatskanzlei. Der 60 Jahre alte Schauspieler hat den Orden schon wieder abgenommen. "Klar, ich freue mich sehr über die Anerkennung", betont er. "Aber irgendwie beginnt jetzt, da wir Orden bekommen, für uns auch das Altern, oder?", fragt er schmunzelnd seinen Kollegen. Der Musiker Morgenstern grübelt ebenfalls mit einem Augenzwinkern über den tieferen Sinn der Ehrung. "Wollen die uns ruhigstellen?" Ein sonderbares Gefühl sei es für ihn, eine so hohe Ehre zu erhalten.

Dabei ist die Verleihung des Verdienstordens an die Macher des "Theaters am Rand" in Zollbrücke überaus nachvollziehbar. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sieht das Haus als "typisch für Brandenburg, weil man oft dort auf Kunst trifft, wo man sie nicht vermutet". Und besonders sei das Theater an der Oder, "weil es seine Entlegenheit aufreizend zur Schau stellt".

Als Beispiel dafür, wie in Brandenburg aus "Rand" Mitte wird, erhält die Slubicer Schuldirektorin Danuta Nowak den Landesorden. "Mich hat die Ehrung überrascht. Was wir gestalten, ist doch nur unser Leben, unser Alltag", sagte sie nach der Verleihung mit einem strahlenden Lachen. Vor zehn Jahren haben ein Slubicer und ein Frankfurter Gymnasium begonnen, gemeinsame Klassen zu bilden. "Einer hilft dem anderen", ist für Danuta Nowak das Anliegen. Dietmar Woidke wertet das Projekt als Beitrag für ein gutes Miteinander "im Herzen Europas".

Für ihre Verdienste um die Beziehungen zwischen den Nachbarn an der Oder hat auch Gesine Schwan den Orden erhalten. "Ich bin sehr gerührt", sagte die frühere Präsidentin der Viadrina nach der Veranstaltung. "Meine Jahre in Frankfurt (Oder) waren wichtig für mich. Ich habe dort viel gelernt."

Für ihre Verdienste um die Entwicklung des ländlichen Raums wurden gleich mehrere Frauen und Männer geehrt. Allen voran Altbischof Wolfgang Huber, der über Jahrzehnte für Freiheit und Gemeinsinn geworben habe, "auch dort, wo es die Kirche nicht leicht hat", betonte Woidke mit Verweis auf die geringen Mitgliederzahlen der Kirchen in märkischen Dörfern. Als in dieser Hinsicht ebenfalls herausragend bezeichnete der Regierungschef das Engagement von Friederike Rupprecht. Sie habe als Äbtissin das Kloster Heiligengrabe in der Prignitz mit großem Tatendrang zu neuem Leben erweckt.

Landwirt Bernhard Groß aus Ranzig im Kreis Oder-Spree erhält den Landesorden für seine Leistungen im Agrarbereich. "Das ist eine Auszeichnung für alle Bauern", sagte er. "Wir haben seit der Wende hart für den ländlichen Raum gekämpft." Ähnliches trifft auf Heiner van de Loo zu, der sich als Chef des Zahnradwerks Pritzwalk sowie als engagierter Bürger in diversen Gremien für die Entwicklung der Prignitz stark macht.

Zum Sportland Brandenburg gehört stets auch ein verdienstvoller Athlet unter den Ordensträgern. Mit Ronny Ziesmer fiel die Wahl auf einen Mann, der seit einem Trainingsunfall im Jahre 2004 querschnittsgelähmt ist. Der Turner gebe mit der Art und Weise, wie er mit dem Schicksalsschlag umgeht, vielen anderen Menschen Halt, lobte Woidke.

Eine Überraschung war die Auszeichnung der in Bayern lebenden Sängerin Katja Ebstein ("Wunder gibt es immer wieder"). Ihre nach ihr benannte Stiftung habe einen starken Brandenburg-Bezug und setze sich für benachteiligte Kinder ein, würdigte Woidke ihr Engagement. (Mit Adleraugen)

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Dem Licht entgegen! 21.06.2015 - 18:51:18

Mir schwant nichts Gutes!

Was hat dieses mobile Storchennest denn überhaupt je zustande gebracht? Nur auf Versorgungspöstchen gesessen und die schwer verdienten Gelder anderer kassiert! Leere Worthülsen ins Auditorium gepustet und das eigene Volk, dessen Alimente sie immer gern genommen hat, diffamiert, wo immer es ging! Ein Leben als überflüssiger Parasit! Das verdient Hochachtung!

Feuerwassererichangela 16.06.2015 - 11:18:26

Vergesst nicht im "Heiligenschein"

... die Menschen, über die nicht geredet wird. In den Elogen kommen sie nicht vor. Auch Frau Schwesig (Bundesministerin) vergisst sie in den Sonntagsreden in ihrer Bilanz. Man könne nicht "Kitaplätze, Senioren und Flüchtlinge" gegeneinander abwägen.... Zitat: ""Doch wie man weiß, hat die menschliche Gesellschaft die wunderbare Fähigkeit, alles zu ihrem Gebrauch nutzbar zu machen, zu assimilieren und umzuformen, selbst das scheinbar Unbedeutendste und Nutzloseste. Und so kam es denn auch ziemlich schnell dahin, dass die arme Barbro das wurde, wozu sie in der Stadt einzig zu gebrauchen war - nämlich Amme." * Heute sind "Betreuer" und das "Pflegepersonal", die ihre "Betreuten" nach den ihnen belassenen kargen Möglichkeiten umsorgen oder pflegen müssen. Teilweise für einen Hungerlohn!!! Da kommt es in Einzelfällen, besonders in stationären Einrichtungen mit stark ausgeprägtem "Glaubenspotential", schon mal sehr schnell vor, einfach vergessen zu werden. * Aus "Lebenslänglich verurteilt", Roman von Jonas Lie, 1883, VEB Hinstorrf Verlag Rostock 1968, 1. Auflage 1983, Lizenz - Nr. 391/240/23/83 Der Vertrieb in der BRD, in Westberlin, Österreich und in der Schweiz ist nicht gestattet. Leben wir schon in Europa? Es ist kein Wunder, wenn Opportunisten und Menschen, die nicht in der DDR gelebt haben, derartige Dinge vergessen oder nicht wissen... Mir ist jetzt immer mehr klar, warum das Mittelalter mir heute überall begegnet.

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