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Am 1. Juli 1990 wurde die SVF GmbH gegründet. Jetzt wurde das Jubiläum gefeiert.

SVF feiert 25-jähriges Bestehen

Vier Chefs unter sich: SVF-Geschäftsführer Wolfgang Worf (2.v.r.), nimmt die Glückwünsche seiner Vorgänger Fred Bernau, Wolfgang Stange und Michael Ebermann (v.r.) entgegen
Vier Chefs unter sich: SVF-Geschäftsführer Wolfgang Worf (2.v.r.), nimmt die Glückwünsche seiner Vorgänger Fred Bernau, Wolfgang Stange und Michael Ebermann (v.r.) entgegen © Foto: Winfried Mausolf
Frank Groneberg / 02.07.2015, 07:00 Uhr - Aktualisiert 03.07.2015, 18:03
Frankfurt (Oder) (MOZ) Hätten Sie es gewusst? Jeder Frankfurter nutzt im Schnitt 180-mal pro Jahr die Straßenbahn oder den Bus. Die Zahl der Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr in der Stadt ist seit Jahren mit gut 10 Millionen stabil - und das bei permanent sinkender Einwohnerzahl. Allein das sei schon Grund genug, bei 25 Jahren Stadtverkehrsgesellschaft mbH (SVF) von einer Erfolgsgeschichte zu sprechen, betont Dezernent Markus Derling, der am Mittwoch Oberbürgermeister Martin Wilke, der sich im Urlaub befindet, vertritt. "Wir feiern heute ein spannendes und erfolgreiches Vierteljahrhundert", sagt er, "ein Vierteljahrhundert von mehr als einem Jahrhundert öffentlicher Nahverkehr in Frankfurt."

Das, was durch die Mitarbeiter der SVF täglich geleistet werde, verdiene größten Respekt, erklärt Markus Derling. "Wir wissen um den Wert unserer Stadtverkehrsgesellschaft und schätzen ihre Zuverlässigkeit", betont der Dezernent. Und er fordert das Land auf, seiner Verantwortung für den Nahverkehr gerecht zu werden: "Ich finde es ein Unding, dass das Land Brandenburg kein eigenes Geld für den Nahverkehr zur Verfügung stellt. Das muss sich unbedingt ändern."

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25 Jahre SVF

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Auf den Tag genau 25 Jahre zuvor - am 1. Juli 1990 - war die SVF GmbH gegründet worden. Zum Festempfang in der Bushalle auf dem Betriebshof in Neuberesinchen kann SVF-Geschäftsführer nicht nur Slubices Bürgermeister Tomasz Ciszewicz und viele Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und anderen Nahverkehrsbetrieben in Berlin, Brandenburg und Sachsen begrüßen. Auch seine drei Vorgänger sind zum Gratulieren gekommen. Fred Bernau, bis 1998 Betriebsleiter Straßenbahn, und Wolfgang Stange, bis 1995 Betriebsleiter Bus, erinnern an die schwierigen Wendejahre. Während in den 1980er-Jahren das Gleisnetz in Frankfurt in seiner Größe verdoppelt worden war, "sind uns nach der Wende die Fahrgäste sehr schnell abhanden gekommen", so Wolfgang Stange. Michael Ebermann, von 1999 bis 2014 Geschäftsführer, blickt auf 15 Jahre zurück, in denen das Unternehmen stetig modernisiert worden ist.

1990 habe der Nahverkehr vor einem Desaster gestanden, sagt Wolfgang Worf. "Die Frankfurter kauften sich eigene Autos, gleichzeitig fand ein enormer Arbeitsplatzabbau statt, vor allem im Halbleiterwerk." Die Fahrgastzahlen sanken von 16,6 Millionen im Jahr 1988 auf 11,9 Millionen 1991 - ein Rückgang um fast 30 Prozent. Dennoch wurde am Nahverkehr festgehalten. Bis heute wurden etwa 120 Millionen Euro vor allem in neue Fahrzeuge und die Infrastruktur investiert. Von 44 Kilometer Gleisen wurden 26 Kilometer erneuert. Die Buslinie 983 nach Slubice sei inzwischen die drittstärkste in der Stadt. "Wir freuen uns darüber, dass der Dienstleistungsauftrag für den Nahverkehr in der Stadt ab 2016 an uns gegangen ist, und zwar für die nächsten 22,5 Jahre." Das gebe Planungssicherheit.

"Wer in Frankfurt lebt, der braucht gar kein Auto", zitiert Moderator Bob Lehmann seinen Fahrlehrer und betont: "Das ist doch das schönste Kompliment für meine Heimatstadt!"

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Ein Gewerkschafter 06.07.2015 - 11:57:14

Das erklären Sie mal genauer Herr Derling

Ein sehr schöner Artikel, aber ich würde schon gerne mal wissen, warum einige Darstellungen nicht kritisch hinterfragt werden. Bei einem Treffen mit dem Finanzminister des Landes Brandenburg Christian Görke am 23.Juni 2015 in Potsdam haben wir eine gegenteilige Darstellung zu der Aussage von Herrn Derling erhalten. In Zahlen ausgedrückt heißt es dort, dass der Bund Regionalisierungsmittel in Höhe von 7,41 Milliarden Euro jährlich für den SPNV zur Verfügung stellt. Davon entfallen auf das Land Brandenburg 5,71 %, also 423 Millionen Euro. Obwohl das Land nur für den SPNV zuständig ist, werden von diesen 423 Millionen Euro 90 Millionen jährlich an die Kommunen und kreisfreien Städte für die Sicherstellung des ÖPNV weitergegeben. Minister Görke teilte uns auch mit, daß der ÖPNV laut Kommunalverfassung eine Selbstverwaltungsaufgabe der Kommunen ist, also demzufolge von dort die Gelder für den ÖPNV zur Verfügung gestellt werden müssten. Jetzt stellt sich mir die Frage, wo sind diese 90 Millionen Euro ? Das Land sagt, wir geben das Geld an die Kommunen, die Kommunen sagen (siehe Herr Derling), das Land hält sich aus der Verantwortung heraus. Diese Frage muss dringend geklärt werden. Was ich voll unterstütze, sind die Bemühungen der Länder, den Bund dazu zu bringen, die Regionalisierungsmittel von 7,41 Milliarden Euro auf 8,5 Milliarden Euro anzuheben bei einer Dynamisierung von 2,5%. Mit der derzeitigen Dynamisierung von 1,5% sehe ich für einen attraktiven ÖPNV in Zukunft keine Chance. Trotz der schwierigen Finanzsituation stehen wir voll hinter unseren Arbeitgebern und versuchen das bestmögliche zu erreichen. Herzlichen Glückwunsch der Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder) zu ihrem 25. Jahr des Bestehens.

forumgott 05.07.2015 - 20:56:38

@ Blindpese @ UWE SCHULZ

Haha der war amüsant, Auto ist billiger als Bahn, Bus, Fahrrad *grins* Ihnen Beiden fehlt eindeutig der Wille und/oder die Fantasie über den Tellerrand zu blicken. Auch mit Familie geht es wunderbar ohne Autobesitz (die OT mal vlt. ausgenommen) - Lastenräder, Fahrradanhänger und Carsharing sei Dank. Dann muss auch das Kfz, wofür Sie Beide mindestens 10 Euro jeden Tag ausgeben, nicht 90% der Zeit rumstehen und Platz verschwenden. Ja richtig gelesen - ein km Autofahrt kostet mindestens 30 Cent, da können Sie gern mal beim ADAC im Oderturm anfragen. Zum Vergleich:1640 Euro kosten die Jahreskarten FFO AB für die 5köpfige Familie. Außerdem kann ich wunderbar im ÖPNV schon mal News lesen. Nicht vergessen: Sie repräsentieren genau 1/57990-tel der Frankfurter Bevölkerung, also nicht immer von der Gesamtheit auf sich und nicht von sich auf die Allgemeinheit schließen! Achso: Carsharing in Frankfurt startet morgen :)

