Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Schreddergefahr

Wildgänse vor einem Windrad
Wildgänse vor einem Windrad © Foto: dpa/Patrick Pleul
Oliver Schwers / 28.06.2015, 08:00 Uhr
Angermünde (MOZ) Mit einer heftig-emotionalen Diskussion um das Windfeld Neukünkendorf ist der letzte Teil des neuen Windplans für Uckermark und Barnim besprochen worden. Alle Änderungen zum Entwurf werden ab August für zwei Monate nochmals öffentlich ausgelegt.

Was ist der stärkste Gegner eines Windrads? Ein geschützter Vogel. Weil die Tiere Gefahr laufen, in den riesigen Rotorblättern geschreddert zu werden, gibt es zahlreiche Untersuchungen, Standpunkte und Bewertungen über einzuhaltende Mindestabstände zu Brutplätzen. Das Problem daran: Lebensräume von Vögeln verändern sich schneller als die Planung von neuen Windfeldern. Und so kommt es bei der Ausweisung des neuen Windplans für die Kreise Uckermark und Barnim immer wieder zu teilweise skurrilen Diskussionen darüber, wo denn nun der Schwarzstorch brütet oder wo der Schreiadler landet.

Beispiel Neukünkendorf. Im Kampf gegen die erhebliche Erweiterung des Eignungsfeldes haben Kritiker und Naturschützer im Umfeld des benachbarten Crussow eine geradezu erstaunliche Artenvielfalt seltener Tiere entdeckt. Das Verwunderliche daran: Im zuständigen Landesumwelt liegen viele Daten dazu gar nicht vor. Das sagt Beate Blahy vom Naturschutzbund Angermünde. Sie ist aus diesem Grund extra zur Behörde gefahren. "Die Datenlage ist völlig veraltet. Der Brutplatz der Rohrdommel ist gar nicht gesucht und gefunden worden. Der Rotmilan zählt im Falle Neukünkendorf scheinbar nicht. Fledermäuse werden behandelt, als wären sie gar nicht da."

Die Rohrdommel gibt es tatsächlich. Der Vorsitzende des Planungsausschusses Frank Bretsch hatte sich persönlich auf die Lauer gelegt, um die unnachahmlichen Laute des scheuen Tieres zu belauschen. Die Planungsstelle lässt den Bereich nun windkraftfrei. Allerdings hat das gar keine Auswirkung auf die 256 Hektar große Fläche, die künftig bebaut werden soll.

In einem eindrucksvollen Vortrag schilderte Rainer Ebeling von der Crussower Bürgerinitiative die Argumente der Gegnerschaft. Seit sechs Monaten zählen die Bürger nun selbst die seltenen Vogelarten. Das Windfeld liege im Hauptflugkorridor des Weißstorchs und in der Flugroute weiterer geschützter Tiere. Betroffen seien die Äsungsflächen von Gänsen. Der Schwarzstorch tauche in der Stellungnahme zur Bewertung des Windfelds gar nicht auf.

Nach Angaben der Regionalen Planungsstelle sind jedoch alle Hinweise an das Landesumweltamt weitergeleitet worden. "Das Vorhandensein eines Vogels muss aber nicht zu Veränderungen bei einem Windeignungsgebiet führen", erklärt Jens Christen vom Bundesverband Windenergie. Jedes Feld werde jahrelang naturschutzfachlich geprüft. Daher seien schon einige Eignungsgebiete herausgefallen.

Es sei nicht gut für die Energiewende, wenn man keine Kompromisse finde, urteilt Regionalrat Jens Koeppen (CDU). Neukünkendorf sei eines der Gebiete mit den meisten Einwendungen der Bürger. Daher müsse man den Menschen entgegen gehen. "Mir kommt es so vor, dass man hier eine renitente Bürgerinitiative zur Räson bringen will."

Alle Änderungen des Windplans werden ab 1. August für zwei Monate erneut öffentlich ausgelegt. Bürger haben dann die Möglichkeit, wiederum zu den einzelnen Windfeldern Stellung zu nehmen und Hinweise zu geschützten Arten zu geben.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Till 03.07.2015 - 18:56:17

@ Beobachter und Koch ...

...oder was für Namen ihr Luser sonst noch im wahren Leben tragt, so sehen die Euch als WKA-Bauer Teut und & bekannten aber der Öffetnlichkeit verschwiegenen Fakten der "Energiewende" aus: Siehe nach bei TenneT Offshore-Einspeisung 2015 unter Datenquelle: https://transparency.entsoe.eu/generation Das ist der windabhängig eingespeiste Strom (nicht das, was auf den Windkraftanlagen als theoretische Nennleistung draufsteht). Egal, ob man Atomkraftwerke befürwortet oder nicht, hier wird deutlich, dass mit diesem unsteten Zappelstrom noch nicht einmal eine Energiesparlampe verlässlich zum Leuchten gebracht werden, geschweige denn die zigtausend Haushalte, die ein Windpark angeblich mit Strom versorgen kann. Und diese Nummer nennt sich "Energiewende", für die, die sich die Hose mit der Kneifzange zumachen? Ohne Wärmekraftwerke ist also eine verlässliche und regelnde (siehe die lückige Einspeisung der Grafik (wird leider hier im Kommentar nicht unterstützt) mit Nulleinspeisung!) Stromeinspeisung für eine Industrienation ist so gar nicht möglich. Quelle: Dipl.Ing. Wilfried Heck: http://wilfriedheck.de/ , 30.06.2015

geplagter Leser 03.07.2015 - 17:41:46

Na gut!

Bankenluser

Katrin Guse 03.07.2015 - 17:09:24

@ Beobachter Das ist doch gar nicht kompliziert

Die Frage ist .... Wem nutzt es ? Taxi , medizinische Grundleistungen und Rechtsanwaltsgebühren beschränken - dem Großteil der Bevölkerung Vorrang bei Stromeinspeisung und Einspeisegebühren festlegen - den Inhabern der Windparks. Bitte nicht Sparkassen mit Banken vermischen ;-)

geplagter Leser 03.07.2015 - 17:00:47

@klugscheißender Beobachter

Sie klingen wie ein Ex-Sparkassenwert! Für nichts richtiges als Leute über´s Ohr hauen je verantwortlich gewesen, jetzt Haustürgeschäfte erledigen und uns sagen wollen wie die Welt funktioniert. Es wäre wäre klug, Sie in einen Physikkurs zu stecken, dann bekämen Sie mal etwas Wissen vermittelt.

Beobachter 03.07.2015 - 13:40:53

Marktwirtschaft

@Guse: Eine schöne Wortkreation "Soziale Marktwirtschaft". Marktwirtschaft ist regelmäßig unsozial solange keine Regularien geschaffen werden. Dass EEG ist so eine Regel. Ohne EEG und ohne WEA + PV gäbe es nur die RWE, E.ON, Vattenfall und ENBW. Und wie die sich verhalten können sie der Tagesschau entnehmen, Bsp. Rückbau + Endlagerung AKW, subventionierter Abbau Braunkohle/ Lausitz, billig Öl + Gas von den lupenreinen Demokraten... Wer das eine nicht will, muss das andere nehmen! Entscheiden Sie! Die wesentlichen Schwerpunkte des EEG sind: Recht auf Netzanschluss beim jeweiligen Netzmonoplisten und zeitlich befristete Garantie eines Mindestpreises. Mindestpreise gibt es in vielen Bereichen unseres Wirtschaftssystems: Taxi, Buchpreisbindung, Apotheke, medizinische (Grund)Leistungen, Gebührenordnungen f. Architekten, Ingenieure, RA (HOAI, BRAGO) etc. Und erstmal all diejenigen die im öffentlichen Dienst tätig sind. Wer wird denn dort nach marktwirtschaftlichen Prinzipien bezahlt -niemand? Liebe Frau Guse, bitte die Scheuklappen absetzen. Aber wer die MOZ für den Nabel der Welt hält, dem ist auch nicht zu helfen.

Katrin Guse 03.07.2015 - 11:30:02

Kapitalismus

herrscht Dank EEG hier eben nicht. Es ist eine Subventionswirtschaft zu Lasten von Mensch uns Natur. Wie es ist, wenn der Kapitalismus wieder Einzug hält, haben wir an diversen Photovoltaikfirmen erlebt. Die sind ohne Subvention in Größenordnungen pleite gegangen. Ich bin für die soziale Marktwirtschaft.Dies hier ist nur nicht sozial und ein Abnahme-Markt für Windstrom wird künstlich erzeugt. Die angebliche Mehrheit der Deutschen glaubt doch nur, was Ihnen jeden abend vor der Tagesschau serviert wird. " Wir Deutschen müssen verrückt geworden sein....( sind wir auch )..." Das macht ein gutes Gewissen. Das beruhigt. Leider glaubt dann wirklich diese Mehrheit was Teut und gläubige Politiker Ihnen auftischen , dass die aufgestellte Kapazität der Windanlagen auch gleich ihrer abgegebenen Leistung ist. Weniger Glaube und mehr Wissen. Herzlichen Dank liebe MOZ-Redaktuere. Ihr tragt dazu bei. Und einen herzlichen Dank an Frau Blahy und Herrn Köppen für Ihr Engagement

