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Lebewohl zum Klang der Trompete

Simon Rayß / 11.05.2015, 06:50 Uhr
Eberswalde (MOZ) Als es Zeit zum Abschiednehmen wird, greift Steffen Scheumann zur Trompete. Zu seinem zurückhaltenden Spiel treten die Besucher der Trauerfeier ans Grab von Thomas Winkelbauer. Mehr als 150 Angehörige, Freunde und Bekannte sind am Sonnabend zum Waldfriedhof gekommen, um dem bedeutenden Architekten Lebewohl zu sagen.

Derart viele, dass 50 von ihnen zuvor gezwungen sind, die Zeremonie vor der Trauerhalle über Lautsprecher zu verfolgen. Sie haben gehört, wie der Schauspieler "Schortie" Scheumann, der in freundschaftlichem Kontakt zum Verstorbenen gestanden hat, durch die Feier führt. Wie er Heinrich Heine und Astrid Lindgren zitiert und Familienmitglieder und Kollegen in bewegenden Reden auf das Leben des zuletzt in Eberswalde wohnhaften Thomas Winkelbauer zurückgeblickt haben.

Der im baden-württembergischen Schwäbisch Hall geborene Architekt war am 26. April vollkommen unerwartet im Alter von 54 Jahren gestorben. Sein Vermächtnis ist in Eberswalde allgegenwärtig. So hat die Kreisstadt Thomas Winkelbauer nicht nur das etliche Male preisgekrönte Paul-Wunderlich-Haus zu verdanken, sondern auch so unterschiedliche Bauten wie das Salomon-Goldschmidt-Quartier und die Michaelisgärten.

Sein Wirken beschränkt sich aber nicht nur auf seine Wahlheimat im Barnim, in die er vor vier Jahren aus Berlin mit seiner Familie und seiner Firma gezogen ist. Thomas Winkelbauer hat Spuren auf der ganzen Welt hinterlassen, von Barcelona bis nach Seoul.

Er war ein wichtiger Baumeister, dem am Sonnabend eine entsprechend große Gruppe von Gästen die letzte Ehre erweisen will. Landrat Bodo Ihrke ist ebenso unter den Trauernden wie Bürgermeister Friedhelm Boginski und andere Personen des Stadtlebens.

Sie alle ziehen am Ende in einem langen Zug von der Trauerhalle zum Grab. Dann ertönt die Trompete und die Worte von Mary Elizabeth Frye hallen nach, die Steffen Scheumann den Trauernden mit auf den Weg gegeben hat: "Stehe nicht an meinem Grab und weine. / Ich bin nicht dort, ich schlafe nicht. / Ich bin wie tausend Winde, die wehen."

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