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50- bis 54-Jährige als größte Gruppe

Beim Rüdnitzer Seniorencafé: Es wird nicht nur geplauscht, sondern ebenso gelesen. Zum Seniorencafé kommen regelmäßig einige Herren, genauso aber auch Frauen.
Beim Rüdnitzer Seniorencafé: Es wird nicht nur geplauscht, sondern ebenso gelesen. Zum Seniorencafé kommen regelmäßig einige Herren, genauso aber auch Frauen. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Brigitte Horn / 21.08.2015, 06:48 Uhr
Biesenthal (MOZ) Die Amtsverwaltung Biesenthal Barnim hat jetzt für alle Orte des Amtes Alterspyramiden vorgelegt. Sie veranschaulichen den demografischen Wandel ganz konkret. So ist in allen Gemeinden die Gruppe der 50- bis 54-Jährigen am größten. Bedeutend geringer sind die Zahlen bei den Jüngsten.

So stehen in der Stadt Biesenthal 557 Personen im Alter von 50 bis 54 Jahre nur 196 Kinder bei den Null- bis Vierjährigen gegenüber. Dabei dürften die geringen Geburtenzahlen noch gar nicht am untersten Tiefpunkt angekommen sein. Denn durch den dramatischen Rückgang der Geburten in der Nachwendezeit ist die Gruppe der heute 20- bis 24-Jährigen, abgesehen von den über 80-Jährigen, in allen Gemeinden, die vom Amt Biesenthal-Barnim verwaltet werden, am geringsten.

So leben heute in Biesenthal von den Kindern, die zwischen 1991 und 1995 geboren sind, 134 junge Erwachsene in der Stadt. In Rüdnitz sind es in dieser Altersgruppe 54, in Marienwerder 33, in Breydin 24, in Sydower Fließ 19 und in Melchow mit Schönholz 21. Bezieht man den Trend ein, dass heute viele junge Frauen erst im Alter von etwa 30 Jahren ihr erstes Kind bekommen, ist anzunehmen, dass die Geburtenzahlen noch weiter sinken werden.

Damit dürfte auch fraglich sein, ob in Rüdnitz der Kinderzuwachs so anhalten wird. Dort gibt es 88 Zehn- bis 14-Jährige, 99 im Alter von fünf bis zu neun Jahren und bei den Null bis Vierjährigen sind es sogar 100. Damit entfallen auf die letztgenannte Altersgruppe im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung von 2017 Einwohnern in Rüdnitz 4,95 Prozent. Das ist im Vergleich zu den anderen Gemeinden ein relativ hoher Anteil. Übertroffen wird Rüdnitz nur noch von Sydower Fließ. In dieser Gemeinde haben die Null- bis Vierjährigen mit insgesamt 46 einen Anteil von 5,06 Prozent an der Gesamtbevölkerung in Höhe von 908 Einwohnern. Ob der Grundschulstandort im Ortsteil Grüntal dafür mit maßgeblich ist, kann nur spekuliert werden. Denn an den anderen beiden Grundschulstandorten sehen die Zahlen etwas anders aus. In Biesenthal machen die Null- bis Vierjährigen 3,66 Prozent der Gesamteinwohnerzahl aus, im Ortsteil Marienwerder sind es nur 2,61 Prozent. Mit 3,15 Prozent liegt Breydin, ohne Schulstandort, irgendwo dazwischen. Deutlich niedriger ist dieser Wert mit 1,91 Prozent im Ortsteil Ruhlsdorf.

Was darüber hinaus durchgängig für alle Gemeinden auffällt, ist der Männerüberschuss. Ausgenommen sind dabei die Jahrgänge, in denen die Männer in den Zweiten Weltkrieg ziehen mussten und viele von ihnen nicht wiedergekommen sind. Aber demgegenüber gibt es bei den 55- bis 59-Jährigen in der Gemeinde Melchow 54 Männer und nur 41 Frauen. In Sydower Fließ wird der überwiegend männliche Anteil vor allem in der Altersgruppe 45 bis 40 Jahre deutlich. Dort gibt es 40 Männer und 32 Frauen.. Auch der kleine Biesenthaler Ortsteil Danewitz ist von diesem Trend nicht ausgenommen. Dort stehen den 14 Männern im Alter von 60 bis zu 64 Jahren nur acht Frauen gegenüber.

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Dr. Marlinde Mißlitz 24.08.2015 - 23:11:38

Warum sind Aussagen im Artikel fragwürdig?

Die Einwohnermeldestatistik eines Amtes oder einer Gemeinde enthält die aktuellen Migrantenbewegungen. Deshalb ist sie besonders informativ. Die Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen ist nicht allein in den Gemeinden des Amtes Biesenthal Barnim, sondern fast überall Infolge des Geburtenbooms der Nachkriegszeit stark besetzt. Von Bedeutung ist aber, dass es in allen Gemeinden des Amtes mehr Männer als Frauen gibt, was auch für ländlichen Ortsteile in Bernau zutrifft. Das ist insofern wesentlich, weil meistens mehr Jungen als Mädchen geboren werden, junge Frauen nach der Wende vermehrt weggezogen sind, die jüngere männliche Population nicht mehr durch Kriegseinflüsse dezimiert ist und das bedarf einer weiteren Beobachtung. Die angeführten differenten Vergleichsziffern der Kinder zwischen den Gemeinden beeinflussen das Durchschnittsalter der Einwohner, das leider nicht angegeben ist, aber in Rüdnitz und Sydower Fließ günstiger sein muss als in Marienwerder und Ruhlsdorf. Die Zunahme der Kinder in Rüdnitz dürfte mit der Anzahl junger Frauen in der Neubausiedlung zusammenhängen. Die Nachfolgegeneration der gegenwärtig 20- bis 24-Jährigen Frauen im gebärfähigen Alter soll aber nun in allen Gemeinden (einschl. Rüdnitz) gering besetzt sein wegen des Geburtenrückgangs ab 1991. Darauf wird besonders aufmerksam gemacht. Solche gering besetzten Altersgruppen bleiben auch mit zunehmendem Alter erhalten und sind die immer wiederkehrenden Tiefs im Altersaufbau, also wenig Frauen, wenig Kinder – wenig Kinder, wenig Frauen im gebärfähigen Alter. In spätestens zwei Jahren dürfte es deshalb wieder zum Abwärtstrend der Geburten kommen. Eventuell kann eine höhere Geburtenzahl je Frau (Fertilitätszunahme) dieses verhindern. Es können auch Asylsuchende mit Kindern integriert werden, damit es keinen weiteren Bevölkerungsrückgang gibt.

Rumburak 21.08.2015 - 13:51:55

Nicht nur Geburten

"Damit dürfte auch fraglich sein, ob in Rüdnitz der Kinderzuwachs so anhalten wird. Dort gibt es 88 Zehn- bis 14-Jährige, 99 im Alter von fünf bis zu neun Jahren und bei den Null bis Vierjährigen sind es sogar 100." Für die Prognose der zukünftigen Geburten und des Kinderzuwachses ist aber nicht nur die Anzahl der jetzt dort lebenden Kinder (und damit späteren "Gebärfähigen") ausschlaggebend, sonder auch die Zahl der Zuzügler. Über die wird aber in der Alterspyramide keine Aussage getroffen. Gerade die Gemeinden im Speckgürtel (und damit auch Rüdnitz) sind aber sehr attraktiv für junge Familien. Ich halte die Aussage im Artikel daher für fragwürdig.

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