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Bernau hat eine Erich-Wünsch-Halle

Schriftzug am Gebäude: Die "Sporthalle Nr. 6" wurde bislang ganz sachlich als "Mehrzweckhalle" bezeichnet. Jetzt hat sie einen Namen.
Schriftzug am Gebäude: Die "Sporthalle Nr. 6" wurde bislang ganz sachlich als "Mehrzweckhalle" bezeichnet. Jetzt hat sie einen Namen. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Olav Schröder / 28.06.2015, 20:46 Uhr - Aktualisiert 29.06.2015, 15:24
Bernau (MOZ) Die bislang namenlose Mehrzweckhalle an der Heinersdorfer Straße in Bernau trägt seit Sonnabend den Namen von Erich Wünsch. Der 2014 verstorbene Bernauer ist als "Vater des Basketballsports in Bernau" und Förderer des Behindertensports bekannt.

"Die Namensgebung bedeutet die Würdigung der Arbeit meines Vaters", sagte Petra Görcke, die Tochter von Erich Wünsch, freudig-ergriffen. Nur wenige Augenblicke zuvor hatte sie gemeinsam mit Bernaus Bürgermeister André Stahl die Gedenktafel enthüllt, die von nun an in der Halle über die Verdienste ihres Vaters informiert. Zu der feierlichen Namensgebung waren Sportfreunde, frühere Lehrerkollegen und ehemalige Schüler von Erich Wünsch gekommen. Viele Stadtverordnete nahmen an der Feierstunde teil. Im Januar hatten sie den Beschluss gefasst, das bislang als "Sporthalle 6" geführte Gebäude nach Erich Wünsch zu benennen. "Die Geschichte des Basketballs in Bernau ist untrennbar mit seinem Namen verbunden", hielt André Stahl fest. Wünsch, der als Kriegsversehrter aus dem Zweiten Weltkrieg nach Hause kam, blieb trotzdem sportlich aktiv. Als Übungsleiter für Leichtathleten suchte er eine passende Trainingsmöglichkeit im Winter und entdeckte dabei schließlich den Basketball. Die Begeisterung war so groß, dass TSG Einheit Bernau die Sportart aufnahm, die Mannschaft in der Berliner Liga spielte.

Namesgebung Mehrzweckhalle Erich Wünsch
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Namesgebung Erich Wünsch Halle

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Gleichzeitig engagierte sich Erich Wünsch für den Behindertersport. André Stahl erinnerte daran, das er bereits 1945 das 1. Sportfest für Versehrte organisierte und später zu dem von Ulrich Ewert und anderen gegründeten Behindertensportverein Börnicke stieß. Dort war er Übungsleiter. Er beschränkte sein Engagement nicht nur auf Bernau, sondern wurde Präsident des Behindertensportverbands Brandenburg. Seine Verdienste um den Basketball- und den Behindertensport in Bernau führten dazu, dass ihm 2008 die Auszeichnung zuteil wurde, sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen zu können.

Erich Wünsch, der 1942 als 22-Jähriger eine schwere Kriegsverletzung erlitt, wurde in Bernau Sportlehrer. "Ich bin mit Basketball groß geworden", berichtet seine Tochter Petra Görcke, die sebst Sport- und Biologielehrerin wurde - und natürlich selbst auch Basketball spielte.

"Seinem Engagement verdankt Bernau den Bau der neuen Sporthalle 1973 in der Ladeburger Chaussee, sagte Siegfried Wollanik, Ehrenmitglied des SSV Lok Bernau. Die Halle stand sowohl dem Schul-, aber auch dem Vereinssport zur Verfügung. Außerdem organisierte Erich Wünsch die Basketball-Meisterschaft für Rollstuhlfahrer 1981 in der DDR.

Gebäude sorgen für einer Orientierung in der Stadt, blickte Bürgermeister André Stahl abschließend voraus, und versprach schmunzelnd: "Wenn jemand künftig nach dem Weg zum Arbeitsamt fragt, wird man ihm antworten können: Das ist doch gleich gegenüber von der Erich-Wünsch-Halle."

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