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58 Liter frisches Blut aus Seelow

Dank an die Akteure: Cordula Töpfer (Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbandes), Ines Rein vom Blutspendedienst, Burkhard Scherzer, Schwester Bärbel, Edmund Schulz und Bürgermeister Jörg Schröder (v.l.) freuen sich über den erneut großen Zulauf bei der Blu
Dank an die Akteure: Cordula Töpfer (Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbandes), Ines Rein vom Blutspendedienst, Burkhard Scherzer, Schwester Bärbel, Edmund Schulz und Bürgermeister Jörg Schröder (v.l.) freuen sich über den erneut großen Zulauf bei der Blu © Foto: MOZ/Doris Steinkraus
Doris Steinkraus / 23.07.2015, 19:22 Uhr
Seelow (MOZ) Seit 1999 organisiert der Förderverein der Seelower Feuerwehr regelmäßig Blutspendetermine. Am Mittwoch gabs den 100. Der heimliche Wunsch der Organisatoren, 100 Spender ins Gerätehaus zu locken, ging auf.

"In Seelow wird am meisten gespendet", lobt Ines Rein vom Blutspendedienst, die eigens zum Jubiläum gekommen ist. 60 bis 80 Blutkonserven könnten die Mitarbeiter jedes Mal mitnehmen. Ob es an diesem schwülen heißen Nachmittag auch so viele werden? Es ist Urlaubszeit und zudem haben viele mit Kreislaufproblemen zu kämpfen.

Solche Sorgen sind völlig unbegründet. Bis spät abends reißt der Strom nicht ab. Elmer Zweifel aus Gusow ist der Erste, der sich 500 ml des Lebenssaftes abzapfen lässt. Der 56-Jährige arbeitet als Laborfahrer, transportiert oft auch Blut, weiß, wie dringend es überall benötigt wird.

Burkhard Stolz hat schon die 92. Blutspende in seiner Kartei. "Zu DDR-Zeiten gabs ja sogar etwas Geld dafür. Aber deshalb macht man das nicht", sagt der Seelower. Es sei einfach ein gutes Gefühl, weil man so anderen helfen kann. Ein Motiv, das alle, die wir an diesem Nachmittag befragen, nennen. Das ist so stark, dass sich die Spender selbst von der langen Wartezeit nicht abschrecken lassen. Zeitweise stehen sie die Treppe hinunter. Das Prozedere ist immer das gleiche: Zunächst heißt es anmelden und den Hämoglobinwert als ein Kriterium zur Spendefähigkeit messen zu lassen. Gordon Gürtler und Ronny Enders kommen kaum hinterher. Sie übergeben einen Fragebogen, registrieren Daten für die spätere Versendung eines Blutspendeausweises, verteilen Urkunden, wenn Spender besondere Jubiläen erreicht haben.

Wer den Fragebogen ausgefüllt hat, nimmt im Zimmer der beiden Ärztinnen Dr. Elisabeth Kutz und Karin Kratzsch Platz. Sie messen den Blutdruck, fragen noch einige Daten ab und übergeben die Zettel mit den vielen Klebe-Etiketten, die im Spenderaum benötigt werden. Jede Blutspende wird im Institut untersucht. Die Schwestern füllen mehrere Röhrchen, ehe dann der rote Lebenssaft in den sterilen Beutel fließt. Vier Schwestern übernehmen es, die Nadel versiert im Arm des Spenders zu platzieren. Schwester Bärbel, Petra, Verena-Anett und Katja verstehen ihr Handwerk, kennen schon viele der Spender. "Wir kommen gern nach Seelow", sagt Schwester Bärbel. Die Atmosphäre sei familiär, es herrsche immer gute Stimmung. Dass sie an diesem Tag mehr als eine Stunde ranhängen müssen, stört sie nicht. Jede Spende wird gebraucht, gerade im Sommer, unterstreicht Ines Rein. Sie dankt dem Feuerwehrverein um seinen Vorsitzenden Edmund Schulz sowie Burkhard Scherzer. Sie seien über Jahre zuverlässige Partner, würden alles vorbereiten. "Wir können das nicht hoch genug würdigen", sagt Ines Rein. Für den Jubiläumstermin hat der Verein sogar selbst eine Überraschung kreiert. Jeder Spender erhält einen Jute-Beutel mit dem besonderen Datum. Vom DRK-Blutspendedienst gibts eine Sportuhr.

Bürgermeister Jörg Schröder ist stolz auf seine Mannen, die all das ehrenamtlich leisten. Darauf dürfe man auch einmal anstoßen, sagt er und überreicht Weinpräsente.

Die Riesen-Sektflasche, die Ines Rein den Feuerwehrleuten mitgebracht hat, wäre am Ende des langen Tages eigentlich fällig gewesen. 130 Spendenwillige waren gekommen, 13 durften aber wegen ihrer Werte nicht. Mit 117 Spenden - das sind insgesamt 58,5 Liter Blut - haben die Seelower einen neuen Sommer-Rekord erreicht. Darauf wird an diesem Abend - um 20.30 Uhr ist der letzte Spender von der Liege - aber erst mal mit Wasser angestoßen. Auch Nicki Bittelmann, Claudia Bonack und Martin Vorwerk, die in der Küche für den Imbiss sorgten, sind geschafft. Ein rundum guter Tag.

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