Aus Crussow 02.07.2015 - 15:29:53

Unertraeglich

Einfach peinlich, diese Beschimpfungen und falschen Anschuldigungen von der Firma Teut. Ist das Oberwasser nach dem letzten Stand der Abwaegung oder einfach Respektlosigkeit und Arroganz? In der Tat ist es so, dass der Mensch bei der Windkraftplanung bis auf die 1.000 bzw nur 800m Abstand nicht weiter zaehlt. Für Menschen, die hier hinter 260 Hektar Windrädern wolllen sollen, sind auch Ausgleichsmassnahmen kein Trost. Und was ist falsch daran, für seine Interessen zu kämpfen? Nichts anderes tut die Firma Teut auch. Gut, dass das manch andere Menschen auch noch so sehen.

A.Ehrenhofer, Teut Windprojekte GmbH 02.07.2015 - 09:43:44

Werte Leser der MOZ

Werte Leser der MOZ, Ich sehe keine Veranlassung nicht mit meinem Klarnamen zu schreiben – das ist ein demokratisches Forum und sofern der Diskurs die Form wahrt, ist alles in Ordnung. Ich möchte auch nicht das Betroffene auswandern, sondern mit Argumenten überzeugen. Ich möchte verträgliche Lösungen für die Mehrheit. Und ja, das hat etwas mit Geld zu tun. Energiewende vor Ort ankommen lassen heißt, die Gelder die bisher an die vier großen Energieversorger in deren Zentralen geflossen sind, vor Ort zu investieren - in lokale Strukturen mit lokaler Wertschöpfung. Dafür lohnt es sich zu kämpfen. Die erheblichen Gelder, die für die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen fällig werden sollen vor Ort in echten Pflanzmaßnahmen oder Abriß von baulichen Schandflecken umgesetzt werden. Wir von Teut haben in der Region diverses Projekt durchgeführt, die wir im sachlichen Rahmen gerne vorstellen können. Aber die Diskussion zu diesem Artikel verflacht und wird polemisch, was mir nicht gefällt.

Till 01.07.2015 - 18:23:07

Oh man!

Wo sich, wie in Ihren letzten Kommentar Dummheit, Geschichtsverlogenheit mit Ahnungslosigkeit und rücksichtslose Gier paaren, ist jeder Dialog umsonst. Viel Glück in der kommenden Pleite !

Beobachter 01.07.2015 - 16:13:17

Der Menschen Wille

Lieber Herr Till, ihr platten Vorwürfe und inhaltsleeren Phrasen helfen doch nicht weiter. Auch sie bringen, wie hier General Klemm, keinerlei realistische Lösungsvorschläge! Ich habe auch nix mit Herrn Ehrenhofer oder Teut zu tu. Es gibt eine Menge Leute die pro EE denken, die deutliche Mehrheit in D + Europa - auch wenn ihnen das nicht passt. Ihre Kapitalismuskritik in allen Ehren. Aber die Ossis - ich bin auch einer - haben 1990 ganz bewusst das Kapital gewählt - mit einer deutlichen Mehrheit. Jeder von denen dachte dabei nicht an die Ideen von Marx sondern an sein ganz persönliches Vorankommen: D-Mark, Westauto, Karriere, Reisen usw. Insofern ist die heutige Gesellschaft, demokratisch legitimiert, auf Mehrung des persönlichen Kapitals orientiert. Entwicklung des Individualismus wird schon in der Schule gelehrt. Dass sie lieber Herr Till das anders sehen, liegt vielleicht einfach daran, das sie zu den Verlierern dieser Gesellschaft gehören. Mein Beileid... Würden sie weich werden, wenn sie in einem frisch ausgewiesenen Windfeld von Oma ganz überraschend ein paar ha erben würden und Herr Ehrenhofer klopft an mit einem netten Angebot? Nein, natürlich nicht, genau wie ihr (ehemaliger) Vorkämpfer mit seinem Schloss in Wartin... Wenn euch diese Gesellschaft nicht passt, wandert aus. Dazu seid ihr wieder zu feige. Denn viele von euch sind einfach nur kleine "Besitzstandswahrer", haben Angst um den Wertverfall ihres Vermögens. Reden sie doch mal mit denen über die "Vorzüge des Kapitalismus".

