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Voller Einsatz an Pumpe und Schlauch

Ran an die Technik: Das Frauenteam aus Neutrebbin beim Start zum Wettbewerb mit eigener Pumpe. Da die den Dienst verweigerte, mussten sich die Feuerwehrsportlerinnen des Jahres 2014 den Kontrahenten geschlagen geben. Die erste Konkurrenz hatten sie gewonn
Ran an die Technik: Das Frauenteam aus Neutrebbin beim Start zum Wettbewerb mit eigener Pumpe. Da die den Dienst verweigerte, mussten sich die Feuerwehrsportlerinnen des Jahres 2014 den Kontrahenten geschlagen geben. Die erste Konkurrenz hatten sie gewonn © Foto: Uwe Spranger
Uwe Spranger / 03.08.2015, 04:30 Uhr - Aktualisiert 09.02.2016, 11:59
Ihlow (MOZ) Für die siebente Auflage des Ihlower Ackerpokals 2016 müssen neue Trophäen her. Beim diesjährigen Wettkampf gewannen Neutrebbin bei den Frauen und Wilmersdorf-Stöberitz bei den Männern zum dritten Mal und können so den Pokal behalten. Beide Teams schafften zudem neue Bestzeiten.

"Es ist eine ganz gute Quote", zeigte sich Sebastian Wiese von der Ihlower Feuerwehr zufrieden mit der Teilnehmerzahl. Drei Mannschaften bei den Frauen und 17 bei den Männern traten zur sechsten Auflage des Ackerpokals samt vorletzten Wertungslauf des Brandenburger Vier-Bahnen-Pokals an. Nur ein Ort hatte abgesagt. "Das gibt es immer. Meist sind es die, die sich zuerst anmelden", berichtete der Vizechef der gastgebenden Truppe, der sich speziell um den Feuerwehrsport kümmert.

6. Ackerpokal der Feuerwehren in Ihlow mit Frauen- und Männerteams
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Er war denn auch ziemlich sauer nach dem ersten Wettbewerb, dass für sein Team nur ein zweistelliger Platz herausgesprungen war. Ein Kuppelfehler beim "Löschangriff nass" machte ein besseres Resultat zunichte. "Da brauchst du gar nicht deinen Helm wegschmeißen", machte er seinem Ärger über den Kollegen Luft, dem das Missgeschick passiert war.

Bessere Stimmung herrschte bei den Männern aus Wilmersdorf-Stöberitz (Dahme-Spreewald). Sie lagen schon nach dem ersten Versuch in Front. "Sieht gut aus", bemerkte Tobias Pückler und hängte die Latte für den zweiten noch etwas höher: "Jetzt wollen wir mal unter 22 Sekunden versuchen." Das gelang dann auch wirklich, und da die Männer im letzten Lauf angetreten waren, konnte ihnen die Bestzeit auch keiner mehr streitig machen. Die 21,59 Sekunden bedeuteten zudem einen neuen Rekord auf dem "Acker".

Die Golzower hingegen waren sich bewusst, dass sie an der Spitze kein Wörtchen mitreden werden. "Wir sind die Sieger der Herzen", scherzten sie schon vor dem Start und waren über Rang 13 am Ende nicht wirklich traurig. Beste Mannschaft aus Märkisch-Oderland waren letztlich die Groß Neuendorfer auf Platz vier. Libbenichen, Genschmar und Zechin landeten wie Ihlow im zweistelligen Bereich. "Machen auch nicht mehr viele aus dem Kreis mit", konstatierte Sebastian Wiese.

Dafür gab es bei den Frauen eine neue Mannschaft. Weil sich dafür Feuerwehrsportlerinnen aus Buckow, Grunow, Herzhorn, Ihlow, Klosterdorf und Reichenow zusammengefunden haben, haben sie sich den Namen Märkische Findlinge gegeben. Und jede hatte auch einen kleinen Findling am Gürtel. Als Glücksbringer. "Wenn die Männer gerannt sind, haben die Frauen immer zugeguckt", erklärt Thomas Berg aus Klosterdorf, dessen Schwester mitmacht. Die Ihlower seien federführend gewesen, erzählte er. Jede einzelne Feuerwehr habe halt nur ein bis zwei Sportfrauen, da sei das gemeinsame Team eine gute Lösung, begründete Sebastian Wiese. Außerdem könnten die Findlinge das auch, sogar besser als im ersten Lauf mit gut 42 Sekunden. Im zweiten Versuch waren es dann fünf weniger.

Den Sieg holten sich erwartungsgemäß die Favoritinnen aus Neutrebbin, die den Pokal schon zweimal gewonnen hatten und ihn nun endgültig in ihren Besitz brachten. Dafür gingen die Feuerwehrsportlerinnen des Jahres 2014 in Deutschland beim zweiten Wettbewerb mit eigener Technik leer aus. "Es ist schwer für uns Mädels, die Pumpe anzureißen", hatte Maren Adam noch vor dem Start erklärt und deshalb die angepeilte Zeit unter 30 Sekunden als nicht ganz einfach eingestuft. Tatsächlich sprang die Pumpe dann nicht an. Aber auch mehrere Männer mühten sich hinterher eine Weile, ehe sie wieder in Gang kam.

Der Sieg mit dem Gerät aus DDR-Produktion, das nach eigenem Gusto getunt werden darf, ging an die Frauen aus Bad Freienwalde. Die waren Neutrebbin schon im ersten Wettbewerb dicht auf den Fersen. Für die Findlinge blieb hier Platz zwei. "Nach der kurzen Vorbereitungszeit war das in Ordnung", befand Christel Puhlmann. Schließlich werde erst seit April gemeinsam trainiert.

Mit der eigenen Technik kamen die Märkisch-Oderländer Männer besser zurecht, denn hier schaffte Groß Neuendorf Platz zwei, Genschmar Rang vier und der Gastgeber Platz sechs.

Hauptkampfrichter Egon Schneider bescheinigte ohnehin allen Teilnehmern, dass sie mit vollem Einsatz bei der Sache seien. "Sie wollen alle, sind aus Überzeugung dabei", konstatierte er - nicht wie mancheTruppe bei einem Amtspokal. Der Mann aus Neuendorf bei Teupitz (Dahme-Spreewald)kennt sich aus: Er ist bei rund 30 derartigen Veranstaltungen im Jahr dabei. Mit seiner Frau, die die Zeitnahme steuert. Auswärtige Kampfrichter gäben dem Wettkampf noch eine höherwertige Note, erklärte Sebastian Wiese. Er hat übrigens alle Läufe filmen lassen. So könne man sich noch kleine Tricks abgucken.

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