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Schloss Beerbaum illegal abgerissen

Gutsanlage Beerbaum: Der Schuttberg neben dem Herrenhaus ist von der Straße aus schwer einsehbar.
Gutsanlage Beerbaum: Der Schuttberg neben dem Herrenhaus ist von der Straße aus schwer einsehbar. © Foto: MOZ/Wiebke Wollek
Wiebke Wollek / 26.08.2015, 20:05 Uhr
Beerbaum (MOZ) "Traurig, dass so etwas in Deutschland passieren darf", schreibt ein Nutzer des Internetforums "Schatzsucher", in dem seit Monaten über den Abriss eines ehemaligen Herrenhauses diskutiert wird, von dem nur noch Teile auf der Gutsanlage in Beerbaum bei Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland) übrig sind.

Dass so etwas passieren darf, davon kann jedoch keine Rede sein, denn das Gebäude steht unter Denkmalschutz. "Dass ein derart bedeutsames Objekt so zerstört wird, ist einmalig", sagt Ingetraud Senst vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege. Vom Zustand des zerstörten Gebäudes ist sie schockiert. Das Landesamt misst dem mehr als 200 Jahre alten Haus, im Volksmund auch Schloss Beerbaum genannt, eine hohe bau- und kunstgeschichtliche Bedeutung bei. Die Anlage und damit auch das Herrenhaus befinden sich in Privatbesitz. "Laut Denkmalschutzgesetz ist der Eigentümer dazu verpflichtet, das Denkmal zu erhalten", stellt Carla Bork, Leiterin des Bauordnungsamts Märkisch-Oderland, klar.

Das Thema beschäftigt Land und Kreis bereits seit über einem Jahr. Während die Behörden das Denkmal retten wollen, würde der Eigentümer das Gebäude am liebsten von der Denkmalliste löschen lassen und die Fläche auf dem Gut anderweitig nutzen, wie das Landesamt mitteilt. Andere Teile des Hofes, etwa die Brennerei, werden dagegen noch bewirtschaftet. Das Herrenhaus aber wird immer weiter abgetragen. "Wir haben mit dem Eigentümer noch keine gemeinsame Linie gefunden, deswegen dauert das Verfahren auch so lange", erklärt Bork.

Die Untere Denkmalschutzbehörde hat ein ordnungsbehördliches Verfahren eingeleitet, doch bis jetzt sind keine konkreten Schritte erfolgt. Das könnte sich jedoch ab dieser Woche ändern. In jüngster Zeit sei der Abbruch des Hauses noch einmal angezeigt worden, sagt die Amtsleiterin. Es wurde beobachtet, dass Bauschutt vom Gelände geräumt wurde. Das deute darauf hin, dass der Rückbau des Herrenhauses fortgesetzt wurde.

Am Mittwoch waren Mitarbeiter des Landesdenkmalamtes vor Ort, um sich vom aktuellen Zustand der Ruine ein Bild zu machen. Das Ergebnis der Besichtigung soll ausschlaggebend für eine Entscheidung des Landes sein, wie in dem Verfahren weiter vorgegangen wird. Die Bausubstanz wird vom Kreis geprüft. Der Kreis plädiert für einen Wiederaufbau des Gebäudes, auch wenn der Denkmalwert bereits geschmälert ist. Die Kosten könnten dann auf den Eigentümer umgelegt werden. Noch besteht jedoch die Hoffnung, mit dem Eigentümer eine Lösung zu finden. Der Anwalt des Bauherrn hat sich noch nicht geäußert. Auch der Eigentümer war bislang nicht erreichbar.

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Amann 30.08.2015 - 12:32:21

Denkmalschutz versus Verstand?

Beerbaum und Umgebung hat mehr an realer wirtschaftlicher Stärke nötig, als die sture Wiederherstellung eines Gebäudes, das seit langem bis jüngst keine Menschenseele mehr nutzen wollte, und welches auch im perfekt hergestelltem Zustand niemandem ans Herz wachsen wird, weil nutzungslos und permanent finanztropfabhängig. Für ein Gemeindezentrum sind zunehmend zuwenig Einheimische vorhanden, Tagungsort oder Hotel sind Schaumblasenfantasien. Touristen kommen wegen eines singulären Geschichtsbaues nicht ausreichend in diese Gegend, die kaum weitere Anziehungspunkte bietet, um die normalen Betriebskosten ein wenig aufzufangen. Nicht nur in Deutschland gibt es tausende, für den jeweiligen Ort oder Region bedeutsame Bauwerke. Es wäre ein Irrsinn, mit deren vollzähligem und perfekten Erhalt notwendige wirtschaftliche als auch die vorhandene gesellschaftliche Entwicklung negieren zu wollen.

Major 28.08.2015 - 23:39:42

Geld regiert die Welt

Es ist wieder einmal ein geldgeiler Investor, der wohl ein nagelneues Auto fährt, unterwegs. Ich Normalbürger überlege mir doch zweimal, ob ich ein Gebäude erwerbe, welches denkmalgeschützt ist. Meine alten Autos, die Kulturgut sind, kosten auch Geld und Handwerkliches Geschick. Hoffe, daß in den Behörden keiner käuflich ist und den Täter zum Wiederaufbau zwingt!

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