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Population der Nagetiere konstant

Im Barnim gibt es 80 Biberreviere

OKOEHLER / 02.02.2012, 21:30 Uhr - Aktualisiert 03.02.2012, 10:06
Bernau/Eberswalde (MOZ) Im Landkreis Barnim gibt es rund 80 Biberreviere. Die Population sei nahezu konstant, teilte die Untere Naturschutzbehörde mit. Die Anzahl der Tiere könne jedoch nicht beziffert werden, ein Revier sei mit mindestens einem Biber besetzt. Große Familien könnten aber auch aus bis zu fünf Tieren bestehen. Die Untere Naturschutzbehörde relativierte damit Vermutungen, wonach die Anzahl der Nager in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen sei. Kirchenförster Friedrich Hesse hatte erst kürzlich die zunehmenden Schäden in den Wäldern beklagt.

Biber haben ein ausgeprägtes Revierverhalten, Konkurrenten würden verbissen. Gute Reviere seien daher hart umkämpft. Diese sind nach Erkenntnissen der Unteren Naturschutzbehörde momentan flächig über den Landkreis Barnim verteilt und auch besetzt. Lediglich in gewässerarmen und siedlungsgeprägten Regionen wie Ahrensfelde, Werneuchen und Panketal sei er nicht vertreten, hieß es. Da es keine neu zu besetzenden Reviere gebe, sei die Todesrate bei den Jungtieren besonders hoch.

Die Untere Naturschutzbehörde weist ausdrücklich darauf hin, dass der Biber nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt ist. Nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie sind die natürlichen Lebensräume des Bibers daher zu erhalten und auch zu entwickeln. Mit dem Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und dem Naturpark Barnim biete der Landkreis gute Ansiedlungsmöglichkeiten. Der weltweite Bestand des Elbebibers wird auf lediglich 7000 Tiere geschätzt.

Die Frage, ob die Population im Barnim zu groß ist, lässt sich nach Angaben der Unteren Naturschutzbehörde nicht beantworten. Eine Überpopulation im ökologischen Sinn würde sich jedoch regulieren - durch verminderte Fortpflanzung und erhöhte Mortalität.

Erhöhte Wasserstände müssen nicht immer mit Biberaktivitäten zusammenhängen, oft seien erhöhte Grundwasserstände und Niederschläge die Ursachen. Im vergangenen Jahr hat es laut Behörde sechs Antragsverfahren auf Beseitigung von Biberstauen gegeben, zwei Genehmigungen zur dauerhaften Beseitigung wurden erteilt. In einem Fall baute man als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme einen Kunstdamm. Drei Verfahren sind noch offen, ein Antrag wurde abgelehnt.

Auf der anderen Seite, so die Untere Naturschutzbehörde weiter, habe es auch sechs Strafanzeigen wegen der Beeinträchtigung der Lebensstätten des Bibers gegeben. Hauptsächlich wurden dabei Biberstaue beseitigt.

Eine Entschädigungsregelung existiert in Brandenburg nicht. Der Landkreis Barnim bietet jedoch an, dass Ersatzpflanzungen für die vom Biber gefällten Bäume finanziert werden, so die Untere Naturschutzbehörde.

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