Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Ehemaliges Pflegeheim in Waldfrieden erneut im Gespräch / Besitzer bietet Nachtclub "Alibi" an

Weitere Unterkünfte für Flüchtlinge

Als Flüchtlingsunterkunft angeboten: Nachtklub "Alibi" an der Schönower Chaussee
Als Flüchtlingsunterkunft angeboten: Nachtklub "Alibi" an der Schönower Chaussee © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Sabine Rakitin / 03.09.2015, 21:45 Uhr
Bernau (MOZ) Das leer gezogene Pflegeheim in Waldfrieden ist erneut als Flüchtlingsunterkunft im Gespräch. SPD/Freie Fraktion und Bündnisgrüne/Piraten plädieren dafür, das Haus dem Kreis erneut für die Unterbringung von Asylbewerbern anzubieten.

Auf der Suche nach geeigneten Unterkünften für Flüchtlinge hatten Kreisdezernentin Silvia Ulonska und ihre Mitarbeiter das Pflegeheim in Waldfrieden schon einmal begutachtet - und dann abgelehnt. Der Sanierungsaufwand sei zu groß, hieß es Anfang des Jahres aus Eberswalde. Und auch im Juli, als bekannt wurde, dass die ehemalige Waldarbeiterschule künftig Asylbewerber beherbergen soll und Bürgermeister André Stahl (Linke) bei einer Informationsveranstaltung von Anwohnern gefragt wurde, was an dem Gerücht dran sei, dass das Pflegeheim nun doch zu einer Flüchtlingsherberge umfunktioniert werde, antwortete er: Die Stadt habe andere Pläne.

Was Stahl zu diesem Zeitpunkt nicht voraussehen konnte: Der Vorschlag der Verwaltung, die Immobilie der städtischen STAB Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH zur weiteren Entwicklung zu übergeben, ist am Dienstagabend im Finanzausschuss abgelehnt worden. Statt dessen plädierten SPD/Freie Fraktion und Bündnisgrüne/Piraten dafür, angesichts der immer weiter steigenden Zahl an Flüchtlingen das einstige Pflegeheim erneut dem Kreis als Übergangswohnheim anzubieten. Am Donnerstagabend hatte der Bernauer Hauptausschuss das Thema auf dem Tisch. Wie er sich entschieden hat, stand zu Redaktionsschluss noch aus.

Gleichwohl scheint der Landkreis mittlerweile nicht mehr abgeneigt zu sein, auf das Pflegeheim als Unterbringungsmöglichkeit für Asylbewerber zurückzugreifen. So soll die Immobilie in Waldfrieden am Donnerstag bereits Thema einer Dienstberatung in der Kreisverwaltung gewesen sein. Bis zu 140 Flüchtlinge könnten in dem Haus untergebracht werden und das kurzfristig, hieß es aus dem Landratsamt.

Im Umgang mit einem weiteren Angebot aus Bernau zur Unterbringung von Asylbewerbern tut man sich in Eberswalde etwas schwerer. Wie die Märkische Oderzeitung erfuhr, will der Besitzer des "Club Alibi" sein Etablissement ebenfalls als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung stellen. Mitarbeiter des Landratsamtes hätten das bislang als Bordell genutzte Gebäude bereits besichtigt. Möglicherweise 15 bis 20 Menschen könne man dort unterbringen.

Allerdings seien die als Wohnraum zu nutzenden Flächen klein, sagte die Barnimer Sozialdezernentin Silvia Ulonska auf Anfrage.Dafür sei das Grundstück, auf dem der Club stehe, sehr groß. "Wenn wir den Eigentümer richtig verstanden haben, überlegt er nun, ob es Sinn macht, ein Unterkunftsgebäude in Leichtbauweise auf dem Grundstück zu errichten. Dazu muss er aber bei der Stadt Bernau vorsprechen." Die Kreisverwaltung jedenfalls habe "weder ja noch nein" zu dem Angebot gesagt,sagt Silvia Ulonska.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG