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Bier-Abitur bald auch auf Englisch

Anna Fastabend / 06.08.2015, 21:55 Uhr - Aktualisiert 09.02.2016, 10:54
Eberswalde (MOZ) Beim Welttag des Bieres sind Deutsche vorn mit dabei. Der Gerstensaft ist ihr beliebtestes alkoholisches Getränk. 2014 haben sie pro Kopf durchschnittlich 107 Liter getrunken und liegen beim Bierverbrauch international auf Platz zwei. Wer Praxis mit Theorie verbinden will, macht in der Alten Brauerei sein Bier-Abitur - bald auch auf Englisch.

Die Idee ein Bier-Abitur anzubieten, ist keine neue Erfindung, erklärt Brigitte Schulz, Seniorchefin der Alten Brauerei in der Eisenbahnstraße 29. "Bereits unser Vorgänger hat es angeboten. Wir haben es nach unserem Geschmack abgewandelt." Familie Schulz betreibt die Gaststätte nun seit Februar 2014 - und das Bier-Abitur ist auch bei ihr der Renner.

Neu ist aber, dass es die feuchtfröhliche Prüfung bald auch auf anderen Sprachen gibt: "Wir fangen mit Englisch an. Wenn es gut angenommen wird, wollen wir unsere Quizfragen auch in andere Fremdsprachen übersetzen", sagt sie. Auf die Idee gebracht wurde die Gastronomin von Eberswalder Studenten. Diese hatten sie darauf aufmerksam gemacht, dass an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung viele internationale Studierende eingeschrieben sind, die sich über neue Events freuen. "Damit ist für die jungen Leute ein bisschen mehr los in Eberswalde", so Schulz.

Das Bier-Abitur, das pro Kopf 33,33 Euro kostet, besteht aus einer praktischen und einer theoretischen Prüfung. Für die praktische werden den Teilnehmern nacheinander elf Sorten Bier vorgesetzt. Um zu bestehen, müssen sie alle mit 0,3 Litern gefüllten Gläser bis zum letzten Tropfen austrinken. Die Teilnehmer probieren sich so durch das gesamte Ausschanksortiment der Alten Brauerei. Elf Sorten vom Fass gebe es im Barnim kein zweites Mal, so Brigitte Schulz.

Neben allseits beliebten Marken wie Radeberger oder Jever schenkt die Alte Brauerei auch ausgefallene Produkte aus. Darunter das süßliche Schwarzbier der Landskron Brauerei, einer Bier produzierenden Manufaktur aus der sächsischen Stadt Görlitz. Von hierher kommen auch die Sorten, die am elften Hahn saisonal ausgeschenkt werden. Wer am Internationalen Tag des Bieres sein Bier-Abitur ablegen will, darf ein Kellerbier kosten. Laut Hersteller ist es ein untergäriges Vollbier mit einem Alkoholgehalt von 5,2 Prozent, das süffig und würzig schmecken soll.

Zusammen mit dem Bier bringt das stilecht mit Magister-Kappe und Brille auf der Nase kostümierte Servicepersonal auch die Quiz-Karten an den Tisch. Hiermit können die angehenden Bier-Abiturienten ihr theoretisches Wissen rund um den Gerstensaft testen. So müssen in Aufgabe zwei beispielsweise die allgemeinen Zutaten im Bier benannt werden. Dass dies aus Wasser, Hopfen, Malz und Hefe besteht, dürfte - zumal zu Beginn des Bier-Marathons - noch leicht zu beantworten sein.

Die ehemalige Brauerei und die angeschlossene Gaststätte können auf eine lange Tradition zurückblicken. Das Unternehmen wurde unter dem Namen "Baierische Dampf-Bierbrauerei Jagdschlösschen" im Jahr 1868 gegründet, das Restaurant öffnete rund zehn Jahre später seine Pforten. In ihren besten Tagen stellte die Brauerei pro Jahr zirka 7,5 Millionen Liter her. Ab Mitte der 1990er-Jahre blieben die Braukessel leer. Das Gasthaus aber darf mit Familie Schulz noch auf eine lange Zukunft hoffen: Juniorchefin Sandy Schulz nimmt in ein paar Jahren den Zapfhahn ganz in die Hand.

In der Alten Brauerei gibt es neben allerhand Bierspezialitäten auch Gerichte, die mit dem Gerstensaft hergestellt werden: Gulasch mit Schwarzbier-Sauce oder Berliner-Weiße-Creme. Gehaltvolle Speisen, die vielleicht genau das Richtige sind nach elf Gläsern vom Bier-Abitur. "Die praktische Prüfung hat bisher jeder geschafft", sagt Gastwirtin Schulz. Nur durch die Theorie falle der ein oder andere Prüfling durch.

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