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In den Sommerferien saniert der Kreis seine Bildungseinrichtungen und gibt dafür fast 700 000 Euro aus

Mit dem Brecheisen zur Schule

Herr über Licht und Dunkelheit: Elektriker Tommy Zippel macht es Spaß, Schulen zu renovieren, besonders, wenn es die eigene ehemalige ist.
Herr über Licht und Dunkelheit: Elektriker Tommy Zippel macht es Spaß, Schulen zu renovieren, besonders, wenn es die eigene ehemalige ist. © Foto: Sören Tetzlaff
Anna Fastabend / 29.07.2015, 20:45 Uhr
Eberswalde (MOZ) Auf Kinderlärm folgt wie jedes Jahr Baulärm. Wenn die Schüler sich in die Sommerferien verabschieden, betreten Handwerker die Schulen des Landkreises. Der Barnim hat für die Sanierung seiner Gebäude in den vergangenen 15 Jahren weit über 100 Millionen Euro ausgegeben und Elektriker Tommy Zippel einen Traum erfüllt.

Gerade gibt es ein bisschen Leerlauf für Tommy Zippel, der als einer von zwölf Handwerkern seinen Sommer in der Märkischen Schule im Brandenburgischen Viertel verbringt. Also beschriftet er Steckdosen mit den Nummern der dazugehörigen Sicherungen. Eigentlich würde er aber viel lieber endlich die Deckenlampen fertig montieren und an den nigelnagelneuen Stromkreis der Förderschule anschließen. Doch einige von ihnen müssen noch mit Dimmern nachgerüstet werden. Und auch an den Fußleisten-Kanälen stockt die Arbeit. "Die verschiedenen Gewerke arbeiten hier Hand in Hand und ich muss jetzt warten bis die Böden gemacht sind", sagt er.

Die Märkische Schule ist die erste Bildungseinrichtung in der die Bauarbeiten losgegangen sind. Der erste Teil des Gebäudes wurde bereits im vergangenen Jahr saniert, nun ist der zweite dran. Der Kreis investiert 75 000 Euro in die neue Elektroanlage, zu der allerhand technische Raffinessen gehören: So passt sich die Deckenbeleuchtung automatisch den Lichtverhältnissen draußen an und ist dimmbar. Außerdem wurden in den Klassenräumen interaktive Tafeln montiert, die per Touchscreen gesteuert werden können und über einen Internetzugang verfügen. Auch die Steckdosen wurden technisch nachgerüstet. Ein verbauter Schutzschalter bewahrt Schüler vor Stromschlägen. Da die alte Installation ein Relikt aus DDR-Zeiten war, sei die Modernisierung der Elektrik höchste Zeit gewesen, betont der für den Umbau zuständige Sachbearbeiter Sven Krenzien. In die Renovierung des Bodens, der mit gelbem Linoleum ausgelegt wird, und der Wände fließen weitere 55 000 Euro.

Insgesamt gibt der Barnim fast 700 000 Euro für Bauarbeiten an seinen Schulen aus. Größere Sanierungsarbeiten finden ab Anfang August auch am Schulstandort Finow statt. Hier werden unter anderem weitere Vordächer angebracht und ein Stuhllager für die Bestuhlung der Aula gebaut. Die Karl-Sellheim-Schule bekommt eine neue Außentreppe.

An dem Ausbau in der Märkischen Schule beteiligen sich ausschließlich regionale Handwerksbetriebe und das Planungsbüro hat seinen Sitz in Eberswalde.

Für Elektriker Zippel ist es nicht die erste Schule, die er mit renoviert. Sein schönstes Erlebnis war, am Umbau seiner alten Schule, der EXIN Oberschule Zehdenick, beteiligt gewesen zu sein, erzählt er. "Mensch Tommy, was machst Du denn hier?", hätten ihn die alten Lehrer gefragt. Und er habe mit dem Brecheisen in der Hand gesagt: "Ich reiße die Schule ab." Natürlich habe das nur halb gestimmt. Mit dem Brecheisen hat er bloß die alte Cafeteria-Einrichtung zerdeppert.

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