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Biesenthaler Bahnkunden frustiert

Brigitte Horn / 06.07.2015, 06:57 Uhr
Biesenthal (MOZ) Verschlechterungen durch den Fahrplan für Bahnfahrer aus und um Biesenthal, die mit dem RE 3 nach Berlin-Mitte wollen, sollten durch Verstärkerzüge ausgeglichen werden. Doch tagelang fallen diese aus. Gründe sind technische Probleme und fehlende neue Züge.

Die Biesenthaler Bahnkunden sind genervt. Sie verbringen immer wieder mehrere Stunden auf Bahnhöfen, anstatt von der eigentlich günstigen Verbindung bis zum Potsdamer Platz zu profitieren. In 34 Minuten ist mit dem RE 3 das Berliner Zentrum erreichbar. Derzeit halten von der Linie des RE3 laut Fahrplan in Biesenthal nur einige Verstärkerzüge. Doch auch die fahren nicht wie sie sollen, beklagte Nicolai Wünsche.

So war es im Juni vom 7. bis 11. und am 22. und 23. Juni besonders schlimm. Nach seinen Erkundigungen fallen die Züge deshalb aus, weil nicht immer Triebwagen und Züge zur Verfügung stehen, die technisch so ausgerüstet sind, dass sie auch den Nord-Süd-Tunnel in Berlin passieren dürfen. Daher ärgert sich Wünsche umso mehr, da im Bahnwerk Lichtenberg jede Menge Züge stehen.

Das wird von Holger Auferkamp, Pressesprecher bei der Deutschen Bahn, bestätigt. Richtig sei, dass dort relativ viele Züge stehen, bei denen die Türen oder die Scheiben defekt sind. Das liege daran, dass die Bahn auf Ersatzteile warten muss. "Wir wollen ja, dass die Züge laut Fahrplan fahren", beteuert der Pressesprecher. Ergänzend fügt er hinzu, dass abgesehen von den innerbetrieblichen Problemen eine Hauptursache in fehlenden fünf Zügen mit jeweils fünf Wagen besteht. "Wir sind mit der Industrie im Gespräch und machen auch entsprechenden Druck", versichert er.

Doch Bahn wie Kunden scheinen sich noch in Geduld fassen müssen. "Die TWINDEXX Vario Doppelstockzüge für den Regionalverkehr konnten nicht wie vereinbart Ende des Jahres 2014 ausgeliefert werden", teilte Andreas Dienemann, Sprecher der Bombardier Transportation, mit. Voraussichtlich würden sie erst im Jahre 2016 fertig werden. Man bedauere diesen Sachverhalt sehr, doch Verzögerungen in der Entwicklung und beim Bau der Fahrzeuge hätten zu den verspäteten Lieferterminen geführt. Bombardier Transportation setze alles daran, damit der Verzug der Auslieferungen so gering als möglich ausfalle, so Dienemann.

Das scheint zu bedeuten, dass die Geduld der Biesenthaler vermutlich erneut auf die Probe gestellt wird. Insbesondere seit der vielfach monierten Fahrplanänderung im Dezember 2014 immer wieder aufs Neue. Bis dahin war es noch möglich mit der Regionalbahn bis Bernau zu fahren und dort bei einer vertretbaren Wartezeit in den RE 3 zu steigen. Doch mit dem neuen Fahrplan hat sich die Wartezeit in Bernau auf 40 Minuten erhöht, womit diese Möglichkeit entfällt. In Diskussionsrunden wurde auch moniert, dass der RE 3 hinter Eberswalde an jeder "Milchkanne" halte, nur in Biesenthal nicht. Verstärkerzüge sollten das ausgleichen.

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Winfried Lunkenheimer 08.07.2015 - 10:34:48

Biesenthaler Bahnkunden frustriert

Volle Zustimmung zum Beitrag meinerseits. Hinzu kommt, dass die Informationspolitik der Bahn derart katastrophal ist. Zugausfälle werden, wenn überhaupt, erst sehr spät bekanntgegeben. Wer wie ich am Bahnhof Südkreuz in den dort planmäßig beginnenden Verstärkerzug einsteigen möchte und sich über das Portal des VBB vor Fahrtantritt über die Planmäßigkeit der Verbindung versicherte, hat häufig Pech. Dort die Info: "Zug entfällt" oder wenn man Glück hat oder bei der Info nachfragt, "Zug beginnt ab Berlin HBF". Der Einsatzleiter weiß viele Stunden vorher, welcher Zug die jeweilige Strecke befährt. Wenn also eine Leistung teilweise oder überhaupt nicht erbracht wird erwarte ich als Derjenige, der diese Leistung gekauft hat, schnellstmöglich darüber informiert zu werden. Kommentar zum Kommentar Auch mich nerven Beiträge, die ganz oder teilweise Sachverhalte nicht oder falsch darstellen. Dies ist hier nicht der Fall. Wir "Kommentatoren" sollten mit gutem Beispiel voran gehen. Niemand bezweifelt, dass es regelmäßig zwei Verbindungen, je eine von und eine nach Berlin, gibt. "Von Biesenthal ... mehrere Stunden nach Berlin Mitte" stand nicht im Beitrag. Eine "überflüssige" durch das Land Brandenburg finanzierte (also Landesstraßen-)Ortsumgehung ist mir nicht bekannt. Brandenburg sollte, da stimmen wir sicher überein, sich grundsätzlich an der Finanzierung des Nahverkehres beteiligen. Bisheriger Anteil des Landes Brandenburg aus seinem eigenen Haushalt: NULL Euro.

Benno Koch 06.07.2015 - 16:30:01

Mobilität in der Märkischen Oderzeitung

Von Biesenthal braucht niemand mit Regionalzügen "mehrere Stunden" nach Berlin-Mitte. Soll ich mal in der Redaktion vorbeischauen und eine kleine Nachschulung beim Thema Mobilität jenseits der Windschutzscheibenperspektive anbieten? Pro Stunde gibt es von und nach Biesenthal mindestens zwei Verbindungsmöglichkeiten zum Beispiel nach und von Berlin Hauptbahnhof. Fahrzeit: 30 bis 62 Minuten. Nachzulesen unter www.bahn.de. Und dass mal ein Zug ausfällt, ist nicht schön. Das betrifft aber alle Bahnlinien. Und dass alles noch besser sein könnte, ist auch unbestritten. Dann müsste Brandenburg mal auf die eine oder andere überflüssige neue teure Ortsumgehung für wenige Kfz verzichten. Da fließen die Millionen nur so rein.

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