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Fredersdorf-Vogelsdorf und die K-Frage

Einer wird gewinnen: Amtsinhaber Uwe Klett, SPD-Herausforderer Martin Klemm oder der CDU-Kandidat Thomas Krieger (v. l.). Sie stellten sich Donnerstagabend den Fragen der Unternehmer in Fredersdorf-Vogelsdorf.
Einer wird gewinnen: Amtsinhaber Uwe Klett, SPD-Herausforderer Martin Klemm oder der CDU-Kandidat Thomas Krieger (v. l.). Sie stellten sich Donnerstagabend den Fragen der Unternehmer in Fredersdorf-Vogelsdorf. © Foto: MOZ
Margrit Höfer / 06.09.2015, 07:38 Uhr
Fredersdorf-Vogelsdorf (MOZ) Wer wird ab 1. Februar 2016 die Geschicke in der Gemeinde leiten? Die K-Frage müssen die Wähler am 27. September beantworten, denn sie müssen sich zwischen Klett, Klemm und Krieger entscheiden. Im Unternehmerverein stellten sich die Kandidaten den Fragen.

Proppenvoll war der Veranstaltungsraum im Hotel Flora. Viele Gäste mussten stehen. Der Unternehmerverein hatte mit so viel Interesse nicht gerechnet. Nachdem sich Amtsinhaber Uwe Klett (Linke) und seine Herausforderer Martin Klemm (SPD) und Thomas Krieger (CDU) mehr oder weniger ausführlich den Zuhörern vorgestellt hatten, stellten sie sich den Fragen des Vereins.

Wie sie denn den Wirtschaftsstandort weiterentwickeln wollen, war eine Frage. Thomas Krieger plädierte dafür, mit den Nachbarn zusammen einen Wirtschaftsförderer zu installieren. Der soll Unternehmen durch den Fördermittel-Dschungel helfen. Uwe Klett betonte, dass auch weiche Standortfaktoren wie Kitas und Schulen wichtige Wirtschaftsfaktoren seien. Für Eltern, die hier leben und in Berlin arbeiten. Martin Klemm plädiert für Ruhe. Bevor ein Grundstück mal eben an jemanden vergeben werde, der gerade passe, sollte besser externer Sachverstand genutzt und per Gutachten die beste Lösung gefunden werden.

Die interkommunale Zusammenarbeit war ein weiteres Thema. An der käme niemand vorbei, sagte Martin Klemm voraus, denn nur entsprechend einwohnerstarke Gemeinden hätten in Zukunft überhaupt noch eine Chance, gehört zu werden. Gemeinsame Projekte müssten immer für alle ein Gewinn sein. Er plädiere dafür, zwei, drei Ideen zu benennen und den Nachbarn zu fragen, was er davon hält. Jede Gemeinde müsse sich da entgegenkommen. Eine Zusammenarbeit könne aber immer nur ein Gewinn sein.

Thomas Krieger plädierte für ein langsames Kennenlernen, für einen Prozess. Einen Express-Shuttle, der die Pendler nach Berlin und wieder retour bringe, in den Stoßzeiten wäre aus seiner Sicht eine Idee für interkommunale Zusammenarbeit. Uwe Klett, bekennender ÖPNV-Fan, erinnerte daran, dass das bisher einzig gelungene Projekt die gemeinsame Buslinie ist. "Wenn wir aber ein tatsächlich vernünftiges System wollen, müssen wir das selbst finanzieren", sagte er.

Die Verwaltung sei Dienstleister für den Bürger, antwortete Martin Klemm auf die nächste Frage. Wird er Bürgermeister, dann wird es einen einheitlichen Ansprechpartner geben, der sich die Bürgersorgen anhört und klärt, wer dafür zuständig ist. Entweder sofort, durch die Herausgabe eines Ansprechpartner ssamt Telefonnummer. Geht das nicht gleich, wird innerhalb eines Tages aber geantwortet. Vereine, ging er auf Teil II der Frage ein, leisten eine erhebliche Daseinsfürsorge und dürften nicht das Gefühl bekommen, Bittsteller zu sein. Deshalb müsse Vereinsarbeit in aller Breite unterstützt werden. Thomas Krieger hat sich vorgenommen, dass er einmal im Monat ein heimisches Unternehmen besucht und sich ausführlich erkundigt, wo der Schuh drückt. Gleiches gelte für Vereine und Sitzungen des Unternehmervereins. Er denke über die Gründung eines Wirtschaftsbeirates nach. Allerdings müsse der Impuls aus dem Unternehmerverein selbst kommen. Dass die Verwaltung nur dienstags und donnerstags erreichbar ist, sei ihm zu wenig. "Da müssen wir ran, spätestens, wenn die Verwaltung in ihren Neubau umgezogen ist", sagte er.

Uwe Klett betonte, dass der Bürgermeister immer erreichbar sei und sich bisher kein Unternehmen beschwert habe. Über die Kreisumlage finanziere die Gemeinde bereits einen kreislichen Wirtschaftsförderer. Der müsse nur in Anspruch genommen werden. Es bräuchte mehr Kommunikation zwischen Vereinen und Unternehmen. Er wünschte sich, dass auch am Sportzentrum Vogelsdorf mal eine Sponsorentafel hängt, so wie in Petershagen an der Angerscheune.

Wie weiter mit dem Gutshof und der Händler- und Gewerbemesse (HuG), wurden die drei gefragt. Für Thomas Krieger steht fest, dass die Gemeinde maximal eine Million Euro in den Erhalt der zwei denkmalgeschützten Gebäude investieren könnte, besser aber wären Fördermittel. Die HuG braucht eine Renaissance. Zum einen Unterstützung aus der Verwaltung bei der Organisation und zum zweiten einen neuen Impuls. Er schlug einen Tag des offenen Gewerbes vor, ähnlich dem, den es vor Kurzem in Rüdersdorf-Tasdorf gab. Dafür bekam er Unterstützung von Uwe Klett. Es müsse einer 13 000-Einwohner-Gemeinde gelingen, Historie zu erhalten, sagte er mit Blick auf Gutshof und Adolph-Hoffmann-Villa. Er sei optimistisch, dass es aus dem Stadt-Umland-Wettbewerb Geld gibt.

Martin Klemm stößt sich beim Gutshof am Begriff Ortszentrum. Für ihn sei dies nur ein Anker und eher ein kulturelles Zentrum. Er warnte davor, schwarz-weiß zu denken. Sollte es also keine Fördermittel geben, auf Sparflamme zu fahren. Es sei schade, solch engagierte Strukturen zu zerschlagen. Die HuG halte er in ihrer jetzigen Form für nicht überlebensfähig. Da plädiere er für externen Sachverstand.

Am 22. September, 19 Uhr, stellen sich die Kandidaten erneut den Fragen. Dann im evangelischen Gemeindezentrum.

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