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Gesundheitsamt überprüft die Wasserqualität der Seen / Im Barnim sind alle 37 Badeplätze freigegeben

Badespaß bleibt ungetrübt

Erster Blick: Gesundheitsaufseherin Cornelia Pezenburg überprüft das Wasser des Mechesees in Lobetal auf Trübstoffe. Es sieht klar aus.
Erster Blick: Gesundheitsaufseherin Cornelia Pezenburg überprüft das Wasser des Mechesees in Lobetal auf Trübstoffe. Es sieht klar aus. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Anna Fastabend / 05.08.2015, 03:45 Uhr - Aktualisiert 05.08.2015, 22:39
Lobetal (MOZ) Die Badesaison ist in vollem Gange. Da muss das Gesundheitsamt natürlich überprüfen, ob die Wasserqualität ausreichend ist. Zu diesem Zweck ist Cornelia Pezenburg regelmäßig unterwegs und entnimmt an den 37 ausgewiesenen Badestellen des Kreises Wasserproben. So auch vom Mechesee in Lobetal.

Wenn die Mitarbeiterin des Gesundheitsamts in ihrem Zauberkoffer kramt und allerhand wunderliche Gerätschaften ans Tageslicht befördert, kann sie sich eines großen Publikums sicher sein. Dienstagvormittag am Mechesee befindet sich unter den Interessierten auch Rentner Lothar Myliß. Er kennt den malerisch gelegenen See seit 50 Jahren und möchte wissen, ob er auch heute sorglos in das erfrischende Nass springen kann.

Zunächst macht sich die Gesundheitsaufseherin ein Bild von dem Gewässer. Ein Blau- oder Grünalgen-Befall sei mit dem bloßen Auge zu erkennen, erklärt sie. Bevor Cornelia Pezenburg ins Wasser steigt, zieht sie ihre Wathose an, eine Gummihose, die ihr bis über die Brust reicht und mit Hosenträgern befestigt ist. Dann desinfiziert sie sich die Hände, watet bis einen Meter Tiefe in den See und taucht einen Behälter, der 250 Milliliter Flüssigkeit fasst, 30 Zentimeter tief ins Wasser. Die Probe wird später an ein Labor geschickt, das diese auf Darmbakterien überprüft. Nach zwei Tagen erhält das Gesundheitsamt dann das Ergebnis. Dass das Wasser im Behälter klar ist, sei aber schon mal ein gutes Zeichen, so Pezenburg.

Eine bakterielle Verunreinigung kann durch überproportional viele Badegäste, aber auch durch Tierkot geschehen. "So kann eine Ansammlung von Wasservögel einen See verunreinigen", zählt Pezenburg auf. Aber auch natürlicher Dünger, wie Kuhmist, der bei starkem Regen von den Feldern gespült wird, könne das Wasser in ein mikrobiologisches Ungleichgewicht bringen.

Die Brandenburger Seen, und damit die im Barnim, würden jedoch seit vielen Jahren eine ausgezeichnete Wasserqualität aufweisen, erklärt Cornelia Pezenburg. "Dies war zu DDR-Zeiten allerdings noch anders", erinnert sie sich. Neben der Verunreinigung durch die landwirtschaftlichen Betriebe habe es auch immer wieder Häuser gegeben, die nicht an die zentrale Wasserversorgung angeschlossen waren, so die Gesundheitsaufseherin weiter. Damals habe es somit zwei bis drei Problemgewässer im Barnim gegeben. "Die letzte Schließung im Kreis ist aber schon zehn Jahre her."

Während der Badesaison, die vom 15. Mai bis zum 15. September ist, überprüft Cornelia Pezenburg aber nicht nur die 19 Badestellen im Barnim, die aufgrund ihrer vorhandenen Infrastruktur wie einem gastronomischen Angebot oder Parkplätzen offiziell ausgewiesen sind. Darüber hinaus besucht sie auch Seen, an denen seit jeher viele Barnimer zum Baden fahren. Für die Kontrolle ist die Gesundheitsaufseherin im Monat vier Tage unterwegs.

Nach der Entnahme der Wasserprobe bestimmt sie die Temperatur: Der Mechesee hat am Dienstagvormittag 22,5 Grad Celsius. Anschließend nimmt sie den pH-Wert, der mit 8,19 absolut im Rahmen liegt, so Pezenburg. Um die Sichttiefe zu ermitteln, lässt sie eine Scheibe ins Wasser hinabgleiten. "Ich sehe sie am Seegrund", sagt sie zufrieden. Die Messung sei wichtig, um Rettungsschwimmern bei einem Notfall eine ausreichende Sicht zu gewährleisten, erklärt die Kreisangestellte.

Auch wenn sie selbst nicht gern schwimmt, liebt Cornelia Pezenburg ihre Arbeit. "Ich bin an der frischen Luft und komme mit vielen Menschen ins Gespräch." Und an diese möchte sie gleich noch etwas loswerden: "Ich würde mich freuen, wenn sie nach dem Baden ihren Müll wieder mitnehmen." Und Reiter sowie Hundebesitzer möchte sie bitten, die Badestellen den Badegästen zu überlassen. Ausreiten könne man nach dem Badebetrieb, so Pezenburg. Und für Hunde gebe es am Obersee (Lanke) extra einen Hundebadeplatz." Ohne Störungen wie diese können Leute wie der 78-jährige Lothar Myliß weiterhin in Ruhe ihre täglichen Runden durch den See ziehen.

Aktuelle Hinweise zu den 19 offiziellen Badestellen im Internet unter www.lugv.brandenburg.de.

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