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Uwe Rosnitschek restauriert das Feldsteinfundament des Spritzenhauses in Altwustrow / Fertigstellung kommende Woche geplant

"Das ist schon fast wie Puzzeln"

Kümmert sich um das Wiederherstellen des Feldsteinfundaments: Uwe Rosnitschek aus Neulietzegöricke
Kümmert sich um das Wiederherstellen des Feldsteinfundaments: Uwe Rosnitschek aus Neulietzegöricke © Foto: Maria Ugoljew
Maria Ugoljew / 25.06.2015, 06:22 Uhr
Altwustrow (MOZ) Die Tage, in denen das Altwustrower Spritzenhaus nur auf Klötzen stand, sind gezählt. Uwe Rosnitschek verpasst dem Fachwerkhaus aus dem Jahr 1812 derzeit ein Feldsteinfundament. Neue Spendengelder machen die Arbeit des Maurers möglich, der bereits 2014 damit begonnen hat, das Fundament originalgetreu wiederherzustellen.

Zentimeter für Zentimeter arbeitet sich Uwe Rosnitschek voran. Schnell, schnell - das geht bei seiner Arbeit am Spritzenhaus nicht. Deshalb muss der Maurer aus Neulietzegöricke neben seinem handwerklichen Können vor allem eines mitbringen: Geduld. Geduld, um dort etwas wiederaufzubauen, "wo eigentlich nichts mehr zu erkennen ist". Denn von dem über 200 Jahre alten Feldsteinfundament, auf dem das unter Denkmal stehende Spritzenhaus einst Jahrzehnte lang stand, ist heute so gut wie nichts mehr zu sehen. Erschwerend komme hinzu, dass die Holzbalken nicht gerade, sondern verformt seien, sagt Uwe Rosnitschek. Das heißt, auch an geraden Linien kann er sich nicht orientieren. Jeder Schritt muss also sehr durchdacht sein. "Da braucht man gute Nerven und muss entspannt bleiben."

Seit 2013 wird das älteste Haus Altwustrows in Stand gesetzt. Viele Jahre war unklar, was mit dem windschiefen und baufälligen Gebäude schräg gegenüber der Kirche passieren soll. 2003 hatte ein Privatmann das Haus in der Angerstraße der Gemeinde Oderaue geschenkt. Doch der neue Eigentümer wusste nicht, was er damit tun soll - abreißen oder restaurieren?

Unter Oderaue-Bürgermeisterin Heike-Doreen Ehling entstand Anfang der 2000er-Jahre ein erstes Sanierungskonzept. Ein Gemeinderaum mit Toilette sollte in dem drei mal acht Meter großen Häuschen entstehen. Doch das 140000 Euro teure Förderprojekt verlief im Sande, da die Gemeinde den finanziellen Eigenanteil im fünfstelligen Bereich unter anderem nicht aufbringen wollte - und konnte. 2011 wurde das Konzept gänzlich aufgegeben.

Zwei Jahre später klinkte sich dann der Verein "Hofgesellschaft. Kulturhistorischer Verein Güstebieser Loose und Umgegend" in das Hin und Her um die Sanierung des alten Spritzenhauses ein. Seitdem geht es mit den Sanierungsarbeiten voran, "in kleinen und kleinsten Schritten", sagt Udo Schargen, der gemeinsam mit Peter Herbert das Projekt vorantreibt. "Wir machen keine großen Pläne."

In einem ersten Schritt erfolgte die Sicherung des Gebäudes durch die Beräumung des teils in Baumstärke eingewachsenen Bewuchses. Dann waren die beiden Zimmermänner Thomas Riemann und Reiner Scheers am Zug: Im November 2013 wechselten sie erst die verrotteten Stiel- und Strebenfüße und die verfaulten Schwellenbalken aus. Im April 2014 hoben sie den historischen Fachwerkbau dann an beiden Seiten um etwa zwanzig Zentimeter an, um ihn vor Spritzwasser zu schützen. Mit Hilfe einer Winde und hydraulischen Wagenhebern machten sich die beiden Fachleute damals ans Werk.

Als die Zimmermänner fertig waren, begann Maurer Uwe Rosnitschek mit seiner Arbeit am Feldsteinfundament. In der kommenden Woche wird er die Restaurierungsarbeiten abschließen. "Ist schon fast wie puzzeln", beschreibt der 43-Jährige seine Arbeitsschritte. Für jede Lücke müsse er sich einen passenden Feldstein suchen und ihn hier und da auch klein hauen, also passgerecht machen für das Spickeln der Fugen.

Sobald der Maurer seine Arbeit abgeschlossen hat, stehen noch zwei weitere Baumaßnahmen in diesem Jahr an: Als erstes soll das Dach neu eingedeckt werden. "Die Biberschwänze liegen schon bereit", sagt Udo Schagen. Die Altreetzer Freiwillige Feuerwehr werde dabei helfen, so der Organisator. Danach soll die Ausfachung des Fachwerks folgen. "Damit wäre dann die äußere Gestalt wieder hergestellt." Um diese Maßnahmen umsetzen zu können, sind jedoch noch Spenden notwendig. 5100 Euro habe der Landkreis bereits bewilligt - noch einmal soviel muss die Hofgesellschaft nun zusammenbringen, um die Förderung in Anspruch nehmen zu dürfen. "Es ist ein mühsam", sagt Udo Schagen. Doch er ist zuversichtlich. Beim ersten Bauabschnitt 2013/2014 habe die Finanzierung in selbiger Höhe auch geklappt.

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