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Lichterfelde diskutiert geplanten Zuzug in der Bildungseinrichtung Buckow

Bevor die Flüchtlinge ankommen

Demonstration für eine bessere Unterbringung von Flüchtlingen: Vor der Kreistagssitzung im Mai haben Barnimer Willkommensinitiativen auf dem Eberswalder Marktplatz im Rahmen einer Kundgebung das Ende von Massenunterkünften gefordert.
Demonstration für eine bessere Unterbringung von Flüchtlingen: Vor der Kreistagssitzung im Mai haben Barnimer Willkommensinitiativen auf dem Eberswalder Marktplatz im Rahmen einer Kundgebung das Ende von Massenunterkünften gefordert. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Simon Rayß / 02.07.2015, 04:45 Uhr
Lichterfelde (MOZ) Drei Tage bevor in Oderberg ein Wohnheim für 80 Flüchtlinge eingeweiht wird, sorgt das Thema am Dienstag in Lichterfelde für reichlich Gesprächsstoff. In einer Versammlung werden die Bewohner auf die baldige Ankunft von 40 Schutzsuchenden vorbereitet.

Die Bildungseinrichtung Buckow hat unlängst bekannt gegeben, dass sie in dem Lichterfelder Ortsteil Flüchtlinge aufnehmen will. Eine Aussicht, die Befürchtungen unter den 80 Besuchern der Einwohnerversammlung weckt. Sie sind am Dienstag in die Mehrzweckhalle auf dem Buckower Gelände gekommen, auf dem früher Jugendliche außerbetrieblich auf einen Beruf vorbereitet wurden.

Seit August 2014 widmet sich die Bildungseinrichtung - über die Tochtergesellschaft Kinder-, Jugend- und Seniorenhilfe in Buckow - auch der Unterbringung von Flüchtlingen. Ein Schritt, mit dem der Verein auf den demografischen Wandel reagiert: "Außerbetriebliche Berufsausbildung ist nicht mehr in dem großen Ausmaß wie zum Beispiel in den 90er-Jahren erforderlich", erklärt Geschäftsführerin Annette Ruhtz eingangs der Versammlung.

30 Flüchtlinge beherbergt die Bildungseinrichtung bisher in Eberswalde: sowohl im Brandenburgischen Viertel als auch in der Bergerstraße. Die Schutzsuchenden, die nach Buckow kommen, waren ursprünglich ebenfalls für die Bergerstraße vorgesehen. Nun das Umdenken: "Wir haben uns doch entschieden, die infrastrukturellen Möglichkeiten, die Buckow bietet, den Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen", sagt Annette Ruhtz.

Am Standort Bergerstraße, wo sowohl Auszubildende des nahegelegenen Oberstufenzentrums als auch Flüchtlinge in Einzelwohnungen untergebracht sind, bleibe alles, wie es ist. "Der Gemischtwarenladen funktioniert gut", kommentiert die Leiterin das Modell. Den Auszubildenden wiederum bleibt so ein Umzug nach Buckow erspart.

Dort ziehen nun ab 1. August nach und nach 40 Flüchtlinge in ein ehemaliges Lehrlingswohnheim. Das sogenannte Haus 6 bietet Gemeinschaftsräume und 17 Quadratmeter große Wohnräume, in denen jeweils zwei Bewohner untergebracht werden. Ein freier Platz hinter dem Haus soll laut Michael Thölke, der beim Buckower Träger für die Unterbringung der Flüchtlinge zuständig ist, in einen Garten umgewandelt werden.

"Die Bewohner waren schon in der Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt und in Übergangseinrichtungen in Bernau", erklärt der pädagogische Leiter. "Sie haben sich also bereits akklimatisiert." Voraussetzung dafür, dass das Konzept der Kinder-, Jugend- und Seniorenhilfe in Buckow auch greift: Spracherwerb und berufliche Integration sollen laut Thölke "im gemeinsamen Tätigsein" umgesetzt werden.

Bereits am Freitag hatte der Träger die unmittelbaren Anwohner zu einer ersten Beratung gebeten. 30 Buckower waren gekommen und brachten die gleichen Sorgen zur Sprache, die auch am Dienstag anklangen: Die ärztliche Versorgung, die Verkehrsanbindung, die Kapazitäten der Grundschule - all das sei jetzt schon problematisch.

Hinzu kommen Bedenken, dass die Kriminalität durch die Flüchtlinge steigen könnte. Dem tritt Torsten Kuhlig, Leiter des Eberswalder Polizeireviers, am Dienstag entgegen. Egal, wo Schutzsuchende im Barnim seit 2013 aufgenommen worden seien: "Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen ist dort nicht gestiegen."

