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Seepächter bitten die Bürger, nicht mehr baden zu gehen und auch ihre Tiere vom Wasser fernzuhalten

Krummer See in großer Not

Irina Voigt / 07.08.2015, 05:47 Uhr
Fredersdorf-Vogelsdorf (MOZ) Auf Grund der nun schon seit Monaten anhaltenden Trockenheit verliert der Krumme See in Vogelsdorf massiv sein Wasser. Anstrengungen der Angelsportgruppe Vogelsdorf als Pächter, die Zuläufe sauber und von Hindernissen frei zu halten und damit Wasser in den See zu bekommen, sind gescheitert.

Um die 15 Kilo toter Fische haben die Mitglieder der Angelsportgruppe Vogelsdorf am Mittwoch aus dem Krummen See geholt. "Darunter waren Plötzen, Ukelei, sogar Gründlinge", sagt der erste Vorsitzende des Vereins Klaus Heller. Fischarten, die ein deutliches Zeichen für ein eigentlich gesundes Gewässer seien. Aber in der gegenwärtigen Trockenheit und bei dem damit verbundenen Wasserschwund können sie nicht überleben. Stellenweise sei der Krumme See - zu dem eigentlich fünf Gewässer gehören - nur noch 30 bis 40 Zentimeter tief.

"Den ersten Teich haben wir Mittwoch aufgeben müssen", sagt Heller. Ihm wie auch den anderen rund 100 Mitgliedern blutet dabei das Herz. Mit Pumpen versuche man seit Tagen, das wenige Wasser anzusaugen und über der Wasseroberfläche wieder auszusprühen, um es mit Sauerstoff anzureichern. Denn ohne den gingen die Fische zu Grunde. "Wir haben auch die Badenden gebeten, Rücksicht zu nehmen", sagt Heller, denn wenn der Bodenschlamm aufgewirbelt werde und sich dann wieder absetze, nehme er das letzte bisschen Sauerstoff mit.

Die Situation, die sich jetzt so akut abzeichnet, hat aber eine lange Vorgeschichte, berichtet der Vereinsvorsitzende. Denn auch intensive Bemühungen des Wasser- und Bodenverbandes Stöbber-Erpe, den Krummen See mit Frischwasser zu versorgen, führten nicht zum Erfolg. "Neben dem nach wie vor unvernünftigen Herangehen einiger Fließanrainer, die da glauben, das Fließ gehöre ihnen und die per Pumpenanlagen illegal Wasser entnehmen, ist die Hauptursache aber nach Auffassung vieler der sich vollziehende Klimawandel", sagt Heller. Man müsse sich für die Zukunft auf wesentlich andere Herangehensweisen einstellen.

Ansichten, dass ein Zuwachsen von großen Teilen des Fließsystems mit Gräsern und Schilf vorteilhaft für den Wasserfluss sei, halte er für falsch. "Man kümmert sich um Teiche und Tümpel im Unterlauf des Systems und vergisst, dass Wasser selten den Berg hinaufläuft", sagt er. Die im Oberlauf des hiesigen Fließsystems (Gamengrund-Fängersee-Bötzsee-Fredersdorfer Mühlenfließ-Zehnbuschgraben) befindlichen ehemaligen Rückhaltebecken stünden für eine Versorgung des Krummen Sees über deren Eigentümer nicht mehr wie früher zur Verfügung. Vorgelagerte Gewässer ließen sich daher nicht mehr so anstauen, dass damit in den Sommermonaten ein spürbarer Effekt erreicht werde.

"Das für das Fredersdorfer Mühlenfließ angedachte Gewässerentwicklungskonzept wurde durch die Landesregierung auf Eis gelegt", erklärt Heller. Somit könne es in nächster Zeit kein wissenschaftlich begründetes Herangehen an diese Problematik geben. "Das heißt, wir müssen versuchen, uns selbst zu helfen. Dafür gibt es bereits mehrere Hinweise aus der Bevölkerung, die wir jetzt sammeln werden, um sie dann der Gemeinde als Eigentümer und unseren Abgeordneten zur Lösungsfindung vorzulegen", erklärt Heller.

Im Augenblick aber bitten die Angelsportler die Bürger zunächst einmal, nicht im See zu baden und auch ihre Haustiere fernzuhalten. Die Angler haben das Angeln eingestellt und werden, wenn notwendig, vor Ort die Diskussion führen.

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