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Segelflug-Mercedes zum Testen

Zurechtgerückt: Teilnehmer des Sommerlehrgangs beim Flieger-Club Strausberg schieben an der Startbahn der Segelflieger eine Maschine aus dem Startbereich, die vorerst nicht benutzt wird.
Zurechtgerückt: Teilnehmer des Sommerlehrgangs beim Flieger-Club Strausberg schieben an der Startbahn der Segelflieger eine Maschine aus dem Startbereich, die vorerst nicht benutzt wird. © Foto: MOZ Gerd Markert
Uwe Spranger / 23.07.2015, 18:44 Uhr
Strausberg (MOZ) Bei den Segelfliegern vom Flieger-Club Strausberg läuft derzeit der erste Sommerlehrgang. Rund ein Dutzend Vereinsmitglieder und Gäste gingen am Donnerstag von der Grasbahn aus in die Luft. Im August folgt noch ein zweiter Durchgang.

"Delta 72 abflugbereit", meldet Martin Schmidt per Funk dem Startleiter Thomas Griebe. Der gibt an Niklas Winter an der Winde weiter: "ASK 21 am Südseil startbereit. Seil straff." Augenblicke später ruckt das Segelflugzeug an, beschleunigt rasch und hebt nach wenigen Sekunden ab.

Während Griebe mit dem einzigen Fluglehrer an diesem Vormittag Jörg Bradschetl in der Luft seine Runden dreht, wird der nächste Segler in Position gebracht, eine Duo Discus. Den Zweisitzer hat Klaus Deyerling von seinem bayerischen Heimatverein aus Weiden in der Oberpfalz mitgebracht. Der 66-Jährige, der seit vier Jahren Brandenburger ist und in der Nähe vom Stechlinsee lebt, ist seit Kurzem auch Mitglied beim Flieger-Club Strausberg. "Es gibt beste Voraussetzungen hier", bescheinigt der Senior, der schon seit dem 14. Lebensjahr fliegt. Er zählt neben der Vereinsstruktur die Leute und die Ausstattung auf.

Die will der Club voraussichtlich noch verbessern. Man habe sich entschieden, eine K7 abzugeben, die eine Grundüberholung nötig gehabt hätte, erklärt Jörg Bradschetl, der im Vorstand für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Nun könne man für zwei Wochen das bessere Modell testen. Das ist zwar schwerer als beispielsweise die vom Club genutzte ASK 21, gleitet aber durch größere Spannweite und anderen Flügelquerschnitt deutlich besser, sei prädestiniert für Überlandflüge. Am Mittwoch war Deyerling damit in Richtung Polen unterwegs, am Donnerstag wollte er eine Runde um Berlin versuchen. Das Handy nutzt er dabei als Navigationshilfe: Auch dafür gibt es inzwischen eine App.

Laut Bradschetl werden die Strausberger nach dem Test entscheiden, ob sie sich eine Duo Discus zulegen. Das Modell beschreibt er auch als Mercedes der Fluggeräte, während die derzeitigen im Vereinsbesitz eher Passat-Klasse hätten. "Schönes Teil", bekräftigt er.

Neu in der Runde der insgesamt gut 20 Teilnehmer im Sommerlehrgang ist Werner Schulz. Der 64-Jährige war beim Flugplatzfest durch eine Ausstellung von Flugzeugen auf den Verein aufmerksam geworden. "Ich bin früher mal bei Gießen mit einer K7 geflogen, habe immer mal nach Flugzeugen geschaut", erzählt der Berliner, der sich spontan zu einer Gastmitgliedschaft für den Lehrgang entschlossen hat. "Vielleicht steige ich ja als Ruheständler wieder ein", überlegt der Vertriebsmitarbeiter.

Für Dominik Splisteser ist das Segelfliegen hingegen das Tor zum künftigen Beruf. Der 14-Jährige will Pilot bei der Lufthansa werden. Der Berliner ist schon eine ganze Weile Mitglied, weil auch sein Vater hier fliegt. Im Juni hat er nun mit der Ausbildung angefangen, will spätestens im nächsten Sommer allein steuern. Bevor er allerdings in den Segler steigen kann, um mit Lehrer Start, Platzrunde und Landung zu üben, muss er als Helfer ran. Er kriecht unter die ASK 21 und hakt das Startseil ein.

Für den zweiten Sommerlehrgang vom 10. bis 21. August gebe es zwar schon Anmeldungen zu Schnupperkursen und Gastflügen, weitere Interessierte könnten sich aber noch melden. "Im vorigen Jahr ist auch einer der Gäste bei uns hängen geblieben", so Bradschetl.

Kontakt: E-Mail info@fliegerclub-strausberg.de oder Telefon 03341 22892 (am besten kurz vor oder nach dem Briefing um 9 Uhr); mehr Infos: www.fliegerclub-strausberg.de

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