Til 01.07.2015 - 15:05:17

Richtig - für Maximalprofit wird anderen Orts sogar getötet

Diese Logik kannte schon Karl Marx und hat sie im Kapital niedergeschrieben. Sinngemäß - je höher der Extraprofit, desto geringer die Skrupel und Hemmschwelle... Im Netz findet sich da etwas unter: http://kommunistische-initiative.de/index.php/homepage/archiv/616-ag-bildung-die-jagd-nach-dem-extraprofit Die (nicht nur moralische) Frage ist jedoch: Muss dieses Gebaren eine aufgeklärte Gesellschaft sich gefallen lassen und ohne Widerspruch bzw. Widerstand hinnehmen? Muss diese Gesellschaft die Normen für ein friedfertiges Zusammenleben für die egoistischen Kapitalvermehrungsinderessen weniger über Bord werfen und sich wie von Herrn Ehrenhofer im Kommentar angeboten korrumpieren lassen? Ich meine nein und darin unterscheiden wir uns. Wir sind moralisch auf der richtigen sauberen Seite ohne egoistischen Eigennutz und werden - Gott will´s - am Ende die Sieger sein !

Michael Knöfel 01.07.2015 - 14:46:10

Windkraft

Es geht gegen Windkraftunternehmen, gegen Politiker, Enegiewende etc. Sprechen Sie doch mal mit denen liebe Windkraftgegner, die bereitwillig ihre Ackerflächen zur Verfügung stellen, um eine Menge Geld damit zu verdienen. Die jagen Sie vom Hof.

Till 01.07.2015 - 13:54:42

Oh man @ Ehrenhofer !

Man kann Ihren Versuch für Teut das Einvernehmen der Betroffenen zu erkaufen auch mit ..."Wir würden lieber mit den betroffenen Gemeinden, Lösungen finden, die Energiewende vor Ort ankommen zu lassen." ... umschreiben. Man könnte es auch noch anders nennen. Man kann Erkenntniszugewinn auch als ..."Der ehemaliger Vorsitzender des Aussschußes Windkraft, Herr Koeppen, hat sich vom Saulus zum Paulus oder umgekehrt entwickelt– je nach sichtweise." ... beschreiben, nur sollte man die Sichtweise dann nicht nur richtig schreiben, sondern auch die moralische Dimension bnicht außer acht lassen, die einen gläubigen Christdemokrat vor seiner Gemeinde und seinem Herrn erst ins Reine bringt - die Wahrheit rechtschaffend zu verkünden! Man kann auf hohem Niveau oder auch unter der Gürtellinie seine Meinung kundtun, nur eins wird damit nicht besser - die Erkenntnis, dass Windkraftwerke die Stromversorgung Deutschlands jemals sicher garantieren könnten. Dafür lohnt sich dann auch Ihr ganze Aufwand nicht und deshalb jammern Sie Herr Ehrenhofer mal mit Klarnamen und mal als Synonym "Beobachter" und titulieren widersprechende Bürger als "nicht im Bilde". Diese so gescholtene selbstbewußte und kluge Bürgerin hat zu Ihrem Leidwesen den vollen Durchblick und Sie und Ihre Gefolgschaft und das von Ihnen in immer neuem Gewand betriebene Geschäftsmodel SUBVENTIONSABSCHÖPFUNG längst durchschaut und sie hat Ihr egoistisches Tun entlarvt. Beide - Koeppen und Blahy sind ein Zugewinn und Glücksfall für die kommende Regionalkonferenz und ein positives Beispiel obendrauf !

Leser 01.07.2015 - 13:40:53

@ Teut usw.

Frau Blahy hat sich vorher nicht informiert, weil hier keine Einnahmen für den Nabu zu erwarten sind und Frau Blahy z.Z. ihr Energie zur Verhinderung des Anbaus bei Hemme Milch benötigt. Ausdem kann man für die Zugvögel usw. Umleitungsschilder aufstellen. Und die paar Vögel die Geschreddert sind , braucht der Fuchs nicht fangen und wird schön fett. Für die Crussower ist es bedauerlich, da es hier im Land genug freie Flächen zum Aufbau von Windräder gibt.

A.Ehrenhofer, Teut Windprojekte GmbH 01.07.2015 - 11:58:05

Sachverstand statt Demagogie

Wer ist der stärkste Gegner für die Windräder: Politiker die mit Demagogie statt Sachverstand sich der Energiewende widmen und mit Schlagwörtern auf Stimmenfang gehen. Der ehemaliger Vorsitzender des Aussschußes Windkraft, Herr Koeppen, hat sich vom Saulus zum Paulus oder umgekehrt entwickelt– je nach sichtweise. In dieser Funktion sollte man es doch besser wissen. Herr Koeppen hat ähnliche Abwägungs - Entscheidung getroffen. Wie ist denn Herr Koeppen mit der nach seinen Worten „renitenten BI“ als Vorsitzender umgegangen? Eigentlich könnte einfach ehrlich für den Bereich Neukünkendorf - Crussow kommuniziert werden: Die Flächen sind nun mehrfach intensiv geprüft worden und es besteht eine Eignung für Windräder, alle weiteren Fragen sind dem Genehmigungsverfahren für die Windräder vorbehalten. Es müssten also aktuelle Vogeluntersuchungen vorliegen, warum ist Frau Blahy nicht im Bilde? Die Gefahr für die Vögel durch Windräder im Allgemeinen wird völlig überbewertet und nicht in das reale Verhältnis zu den Gefahren für die Vogelwelt gesetzt: Straßen- und Bahnverkehr, Intensive Landwirtschaft, Sanierte Ställe und Häuser, Glasfassaden, Hochspannungsmasten und nicht zuletzt der durch Menschen verursachte Klimawandel. Mit solchen Fakten lassen sich natürlich keine Wählerstimmen holen. Warum muss der Bereich um Crussow und Neukünkendorf zum Vogelparadies hochentwickelt werden? In der Praxis versuchen wir, durch anerkannte Vogelgutachter, die Sachlage in den jeweiligen Gebieten zu ergründen und objektiv bewertbar zu machen. Ob Bürger als Mitglieder einer Anti-WEA BI als Vogelzähler anerkannt werden, darf zumindest in Frage gestellt werden. Der Regionalplan muss die schwierige Aufgabe erfüllen, für zwei Landkreise Flächen für Windräder zu finden. Im Ergebnis bleiben rund 2% Fläche übrig. Die Argumente, die an anderer Stelle den Windrädern entgegen gehalten werden, sind stärker. Wir würden lieber mit den betroffenen Gemeinden, Lösungen finden, die Energiewende vor Ort ankommen zu lassen.

Beobachter 01.07.2015 - 11:47:14

Spiegelgucker

In der Kürze liegt die Würze, Herr Klemm: Zu ihrem ersten Satz bitte einfach in den Spiegel schauen! Ansonsten wieder nur Gemecker, keine Lösungen, keine Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen; Ja das ist BI.

H-J Klemm 30.06.2015 - 13:11:57

Keine Traute mit dem eigenen Namen für´s eigene Wort einzustehen, aber falsch Informiert herumblöken