Blindpese 04.07.2015 - 01:25:38

@ Peter: Held des Tages

Ihre Beweisführung ist unglaublich genial. 1000fach widerlegt, das muss man sich mal vorstellen! Ich kann Ihnen gerne mal für eine Monat eine Aufstellung vorlegen was zum einen Ihre Methode kosten würde und was alles aus Zeitmangel nicht ginge. Für einen 1-Personenhaushalt lass ich ihren Auführungen gelten, aber nicht für eine Familie mit schulpflichtigen Kindern und beide Eltern in Vollzeitjob. Ihre Behauptungen widerleg ich Ihnen, definitiv. Schneller und kostengünstiger geht es ab einem bestimmten Level inf Ffo. nur mit dem Auto oder sogar mit mehreren. Kaum ein Einwohner hat ja auch z. B. eine adäquate Einkaufsmöglichkeit vor seiner Haustür, die Schulen sind auch alle oft nicht fußläufig zu erreichen. Sehen Sie mal nach was Jahreskarten des ÖPNV insgesamt für eine 4 oder 5-köpfige Famile kosten. Und selbst das "entspannte Ankommen" kauf ich Ihnen aus eigenen Erfahrungen nicht ab. Ich glaube sie verwechseln Ffo. mit Berlin, da träfe fast alles zu was Sie sagten.

.... 03.07.2015 - 16:39:09

Wenn die Grünbunten ...

... laufen wollen sollen sie laufen. Aber nicht mein Auto anfassen ;)

der Holgo 03.07.2015 - 16:27:49

Zuerst hab ich gedacht…

…"Wer in Frankfurt lebt, braucht kein Auto" ist ein Slogan aus der Slubicer Unterwelt.

Peter 03.07.2015 - 15:34:26

Klar kann man ohne Auto leben, und zwar gut

Auch in Frankfurt besitzt bereits über ein Viertel der Haushalte kein Auto. Und das sind mitnichten alles Habenichtse oder Asketen. Mein Haushalt ist einer davon. Mir fehlt dabei nichts. Ich erreiche alle meine Ziele schnell, pünktlich und preiswert zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV. Und ich komme entspannt und gut vorbereitet bei allen Terminen an, während die Damen und Herren Autobenutzer oft zu spät kommen und sich erst mal über Staus, Parkplatzprobleme und Pannenanfälligkeit des Individualverkehr austauschen, bevor die Besprechung zu ihrem Kernthema findet. Von der gesundheitsgefährdenden Feinstaubbelastung, die sie verursachen, und die schon bald zu Strafzahlungen der Kommune führen wird, ganz zu schweigen. Manche sind objektiv auf ein Auto angewiesen, andere können aus subjektiven Gründen nicht davon lassen. Das mag jeder halten wie er möchte. Aber die in diesem Kommentarstrang mehrfach geäußerte Aussage, man könne nicht ohne Auto leben, ist in Frankfurt tausendfach widerlegt.

Frank 03.07.2015 - 15:27:19

ein ideologisch motivierter Artikel

wer in der realen welt wohnt, der kann sich nur wundern ...

abc 03.07.2015 - 14:04:57

@ Uwe Schulz

Aber es ist eben möglich. Niemand hat behauptet, dass der ÖPNV die schnelleste Variante ist.

Uwe Schulz 03.07.2015 - 11:57:43

@ Benno

ja hört sich toll an :) wohne ich in Nord brauche ich mit dem Bus bestimmt nochmal zwanzig Minuten inclusive zur Haltestelle laufen etc. dann vom Bahnhof zum Eko nochmal fünfzehn bis zwanzig Minuten. Ein paar Minuten Wartezeit müssen auch noch eingeplant werden schwupp ist man bei mindestens einer Stunde. Wer viel Zeit hat kann das machen. Aber mit dem Auto ist man eben doch schneller in EH. Nach Berlin da gebe ich ihnen recht ist es mit der Bahn hingegen oftmals schneller(wo man eben hin will)

Benno Koch 03.07.2015 - 10:16:13

Mobilität in der Märkischen Oderzeitung

Könnte die Märkische Oderzeitung nicht mal die Themen Bahn, Bus, Rad und Fuß regelmäßig, gleichberechtigt und von Fachjournalisten recherchiert im Blatt behandeln? Es ist offenbar nicht so einfach zu verstehen, dass zum Beispiel zwischen Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt 31 klimatisierte Regionalzüge pro Tag und Richtung mit einer Fahrzeit von jeweils 14 bis 20 Minuten zwischen diesen beiden Orten verkehren. Zwischen 4:09 Uhr alle halbe Stunde und heute sogar bis 1:08 Uhr. Die kurzen Strecken vom und zum Bahnhof kann man in wenigen Minuten jederzeit mit dem Rad fahren und dies auch in jedem Regionalzug mitnehmen. Zum Werkstor in Eisenhüttenstadt und in Frankfurt fahren Busse oder Straßenbahnen. Das Ticket von Frankfurt (Oder) nach Eisenhüttenstadt kostet im Regeltarif 4,20 Euro pro Strecke. Für Stammkunden mit der VBB Gesamtnetz Jahreskarte kosten die Fahrten pro Tag 5,26 Euro, mit den Monatskarten oder Firmentickets oder Mobilitätstickets für die einzelnen Landkreise entsprechend weniger. Mit dem VBB Abo 65plus sind es zum Beispiel 1,60 Euro pro Tag in ganz Brandenburg und Berlin. Zum Vergleich: Google Maps gibt für die Strecke Frankfurt (Oder) - Eisenhüttenstadt mit dem Pkw eine Fahrzeit von 31 Minuten an. Der Preis beträgt laut ADAC 9,40 Euro für diese 28 Kilometer kurze Strecke.

Paul 03.07.2015 - 09:07:02

"Wer in Frankfurt lebt, braucht kein Auto"

"Wer in Frankfurt lebt, braucht kein Auto" Das ist die dümmste Aussage die ich seit langem gelesen habe. Wie blind kann man nur sein um diese Worte auszusprechen? Oder vielleicht bin ich auch nur zu dumm um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von meiner Heimatstadt Frankfurt/Oder zu meinem Arbeitsplatz ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt zu kommen. In Schichten!!

npffo_hunter 02.07.2015 - 17:46:47

Studenten?

Der Bärenanteil der Fahrgäste wird durch Schüler und Studenten bestimmt. Aus meiner Sicht ist dieser Artikel nicht objektiv geschrieben. Von einer Zeitung erwarte ich da schon etwas mehr Leistung.

Oma mit Bollerwagen 02.07.2015 - 12:08:37

Danke, danke, danke,

Endlich wissen die Rentner des Südrings wie sie ihren Einkauf auch ohne Auto nach Hause bringen, wenn dass Genie Derling das Südringcenter nun endlich planiert hat um an der Oderbrücke ein neues Center zu bauen... Danke, danke, danke Derling! Preisträger des Titels "Versager des Jahres" 2010, 11,12,13,14,15 usw. usf.

Dete 02.07.2015 - 11:15:09

@Roland Totzauer

Wie wahr!!!

Roland Totzauer 02.07.2015 - 09:27:37

Meine Gratulation an Slubice...

...für den Mut, mit dem sich die Stadt gegen eine Tram und für eine grenzüberschreitende Buslinie entschieden hat: eine preiswerte Lösung, die heute von JENEN gelobt und hervorgehoben wird, die damals (2006) noch gegen den Bus und für eine Tram argumentierten: So ändern sich Leute und Zeiten!

Mulle 02.07.2015 - 09:27:21

Es könnte auch heißen..

Wer in Frankfurt lebt, keine Arbeit hat und auch keine möchte, der braucht kein Auto. Aber wer Arbeit hat oder eine sucht, ist zwangsläufig auf ein Auto angewiesen. Denn leider gibt es in FF und im Umland wenige Arbeitsplätze, welche vor der Haustür liegen oder gut mit den Öffentlichen zu erreichen wären.

Bernd Schulz 02.07.2015 - 07:53:37

Naja

Es müsste vielleicht heißen wer in der City wohnt braucht kein Auto, in den Ortsteilen die zu Frankfurt gehören sieht es schon anders aus. Sagen wir es so, wer Citynah wohnt und oder viel Zeit hat und wenig einkauft braucht kein Auto.

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