Doch: "Warum müssen gerade in Buckow so viele Flüchtlinge wohnen?", fragt der stellvertretende Ortsvorsteher von Lichterfelde, Enrico Masuhr. "40 Flüchtlinge an diesem Standort sind eine Herausforderung", gibt der Schorfheider Bürgermeister Uwe Schoknecht zu. Jedoch kämen sie nicht auf einmal. "Wir schauen Stück für Stück, wie wir die Situation gemeistert bekommen", kündigt er an.

Kurz vor der Eröffnung will sich das Team vor Ort noch einmal vorstellen. Bis Anfang September soll ein Hoffest folgen und Ende September eine Auswertung mit den Anwohnern.

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L. Meseberg 02.07.2015 - 14:12:44

_:_:_:_:_

Ein herzliches Willkommen den schutzsuchenden Neubürgern. Hoffentlich verwenden sie die 90 Euro in bar nicht nur für den Rauch- und Alkoholkonsum. Werden sie wahrscheinlich auch nicht, weil die Flatrate nach außerhalb Europas regelmäßig zu begleichen ist. Ironie mit viel Wahrheitsgehalt.

Bürger 02.07.2015 - 11:08:42

Buckow hat infrastrukturelle Möglichkeiten ?

Herr Zinn hat sicherlich in vielen Sachen recht nur immer etwas ausschweifend. Ich finde es auch sehr zweifelhaft die Flüchtlinge in Objekte zu stecken die so weit ausserhalb liegen. Wo sich Hase und Fuchs gute Nacht sagen. Auch im Rathaus will man die Flüchtlinge nicht vor der Tür. Die WHG möchte im Brandenburgischen Viertel ja auch lieber abreißen anstatt Flüchtlinge dort wohnen zu lassen, weill das Viertel ja angeblich ausserhalb der Stadt ist !!! Was bitte hat denn Buckow für infrastruktuelle Möglichkeiten ??? Bei solch einer Isolierung und bei den verschiedenen Kulturen und dann fast alles junge Männer ist doch Streik und Zank vor programmiert. Wie in vielen anderen Objekten auch wird die Polizei dort wohl öfter zu Gast sein (was gerne tot geschwiegen wird). Der Buckower Verein wird sicherlich auch nicht dafür qualifiziert sein aber bal saniert sein. Alles eine große Heuchelei der Politik und keine Lösungen in der Asylpolitik !

Carsten Zinn 02.07.2015 - 09:44:21

GEMEINDE Schorfheide vorbildlich in der TRANSPARENZ zur geplanten AUFNAHME von FLÜCHTLINGEN und ASYLBERWERBERN

