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Fusionspläne in der Kirche

Olav Schröder / 22.07.2015, 18:50 Uhr
Bernau (MOZ) Bis 2020 sollen im gesamten Erzbistum Berlin neue Pfarreien gebildet werden. Dabei ist ein Zusammengehen der katholischen Kirchengemeinden in Bernau, Eberswalde und Berlin-Buch möglich. Im Herbst findet hierzu ein weiteres Gespräch der Gemeinden statt.

Bereits 2002 und 2004 fusionierten die katholischen Kirchengemeinden Herz Jesu in Bernau, St. Konrad in Wandlitz, St. Marien in Biesenthal und St. Joseph in Werneuchen. Damals zählten sie zusammen etwa 2100 Kirchenmitglieder. Heute sind es rund 2400 Mitglieder. Die Zunahme in der einwohnerstarken Region steht damit im deutlichen Gegensatz zum bundesweiten Trend. Bis zum Jahr 2020 sollen nun aus den derzeit 105 Kirchengemeinden des Erzbistums, das von Berlin bis an die Ostsee reicht, etwa 30 Pfarreien entstehen.

"Verwalten oder gestalten?" - so lautet für den Wandlitzer Diakon Peter Dudyka die entscheidende Frage. Er beantwortet sie, indem er darauf verweist, dass sich die Kirche nicht erst mit dieser Neuordnung auf den Wandel in der Gesellschaft, auf andere Menschen unabhängig von deren Glaubensrichtung und auf die oftmals sehr unterschiedlichen Aufgaben in ihren Gemeinden einstellen kann und muss.

Die Gemeindemitglieder in Bernau, Wandlitz, Biesenthal und Werneuchen wurden bereits nach Ostern in Veranstaltungen nach den Gottesdiensten über die mögliche Fusion informiert und nach ihrer Meinung über ein Zusammengehen mit der Pfarrgemeinde Sankt Peter&Paul in Eberswalde sowie der Kirchengemeinde Mater Dolorosa in Berlin-Buch gefragt. Ablehnungen habe es in diesen Versammlungen nicht gegeben, sagt Peter Dudyka.

In Verbindung mit den jetzt bevorstehenden Fusionen hatte Rainer Maria Woelki, noch als Berliner Erzbischof, zu einer "pastoralen Neuausrichtung" aufgerufen. Ein solches Netzwerk als "Pastoralen Raum" mit einem Pfarrer an der Spitze könnten die drei Gemeinden aus dem Barnim und Berlin bilden, wenn sie im Herbst zusammenfinden. Zu der neuen großen Pfarrgemeinde würde ein Pastorenteam unter anderem mit Pfarrvikaren, Pfarrern in Ruhestand und Diakonen, kirchliche Mitarbeiter, ein Kirchenvorstand, ein Pfarrgemeinderat und Ortsausschüsse gehören. An den kirchlichen Dienstleistungen, dem spirituellen Angebot und der Nutzungsmöglichkeit von Kirchenräumen würde sich nichts ändern, sagt Peter Dudyka. Das gelte insbesondere auch für die Gottesdienste in den einzelnen Orten, deren regelmäßiger Besuch für viele Katholiken unverzichtbar ist. Möglich ist dies, da aufgrund der Vielfalt der Gottesdienste nicht in jedem Fall die Anwesenheit eines Priesters zwingend erforderlich sei.

Die traditionellen Gemeindenamen, zum Beispiel St. Joseph, werden in der neuen Pfarrgemeinde wieder gelten. Um die Integration aller zu wahren, wird als wichtig angesehen, dass alle Gemeinden in den neuen Gremien vertreten sind. Jede Gemeinde verfügt über ein Budget. Wichtig sei der Finanzierungsgrundsatz, dass jede Gemeinde ihre Ausgaben durch eigene Einnahmen decken kann.

Wenn die Findungsphase im Herbst abgeschlossen ist, bleibt bis 2020 Zeit zur Bildung der neuen Pfarrei. In dieser Zeit wird ein gemeinsames Konzept erarbeitet, wobei die einzelnen Gemeinden ihre Schwerpunkte selbst bestimmen. Für Wandlitz, sagt Peter Dudyka, könnte dies unter anderem bedeuten, an den Angeboten für Familien und Kinder festzuhalten und sich um die Menschen im Flüchtlingswohnheim zu kümmern. "Nicht jeder muss alles tun", sagt der Diakon, jede Gemeinde wisse selbst am besten, welche Aufgaben in ihrem Bereich zu erfüllen sind. So könne der Blick überall auch auf Menschen gerichtet werden, die am Rande oder außerhalb der Kirche stehen.

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