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Vierzehn erfolgreiche Jahre

Der Alte und der Neue: Wilfried Hübner (r.) tritt in die Fußstapfen von Martin Frielinghaus.
Der Alte und der Neue: Wilfried Hübner (r.) tritt in die Fußstapfen von Martin Frielinghaus. © Foto: Maria Ugoljew
Maria Ugoljew / 27.06.2015, 06:17 Uhr
Möglin (MOZ) Martin Frielinghaus von der Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer lud am Freitag zu einem Abschiedsumtrunk ins Thaer-Museum ein. Bei Schnittchen und einem Glas Sekt verabschiedete sich der 80-Jährige offiziell aus seinem Amt als Geschäftsführer und ließ gemeinsam mit seinen Gästen die vergangenen 14 Jahre Revue passieren.

"Wie fühlt er sich an, der letzte Tag?", wurde Martin Frielinghaus am Freitagnachmittag oft gefragt. "Naja", sagte der 80-Jährige dann - und machte eine Pause, auf die keine weiteren Worte mehr folgten. Vierzehn Jahre lang hat der Agrarwissenschaftler die Geschicke der Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer geleitet. Da fällt einem das Loslassen scheinbar nicht so leicht.

Aber er hatte sich nunmal immer eines vorgenommen: "Mit 80 Jahren werde ich den Geschäftsführer-Posten abgeben", sagte der gebürtige Nordrhein-Westfale. Und Martin Frielinghaus ist ein Mensch, der sein Wort hält.

Am Freitag lud er Freunde und treue Unterstützer nach Möglin ins Thaer-Museum ein, um mit ihnen einerseits nachträglich auf seinen runden Geburtstag, der bereits am 12. Mai war, anzustoßen und andererseits offiziell "Tschüss" zu sagen. Ein Abschied für immer ist es jedoch nicht. Er bleibe Vereinsmitglied. "Und klar, ich werde auch weiterhin Führungen durchs Museum machen." Den Schlüssel für das Gebäude habe er immer noch. "Den will mir keiner abnehmen", sagte er und lachte.

In dem Museum wird er den Besuchern demnächst auch eine Tafel im Foyer zeigen können. Eine Tafel mit seinem Namen, die die Thaer-Stiftung dort anbringen lassen möchte - als Andenken und Ehrung sozusagen. Denn ohne Martin Frielinghaus' Engagement gäbe es diesen Neubau nicht, ist sich Vorsitzender Ulrich Köppke sicher. "Du hast dir damit selbst ein Denkmal gesetzt."

Rund 440 000 Euro hat der Bau des Gebäudes gekostet, in der eine Dauerausstellung über das Leben und Werk des Mediziners, Staatsmannes und Agrarwissenschaftlers Albrecht Daniel Thaer (1752-1828) untergebracht ist. "Vor sieben Jahren haben wir hier den Fördermittelbescheid vom Ministerium für Ländliche Entwicklung entgegengenommen", erinnerte sich Amtsdirektor Karsten Birkholz in seiner Dankesrede. Dieser brachte das Vorhaben ins Rollen.

Seit 2009 ist die Thaer-Ausstellung in dem eingeschossigen, lichtdurchfluteten Bau nun untergebracht. Ein Blick ins Gästebuch verrät, dass das Haus Interessierte nicht nur aus Deutschland, sondern aus aller Welt anlockt. Ob einen Agrarwissenschaftler aus Japan, Besucher aus Frankreich oder Studenten aus Göttingen. Auch Albrecht Maximilian Thaer, ein "Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel" Albrecht Daniel Thaers, hat in das Büchlein seine besten Wünschen für das Haus eingetragen.

Mehr als 200 Mitglieder zählt die Fördergesellschaft heute. Vor 14 Jahren, als Martin Frielinghaus den Geschäftsführer-Posten übernahm, waren es gerade einmal 100. "Damals sah alles nicht wirklich rosig aus", erinnerte sich der 80-Jährige. Auch heute gebe es eine prekäre Situation: Die Förderung der Lohnkosten für die Museumsmitarbeiter sei beispielsweise ausgelaufen. Auch alle Vereins-Reserven seien bereits aufgebraucht. Erste Rettungsmaßnahmen wie das Erhöhen der Eintrittsgelder oder das Veranstalten eines Benefizessens wurden schon getätigt. Der Mitgliedsbeitrag werde ab 2016 auch angehoben. "Aber ob das für die Finanzierung reichen wird?", fragte Martin Frielinghaus während seiner Begrüßungsansprache mit Sorge in die Runde. "Es gibt leider keine institutionelle Förderung." Weder das Land noch der Kreis würden Interesse am Thaer-Projekt zeigen. "Wir brauchen aber einen Weg."

Martin Frielinghaus' Nachfolger, Wilfried Hübner, Agrarwissenschaftler an der Humboldt-Universität zu Berlin, tritt also kein leichtes Erbe an. Auf der einen Seite die unsichere Zukunft, auf der anderen Seite die großen Fußstapfen seines Vorgängers, über den Karsten Birkholz anerkennend sagte, dass Möglin ohne ihn nicht so aussehen würde, wie es heute aussieht.

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