Zunächst seien redaktionelle Unkorrektheiten angemerkt. Buckow bei Lichterfelde ist kein Ortsteil von Lichterfelde sondern gehört kommunalrechtlich zum Ortsteil Lichterfelde. Der Bildungseinrichtung Buckow e.V. ist dringend anzuraten ihren mehr als verstaubten INTERNETAUFTRITT(Stand 2007) einer gründlichen POLITUR bzw. GENERALREVISION zu unterziehen und auf alle Fälle zu modernisieren. Soviel Zeit muß einfach sein insbesondere wenn man als Träger mit seinen zahlreichen TOCHTERUNTERNEHMEN und BETÄTIGUNGSFELDERN den Anspruch hat mit der Zeit zu gehen und in programmprägenden SACHVERHALTEN jederzeit tagesaktuell und nutzerfreundlich zu sein. Der Leiter des Eberswalder Polizeirevier Polizeihauptkommissar Torsten Kulig wird im Familennamen ohne -h- geschrieben Es ist auch sachlich nicht korrekt wenn man lesen muß das den AUSZUBILDENDEN des OBERSTUFENZENTRUM der UMZUG nach Buckow erspart bleibt. Diesbezüglich handelt es sich garantiert um AZUBIS der Bildungseinrichtung Buckow e.V. Mit denen müssen zeitnah umfangreiche, aufklärende und informelle Gespräche zu gesellschaftpolitischen Hintergründen und zur aktuellen Lage der Asyl-und Flüchtlingspolitik in Deutschland, in Brandenburg und in den beiden Landkreisen Uckermark und Barnim geführt werden. Da schwirrt viel wirres und fremdenfeindliches Zeug in nicht wenigen Köpfen der AZUBIS herum das im Grunde die INFORMATIONS-und STIMMUNGSLAGEN im Querschnitt der Bevölkerung insbesondere in den beiden Landkreisen wiederspiegelt. Zum mit viel BRIMBORIUM angekündigten Wohnverbund für Flüchtlinge und Asylbewerber in der Eberswalder Bergerstraße sei angemerkt das von den ursprünglich ab 1.Juli/ 1. August 20015 zur Nutzung angekündigten 80 Wohnplätze nur noch 20 als zeitweilige Wohnunterkunft für Flüchlinge und Asylbewerber übrig bleiben. Das ist im Wesentlichen auch den großen BEDENKEN der SICHERHEITSEXPERTEN geschuldet die dringend angeraten und zugleich gefordert haben das urspüngliche UNTERBRINGUNGSKONTIGENT auf mindestens 40 Personen zu reduzieren. Das die Verantwortlichen in der Gemeinde Schorfheide im Vorfeld der Nutzung von potentiellen Standorten erneut gemeinsam mit dem relevanten Träger in die Transparenzoffensive gegangen sind ist vorbildlich und mehr als begrüßenswert. In Eberswalde hält Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP) solche transparente und bürgerfreundlichen VORB- INFORMATIONSLAGEN mit der unmittelbar direkt betroffenen ANWOHNER-und EINWOHNERSCHAFT für entbehrlich. Da heißt es u.a. insbesondere gegenüber der kritisch hinterfragenden STADTVERORDNETENSCHAFT sinngemäß " AUGEN zu und DURCH". Der Landkreis wird und muß es richten. Das die Bildungseinrichtung Buckow e.V und vorsorglich gilt das auch für den Eberswalder Berufsbildungsverein und weiteren potentiellen Trägern, neue Geschäftsfelder erschließt und insbesondere auch nutzt ist verständlich und legitim. In einen so sensiblen Bereich wie die Asyl-und Flüchtlingspolitik erfordert es aber Personal einzusetzen das hochmotiviert ist und die notwendige SOZIAL-FACH-und SPRACHKOMPETENZ besitzt. MitarbeiterInnen mit Migrationshintergrund und langjährigen Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit zu haben und einzusetzen wäre ideal. Diese müssen angemessen nach dem TARIFVERTRAG des ÖFFENTLICHEN DIENST (TVöD) speziell dem Spartentarifvertrag für Sozialarbeiter-und Erzieher, aktuell im Prozeß der SCHLICHTUNG bzw. der URABSTIMMUNG, vergütet werden. In der Praxis leider mehrheitlich FEHLANZEIGE bei den relevanten TrägerInnen. Zum jeweilgen qualifizierten A-TEAM von relevanten MitarbeiterInnen muß jederzeit garantiert sein das bei URLAUB, KRANKHEIT und anderweitigen längerfristigen AUSFÄLLEN aus einem B-Team zurückgegriffen werden kann. Michael Thölke als FACHEXPERTEN für ASYL und FLÜCHTLINGSPOLITIK in der Bildungseinrichtung Buckow einschließlich der im redaktionellen Beitrag zu lesenden UNTERNEHMENSTOCHTER agieren zu lassen ist mehr als kritisch zu hinterfragen. Es gibt diesbezüglich viele BedenkenträgerInnen in-wie extern die meinen das HerrThölke mit der zusätzlich übetragenden AUFGABENSTELLUNG als sogenannter pädagogischer Leiter inhalltlich wie organisatorisch überfordert ist. Diese wollen und werden sich öffentlich verständlichweise nicht outen um keine dann drohenden beruflichen und persönlichen Nachteile sowie SANKTIONEN zu erleiden und ertragen zu müssen. Ansonsten gilt es jederzeit die direkt betroffenen AnwohnerInnnen aber auch die EinwohnerInnen der jeweiligen Kommune insgesamt im Gesamtprozeß rechtzeitig mitzunehmen und ständig zum aktuellen Stand zu informieren. Das hilft VORURTEILE und berechtigte BEDENKEN auszuräumen einschließlich drohende ESKALATIONEN im VORFELD zu entschärfen. Mit freundlichen, optimistischen und nachbarschaftlichen Grüßen insbesondere für die vorbildlich interessierte und agierende EINWOHNER-und UNTERNEHMENSSCHAFT des "SCHOHKNECHT-KÖNIGREICH" der GROßGEMEINDE SCHORFHEIDE innerhalb des "OBERBARNIMER G- 5 GIPFEL" -verbleibt aus der (noch) KREISHAUPTSTADT des LANKREISES BARNIM - Carsten Zinn-

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