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Energetische Unabhängigkeit fest im Blick

Licht ins Dunkel: Schönwalde soll weiterhin eine Bioenergiegemeinde werden.
Licht ins Dunkel: Schönwalde soll weiterhin eine Bioenergiegemeinde werden. © Foto: MZV/Lindl
S. Schulz / T. Lindl / 27.07.2015, 18:30 Uhr
Schönwalde-Glien (MZV) Eine Bioenergiegemeinde soll Schönwalde werden - so hat es die Gemeindevertretung bereits im Jahr 2011 beschlossen. Vor dem Hintergrund der "Energiestrategie 2030" des Landes Brandenburg und auf der Grundlage des Energiepolitischen Leitbilds der Gemeinde ist jetzt ein Konzept entstanden, das auf fast 200 Seiten unter anderem die Analyse der Ausgangslage, Potenzialbetrachtungen und einen entsprechenden Maßnahmenkatalog umfasst.

Vier Jahre lang dauerte die Vorbereitung. Schon der Antrag auf Fördermittel hatte bis zu seiner Bewilligung rund anderthalb Jahre in Anspruch genommen. Danach begann die Arbeit der "seecon Ingenieure GmbH", die bereits in der Vergangenheit als akkreditierte Berater unter anderem die Städte Jena und Leipzig erfolgreich bei der Teilnahme am European Energy Award begleitet hatten.

Kernstück des Endberichts, der am Donnerstag von den Gemeindevertretern beschlossen wurde, stellt die Untersuchung von Chancen und Möglichkeiten erneuerbarer Energien wie Photovoltaik, Solar- und Windenergie oder Biomasse dar. Die Brikettierung von Rasenschnitt etwa wäre für eine Gemeinde wie Schönwalde-Glien durchaus wirtschaftlich darstellbar. Der anfallende Rasenschnitt müsste auf einem geeigneten Platz gesammelt, getrocknet und anschließend zu lagerfähigen Briketts verarbeitet werden. Bei Errichtung eines Blockheizkraftwerks beispielsweise könnte für die Trocknung sogar ein Teil dessen thermischer Energie genutzt werden. Der in der Gemeinde anfallende Grünschnitt stünde als Energierohstoff dann den kommunalen Gebäuden zur Verbrennung zur Verfügung. Alternativ könnten die Briketts zum Verkauf angeboten werden. Neben der rein wirtschaftlichen Betrachtung ermöglicht ein solches Projekt lokale Wertschöpfung, das Schließen von stofflichen Kreisläufen und ein Stück energetische Unabhängigkeit. Bei diesen Überlegungen darf auch das hohe Aufkommen von Pferdemist in der Gemeinde und dessen mögliche Verwertung nicht vernachlässigt werden.

Essentieller Bestandteil des Energiekonzepts ist das "Energiepolitische Leitbild der Gemeinde Schönwalde-Glien 2030", in dem Grundsätze und Ziele der kommunalen Energiepolitik definiert werden. So soll etwa die Stromversorgung perspektivisch zu 100 Prozent, die Wärmeversorgung immerhin zu mindestens 75 Prozent auf Basis von möglichst lokal verfügbaren erneuerbaren Energien sichergestellt werden und darüber hinaus eine Reduzierung des Energieverbrauchs erfolgen. Die Beteiligung der Öffentlichkeit ist dabei unverzichtbar, weil die Information und die Einbeziehung der Bürger dazu beitragen kann, dass Privatpersonen, Schulen, Gewerbetreibende oder Vereine sich bewusster mit möglichen Klimafolgen ihres Handelns auseinandersetzen und langfristig zur Minimierung des Kohlendioxid-Ausstoßes in der Gemeinde beitragen. Immerhin sollen bis zum Jahr 2030 mindestens 80 Prozent der im Energiekonzept vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt sein, und dazu wird die Unterstützung einer aktiven Bürgerschaft wohl wichtige Voraussetzung sein.

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