@ Beobachter Was für einen toll formulierten Blödsinn Sie da hinschreiben wäre Ihre eigene Sache, nur weil Sie es hier eingestellt haben, wird längst nicht wahr oder ist gut und richtig und somit widerspreche ich Ihnen in allen Punkten. Beispiel: Energiewende - ein Placebo-Begriff für ein nicht verfolgtes Ziel. Eine der unsozialsten und unkonkretesten Politikvorgaben der jüngeren deutschen Geschichte. Sie orientiert ausschließlich auf Kaufkraftabschöpfung zur Sanierung der Haushalte, bei der einige Kapitalanleger und Grundeigentümer begünstigt, aber die Geringverbraucher und vor allem Geringverdiener auf Jahrzehnte hinaus belastet werden. Beispiel: Atomausstieg findet nicht statt - ein Placebo der CDU-Kanzlerin ohne Widerspruch der Grünen, Linken und SPD! Es ist eine Placebo-Parole, da auch nach 2022 weiterhin Atomstrom aus dem Ausland und von weit älteren Atomkraftwerken uns versorgen wird - weil Wind- und Sonnenkraftwerke keine Grundlast sichern können und Wind und Sonne nicht dauerhaft verfügbar sind. Beispiel: Energiewende findet nicht statt - noch ein Placebo! Es geht im Grunde nur um Strom, aber nicht um die 75% Wärmebedarf im Land. Ohne wirklich vollständigen Atomausstieg und eine die Grundlast in den Stromnetzen sichernde Verfügbarkeit von bedarfs- sprich kapazitäts- und zeitgerecht sichernden Speichertechnologien, es weder in der Stromversorgung, noch bei der Wärmebedarfsbereitstellung in überschaubarer Zukunft Lösungen gibt und somit eben kein Paradigmentwechsel der die Verwendung des Begriffs "Wende" rechtfertigt möglich ist. Beispiel: Bezahlbarkeit - sozialverträglich - kein Ziel der "Energiewende"! Die bisher üblichen Verrechnung des Aufwandes über Steuern wurde durch die Bezahlung über die Stromrechnung ersetzt. Grund hierfür ist ein CDU- Wahlversprechen (wir machen keine neuen und erhöhen keine alten Steuern), so dass die Finanzierung aus dem Ruder gelaufen ist! Subventionsabschöpfung ohne Risiko - da gibt es viele Aasgeier! Weil anstelle der Bezahlung über Steuern, bei der zumindest ein Großteil der von der EEG-Umlage heute ausgenommenen Verbraucher noch beteiligt waren, die Kostenumlage über die Stromrechnung und damit ausschließlich zu Lasten der Geringverbraucher organisiert ist. Beispiel: BI´s sind Minderheit - ein kolossaler Irrtum! Der Zuwachs an organisiertem Widerstand durch BI´s hat sich drastisch erhöht. Über 500 bei der Bundesvereinigung "Vernunftkraft ( www.vernunftkraft.de) , die in der Brandenburger Volksinitiative "Rettet Brandenburg" auf 80 angestiegene Zahl der BI´s und der große Zuspruch und die riesige Teilnahme an der "VOLKSINITIATIVE" gegen Windräder im Wald und für eine 10 H-Regel in Brandenburg (Der Abstand zu Wohnhäusern soll dem 10-fachen der Bauhöhe jeden Windkraftwerks entsprechen) sprechen eine andere Sprache, als sie von dem anonymen "Beobachter" hier fälschlicher Weise verkündet wird. Den Klarblick zu behalten, ist bei eigener Betroffenheit als Miteigentümer und Projektant von Windparks halt im Staub der Baustellen nicht immer einfach.

Beobachter 30.06.2015 - 11:00:58

Alternativen

Liebe Leute von den "BI contra Erneuerbare Energien" - kompromisslose Ablehnung ist die eine Seite. Aber wo bleiben eure Alternativen? Ihr betreibt geistige Brandstiftung, indem ihr über vieles meckert, Politikern und Abgeordneten pauschal und umfassend schlechte Motive unterstellt, falsche Behauptungen aufstellt, auf Pseudogutachten verweist und selbst keine Ideen liefert, wie es denn besser ginge. Wer seid ihr eigentlich? Herr Ebeling, Ihr zitierter Bürgerwille - der nicht beachtet wird - ist zahlenmäßig eine absolute Minderheit. Wo beginnt also ihre Demokratie? Und "staatlich anerkannter Erholungsort" - mal ehrlich, welchen weltläufigen Touristen interessiert denn Angermünde. Mal ehrlich - es geht bei diesen wenigen und immer gleichen BI-Menschen nur um den Schutz ihres ganz eigenen persönlichen Umfelds. Sie wollen doch nicht wirklich Heerscharen von Berlinern oder knauserigen Touristen in Angermünde oder im Liepnitzwald haben. Wer von ihnen interessiert sich denn für Vögel, Fledermäuse ... wenn es um die "Umgestaltung" im eigenen Garten geht. Ihr Leute von den BI seid einfach nur Opportunisten. Übrigens am vergangenen Wochenende wurde mal wieder ein deutsches AKW endgültig abgeschaltet. 2017 kommt das nächste dran. Das ist doch ein guter Erfolg, oder? Wie blind muss man denn sein, um die "neue Lausitz" ernsthaft als "wirtschaftliche Perspektive" zu bezeichnen. Insgesamt wurden dort in den vergangenen Jahrzehnten (incl. DDR) über 30.000 Menschen "umgesiedelt". Tolle Perspektive - ja sie bekamen neue Häuser. Glücklicherweise tauchen die Kosten der Umsiedelung, der Renaturierung der Tagebaulöcher, der Kirchenabrisse, der langfristigen Umweltschäden nicht im Strompreis auf - sondern landen über Umwege beim Steuerzahler. Aber Hauptsache der Kohle- und Atomstrom scheint billig zu sein. Liebe BI-Anhänger setzt mal die Brille ab und schaut genau hin...

