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Premiere von "Emil und die Detektive" im Garten des Hauptmann-Museums trotzt dem Regenwetter

Parole: Improvisieren

Auf der Zugfahrt nach Berlin: Herr Grundeis (Karsten Troyke) erzählt Emil (Leonie Nele Seidlitz) allerlei Geschichten über die Hauptstadt und bereitet damit den hinterlistigen Diebstahl von Emils Geld vor.
Auf der Zugfahrt nach Berlin: Herr Grundeis (Karsten Troyke) erzählt Emil (Leonie Nele Seidlitz) allerlei Geschichten über die Hauptstadt und bereitet damit den hinterlistigen Diebstahl von Emils Geld vor. © Foto: MOZ
Joachim Eggers / 08.07.2015, 21:03 Uhr
Erkner (MOZ) Fast ein Jahr lang hat das Ensemble um Ralf Schlösser von der Schauspielschule Drehbühne für die Premiere von "Emil und die Detektive" geprobt - und dann mussten die Akteure am Mittwochmorgen doch viel improvisieren.

In der Aula der Löcknitz-Grundschule haben Kinder am Mittwochmorgen eine Mini-Playbackshow einstudiert. Der große Saal war als Ausweich-Spielstätte für schlechtes Wetter geplant. "Aber das hätten wir 24 Stunden vorher anmelden müssen", sagt Ralf Schlösser, als er im Hauptmann-Museum in 100 Metern Entfernung von der Schule seine Truppe einschwört, souverän mit der unvorhergesehenen Situation umzugehen. Denn um 9 Uhr, zum geplanten Aufführungsbeginn, regnet es noch kräftig, doch die Vorhersage im Internet prophezeit, dass um 9.30 Uhr alles vorbei ist. "Parole: Emil" heißt es bei Kästner - Ralf Schlösser gibt in einer leidenschaftlichen Ansprache im Veranstaltungsraum des Hauses, wo einige der Kinder und Jugendlichen noch einmal Textpassagen üben, eine andere Parole aus: "Mein Traum soll heute in Erfüllung gehen - das lasse ich mir nicht kaputt machen."

Also wird gewartet - und die regennasse Bühne gewischt. Dann tragen die Akteure die Requisiten, die auch schon vom Regen der vergangenen Tage in Mitleidenschaft gezogen worden sind, auf die gemietete Bühne; auch Museumsleiter Stefan Rohlfs packt an. Das Publikum wartet geduldig - es besteht bei dieser Premiere aus einer Schulklasse des Oberstufenzentrums Palmnicken, die auch schon mit Schlösser zusammengearbeitet haben, und einigen Angehörigen der jugendlichen Akteure. Für die nächsten Vorstellungen, heute und am Freitag, seien mehr Schulklassen angemeldet, sagt Schlösser.

Als die Aufführung dann um 9.30 Uhr tatsächlich beginnt, klappt fast alles reibungslos. Die Geschichte von Emil, der aus Neustadt/Dosse zu seiner Großmutter nach Berlin fährt, im Zug um 140 Mark erleichtert wird, diese aber mit Hilfe vieler neu gewonnener Freunde zurückbekommt, erheitert das Publikum. Es war auch die Moral von der Stärke des Kollektivs, die Schlösser den Kinderbuch-Klassiker wählen ließ.

Vor allem die herzerfrischende Rolle des Gustav mit seiner Hupe - gespielt von Angelina-Sophie Zippan - bietet immer wieder Stoff zum Schmunzeln und Lachen. Als die junge Detektiv-Bande einen Imbiss zu sich nimmt, rollt die Schlackwurst unvorhergesehenermaßen von der Bühne - auch damit werden die jungen Mimen locker fertig und schnappen sich die Wurst eben vom Gras vor der Bühne. "Das Improvisieren haben sie gelernt", sagt Schlösser danach zu dieser Szene. Es gibt in der etwas mehr als einstündigen Aufführung nur anderthalb minimale Texthänger - dabei müssen die Akteure ohne Souffleur auskommen. Schlösser sitzt mit dem Textbuch weit weg von der Bühne auf einem Stuhl, von dem aus er unter anderem die Musik einspielt.

Am Ende spenden die Zuschauer so viel Applaus wie sie können, die Mitwirkenden verbeugen sich auf der Bühne und umarmen einander. Christel Huhmann und ihr Lebensgefährte Wolfgang Müller aus Erkner, dessen Enkelin Anna das Bandenmitglied Mittendrei gespielt hat, loben die Aufführung: "Sehr gut", sagen sie.

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