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Ausstellung der ASA-Gruppe im Dok-Zentrum eröffnet / Weitere Schauen im Rahmen von "Ansichtssachen"

Eine Sicht von außen

In Farbe oder Schwarz-Weiß: Jeder der vier ausstellenden Künstler hat für sich selbst entschieden, wie er sich Eisenhüttenstadt nähern will. Zur Eröffnung von "Heimat. LOS. Eisenhüttenstadt" im Dok-Zentrum gibt es daher unter den Besuchern zustimmende und
In Farbe oder Schwarz-Weiß: Jeder der vier ausstellenden Künstler hat für sich selbst entschieden, wie er sich Eisenhüttenstadt nähern will. Zur Eröffnung von "Heimat. LOS. Eisenhüttenstadt" im Dok-Zentrum gibt es daher unter den Besuchern zustimmende und © Foto: MOZ
Caroline Reul / 02.08.2015, 22:07 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) "Heimat. LOS. Eisenhüttenstadt" zeigt die Sicht vierer Fotografen auf die Stadt, die sonst nichts mit ihr zu tun haben. Seit Sonnabend sind die Bilder der ASA-Gruppe im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR zu sehen.

Welche Wirkung hat Eisenhüttenstadt auf einen Menschen, der die Stadt bisher nur als Punkt auf der Landkarte kannte? Welchen Zugang kann er zu ihr und ihren Menschen finden? An die Beantwortung dieser Fragen machten sich vier freischaffende Fotografen, die sich einst zur ASA-Gruppe für Fotografie zusammengefunden haben: Frank Höhler aus Dresden, Jürgen Matschie aus Bautzen, Thomas Kläber aus Kolkwitz und und Georg Krause aus Berlin.

"Wir waren auf der Suche nach einem Ort, mit dem keiner von uns beruflich zu tun hatte", erklärt Jürgen Matschie, wie es die Männer ausgerechnet hierher verschlagen hat. Drei Jahre lang kamen die Künstler unabhängig voneinander immer wieder in die Stadt und entdeckten sie für sich, jeder auf seine eigene Weise.

Die Ergebnisse dieser Entdeckungsreisen präsentieren sie nun seit Sonnabend in der Ausstellung "Heimat. LOS. Eisenhüttenstadt" im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR. "Ich war anfangs wirklich skeptisch", gibt Museumsleiter Hartmut Preuß zu. Ein großer Katalog mit den Zwischenergebnissen, den die ASA-Gruppe ihm im vergangenen Jahre präsentiert hatte, erschien ihm teils zu negativ, teils zu konstruiert, sagt er. "Wir sind dann aber ins Gespräch gekommen und ich konnte meine Bedenken äußern", ergänzt er. Mit dem Ergebnis jetzt ist er zufrieden. Besonders hebt er hervor, dass sich die Ausstellung im Dok-Zentrum, die im Rahmen der Reihe "Ansichtssachen" gezeigt wird, sehr unterscheidet von den Bildern der "Laien" des Fotozirkels EKO, die seit Freitag im Städtischen Museum gezeigt werden. "Dort sind die, die hier leben und eher noch das Positive besonders herausstellen oder konstruieren, zu finden", sagt er. Abgerundet wurde die Reihe mit der Eröffnung einer Ausstellung von Martin Maleschka am Sonntag in der Straße der Republik.

Und auch wenn die Fotografien im Dok-Zentrum von vier Menschen stammen, die Eisenhüttenstadt nicht kennen, finden die Bewohner in dem Gezeigten ihre Stadt wieder. "Anfangs haben wir gedacht, Georg Krause, der die Stadt recht melancholisch sieht, widerlegt sich selbst", sagt Ruth Härtel und denkt dabei an Bilder von fröhlichen Kindern. "Dann aber haben wir die restlosen Fotografien gesehen und wussten, was er meint", ergänzt sie. Der Meinung des Künstlers dass die Stadt in Melancholie versinkt, sind sie und Ehemann Herbert, die seit 1956 hier leben, aber nicht. Statt alte Menschen könnte man mehr spielende Kinder ins Bild holen, findet das Ehepaar.

Bürgermeisterin Dagmar Püschel, die selbst als Gesicht der Stadt in der Ausstellung zu sehen ist, mag deren Vielfalt. "Eisenhüttenstadt hat viel Facetten und die Fotografien zeigen diese", findet sie. Wie die Menschen auf die Bilder reagieren, das ist aus Sicht von Jürgen Matschie nicht das Entscheidende. "Hauptsache, sie tun es", findet er. "Letztendlich ist Eisenhüttenstadt nur eine Folie, auf die wir unsere Gefühle transportiert haben. Wir geben etwas von uns Preis, der Rest liegt nicht in unserer Hand."

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