H-J Klemm 30.06.2015 - 09:51:12

@Radfahrerbeauftragter ade von Berlin (?) B. Koch

Herr Koch glänzt beständig mit diesen vermeintlichen Schockfotos und unterlässt den Hinweis, dass die Betroffenen umfänglich entschädigt wurden, die gräslichen Löscher vielfach eine Freizeitlandschaft mit oder ohne See am Ende werden und man dort eine neue wirtschaftliche Perspektive nach der für viele gut bezahlten Kohleverstromung haben kann. Für die Fotos gibt es auch schon mal Preise -wegen der einmaligen und vergänglichen Motive - hat ja auch was. Fest steht indes, Windparks sind in ihrer Erscheinung und Wirkung den meisten Bewohnern nicht nur lästig, sie sind gefährlich für die Gesundheit der Anwohner (die nicht entschädigt werden), für Vögel und Fledermäuse die mittels Gutachten finanziert von der BRD nachgewiesen ( ! ) massenhaft getötet werden. Richtig ist, man findet nur wenige, da die WKA Standorte längst als Futterplätze vom Raubwild erkannt und genutzt werden. Es wäre selbst für "Sammler" überaus schwer, sich durch ein bestelltes Feld auf die Suche nach wenige Gramm schweren Fledermäusen oder selbst größeren Vögeln zu machen, da die Wurfradien und Flugrichtung im nachhinein unbestimmbar sind. So gesehen ist es grob fahrlässig die Dinge, so wie Herr Koch, kleinzureden und zu verharmlosen. Die Wahrheit ist, dass der Verlust an Heimat, an Lebensqualität und ist er auch nur (wie bei der Braunkohle) für alle Betroffenen zeitweise, schmerzhaft ist. Belogen zu werden mit Parolen wie "Energiewende" oder "Atomausstieg", wo doch der Atomstromimport beibehalten wird, entpuppen sich nicht nur als Politikplacebos, sie sind der Quell für Politikverdrossenheit und Wahlverweigerung der Bürger. Sie sind in Teilen auch für den Rechtsruck und zuletzt auch für die zunehmende Fremdenfeindlichkeit mit verantwortlich, da die so vielfach getäuschten Betroffenen, nicht mehr bereit sind den letzten Rest an Geborgenheit zu teilen. Darüber sollten sich die "Energiewendeschönredner" in den SPD-Die Linke-Die Grünen/B 90 und auch CDU-Zentralen viel mehr Gedanken machen und diesen Wahnsinn beenden.

R.Ebeling 30.06.2015 - 08:44:25

Es sind nicht nur Naturschutzbelange

Es sind nicht nur Vögel und Naturschutz-Belange die bei der Ausweisung von Windeignungsgebieten (WEG) eine Rolle spielen sollen. Es gibt auch andere ortskonkrete Belange, wie z.B. „technogene Überprägung“, Tourismus oder der Titel „staatlich anerkannter Erholungsort“. Bürgerwille als Akzeptanz-Kriterium spielt leider keine Rolle. Kann man das politisch eigentlich Vertreten. Als Totschlagargument wird ständig die Privilegierung herangezogen. Nur ist diese denn noch gerechtfertigt? Wo doch heute schon an Dutzend Tagen Windkraftanlagen (WKA) abgeschaltet werden müssen, wo heute noch an allen Tagen des Jahres die Stromversorgung durch konventionelle Kraftwerke abgesichert werden muss? Diese sonstigen Belange müssen nach einer regionsweit einheitlichen Methodik angewandt werden. Nur leider finden diese Belange so gut wie überhaupt keine Anwendung, obwohl es hierzu Erlässe von Ministerien, EU-Richtlinien, das BbgNatSchG oder einfach nur Stellungnahmen anderer TÖB gibt, die eine Ausweisung als WEG ausschließen. Aber es sind eben Abwägungsbelange und kein Gesetz schreibt den Ausschluss als WEG zwingend vor. Wenn dann aber im Ausschuss nach der Positionierung der Ausschussmitglieder gefragt wird und dies vom Vorsitzenden geblockt wird, kann man sich die Ausschussarbeit doch sparen. Wenn man der Meinung ist, dass die RPSt als Fachorgan alles richtig abwägt, dann frage ich mich, warum überhaupt der Ausschuss seine Zeit damit vergeudet, das hat mit Abwägung von Belangen nichts zu tun. Es ist schon aberwitzig, wenn man feststellt, dass dem LUGV nicht genug Daten vorliegen, aber bei der Abwägung ständig auf das LUGV verwiesen wird. @Benno Koch 100.000 Vögel im Jahr an WKA geschreddert ist ja auch nicht wenig und es betrifft viele Greifvögel und Fledermäuse. Und in Punkt Landschaftzerstörung stehen massenhafte WKA dem wohl nicht nach, fahren Sie doch mal mit dem Rad zur Nauener Platte oder in die Nord-Uckermark.

Benno Koch 29.06.2015 - 13:41:04

Anführungszeichen

Wie wäre es, wenn die Märkische Oderzeitung das Thema mal mit Recherche und mehr Journalismus und weniger PR behandeln würde? Dazu gehört auch, die Überschrift wenigstens in Anführungszeichen zu setzen. Mit einer einfachen Radtour auf einer beliebigen Landstraße lässt sich leicht feststellen, dass es durch den normalen Kfz-Verkehr täglich unter Vögeln ein flächendeckendes Blutbad auf unseren Straßen gibt. Mit dem Auto sieht man das nicht - da rumpelt es nur mal kurz am Unterboden. Nach einschlägigen Rechnungen sterben durch den Straßenverkehr mindestens mit einem Faktor 100 mehr Vögel als an Windkraftanlagen. Wir waren gestern am existierenden Braunkohlebergbau Welzow Süd mit dem Rad unterwegs. Die Fläche des Braunkohlefeldes umfasst alleine hier 11.200 Hektar - mehr als 200 Mal so viel wie die eingezäunten Gärten der aktuellen Bundesgartenschau Havelregion 2015. Die Landschaftszerstörung ist gigantisch: http://fotos.benno-koch.de/v/Radfernwege_Deutschland/Radfernwege_und_Radwege_Brandenburg_im_Test/Fuerst-Pueckler-Radweg/Radweg-der-verschwundenen-Doerfer-Tagebau-Welzow-Sued/P1010611.JPG.html Die Bewohner von 17 Dörfer können hier gar nicht mehr schlafen – ihre Dörfer wurden weggebaggert. Die verbliebenen Ortschaften ringsrum wie Welzow oder Neupetershain sind augenscheinlich zum großen Teil nur noch eine Ruinenansammlung. Die Spree ringsrum ist eine giftige braune Brühe: http://fotos.benno-koch.de/v/Radfernwege_Deutschland/Radfernwege_und_Radwege_Brandenburg_im_Test/Fuerst-Pueckler-Radweg/Radweg-der-verschwundenen-Doerfer-Tagebau-Welzow-Sued/P1010551.JPG.html Die Art des Tourismus rund um Welzow ist bizarr: Für ein paar Euro (konkret: billiger als die Miete eines E-Bikes) werden Besucher bei Interesse mit allradgetriebenen Landcruisern durch die Gegend gefahren: http://fotos.benno-koch.de/v/Radfernwege_Deutschland/Radfernwege_und_Radwege_Brandenburg_im_Test/Fuerst-Pueckler-Radweg/Radweg-der-verschwundenen-Doerfer-Tagebau-Welzow-Sued/P1010588.JPG.html Auf Strecken die man bequem mit dem Rad oder zu Fuß zurücklegen kann. Die Straße rund um den Tagebau war gestern wie andere Straßen auch alle paar hundert Meter mit toten Vögeln gesäumt. In der Uckermark interessiert die Vogelwelt beim Ausbau von Ortsumgehungen oder neuen Autobahnzubringern offenbar Niemanden. Beim Thema Windkraft blenden einige aus, um wie viel größer die Schäden durch die aktuelle Stromproduktion zum Beispiel aus der Braunkohle sind. Und dass bei gleichen Maßstäben wie bei den Forderungen gegen Windkraftanlagen die private Spazierfahrt mit dem Auto ein dramatischer Eingriff nicht nur in die Vogelwelt ist - sondern längst verboten wäre. Rund um die Bundesgartenschau in Rathenow gibt es keine Windkraftanlagen. Tote Vögel an den Landstraßen drumherum kann jeder sofort aber massenhaft finden: http://fotos.benno-koch.de/v/Gefuehrte_Radtouren/Eintagesradtouren/Benno_Koch/Westhavelland/P1330589.JPG.html

max. schredder 29.06.2015 - 12:17:12

Mir wird übel, immer diese Übertreibungen.

Wenn diese Dinger wirklich schreddern würden, dann würden sie uns um die Ohren fliegen.

Neuhofer 29.06.2015 - 11:53:06

Schande

Die Leute die in solchen Gebieten , wie auch in der Nähe von unseren Dörfern mit genehmigen sollten dort mal selbst wohnen und Leben! Sie wissen nicht wie störend so ein Windrad sein kann .

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG