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Frische Tomatensuppe: Neben allerlei Gemüse brachte der Blumberger Gärtner Rainer Rusch einen Kessel Suppe mit.
Frische Tomatensuppe: Neben allerlei Gemüse brachte der Blumberger Gärtner Rainer Rusch einen Kessel Suppe mit. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Hans Still / 14.09.2015, 06:55 Uhr - Aktualisiert 09.02.2016, 10:50
Blumberg (MOZ) Unter das Hauptthema "Landschaft im Wandel" wurden am Sonnabend die Fachvorträge des diesjährigen Regionalparkfestes in Blumberg gestellt. Der Regionalpark "Barnimer Feldmark" verdient nach Ansicht von Landrat Bodo Ihrke (SPD) weltweite Anerkennung.

Euphorie, Freude und echte Bewunderung - Blumberg konnte an diesem Wochenende die geballte Aufmerksamkeit des Barnims auf sich ziehen. Das Sommerfest des Ortes, das 15. Regionalparkfest und der Tag der offenen Tür im neu eröffneten Docemus-Campus bescherten dem Ort vor allem am Nachmittag einen beachtlichen Zulauf. Teilweise wurden die Parkplätze in der näheren Umgebung knapp.

Barnimer Feldmark Regionalparkfest in Blumberg
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Barnimer Feldmark Regionalparkfest

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Wie wichtig der Regionalpark-Gedanke mittlerweile ist, verdeutlichte Torsten Jeran, Vorsitzender des Vereins Regionalpark Barnimer Feldmark. "Unsere Aufgabe besteht darin, den Freiraum zwischen den Siedlungsachsen zu sichern. Da ist es von Vorteil, dass sämtliche Gemeinden im Regionalpark Mitglied im Verein sind. Angesichts des Siedlungsdrucks sind wir künftig noch stärker gefordert, den Wert der unverbauten Landschaft deutlich zu machen."

Immerhin 44 000 Hektar Fläche umfasst der Regionalpark, neben Barnimer Kommunen, wie Bernau, Werneuchen oder Ahrensfelde, sind auch Kommunen des Landkreises Märkisch-Oderland und angrenzende Berliner Stadtbezirke Mitglied im Verein. Obwohl das Vereinsbudget jährlich nur etwa 50 000 Euro beträgt, ist es dem Verein seit 1996 gelungen, mit Projekten 13 Millionen Euro umzusetzen.

Landrat Bodo Ihrke zollte dieser Arbeit höchsten Respekt. "Üblicherweise zerfasern Metropolen an ihren Rändern. Hier können andere Großstädte eindeutig von Berlin lernen. Wir haben mit Blumberg ein wunderbares Dorf mit alten Strukturen. Das ist beispielhaft." Der eigentliche Regionalmarkt bot den Besuchern nicht nur kulinarische Spezialitäten, sondern verführte auch, sich näher mit der Region zu befassen. So informierte Ulrike Peltz am Stand des Regionalparks über die vielen Rad- und Wanderwege in der Region. Heidi Dambeck und Heidi Brumund vom Förderverein Landschaftspark Nordost verkauften Gemüse aus eigener Ernte und lobten die Kooperation mit dem Gärtnerinnenhof Blumberg.

Mit Rainer Rusch präsentierte sich unter den mehr als 20 Ständen ein Blumberger Gärtner, der im Ein-Mann-Betrieb die seit 1920 bestehende Familientradition fortsetzt. Auf zwei Hektar Land baut er Gemüse an, von der Frische konnten sich die Gäste am Sonnabend bestens überzeugen.

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Benno Koch 14.09.2015 - 12:41:59

Barnimer Feldmark: Kaum ausgebaute Radwege - kein Grund für "weltweite Anerkennung"

Eigentlich hätte es dem Autor der Märkischen Oderzeitung auch selbst auffallen können: "Teilweise wurden die Parkplätze in der näheren Umgebung knapp." Ist es wirklich das Ziel eines Regionalparks, möglichst viel Autoverkehr zu erzeugen, vor dem die Leute eigentlich ins Grüne fliehen wollen? Liegt der Regionalpark Barnimer Feldmark nicht direkt an Dutzenden Bahnhöfen? Und warum kommen die Menschen nicht mit dem Rad? Wo bitte beginnt ein ausgebauter Radweg von Berlin nach Blumberg, der kein unvollständiger Notweg an einer Bundesstraße im Lärm- und Abgaskorridor hinter der Leitplanke ist? Wer vom S-Bahnhof Ahrensfelde mit dem Rad nach Blumberg fahren möchte, hat nichts zu lachen. Ausgebaute Querverbindungen zum Beispiel im Zuge der Regionalpark-Fahrradroute Rund um Berlin gibt es hier nicht. Radfernwege wie der Europaradweg R1 beginnen zwar theoretisch am U-Bahnhof Hönow. Ein Ausbau auf den ersten Kilometern gibt es nicht, obwohl gerade eine vollkommen überdimensionierte Kreuzung in Hönow für den Kfz-Verkehr optimiert wurde. Selbst ein Hinweis auf den U-Bahnhof wird hier in der vorhandenen StVO-Wegweisung weiterhin hartnäckig vergessen. Trotz entsprechenden Hinweisen vor Jahren. Wie auch auf alle anderen Bahnhöfe im Landkreis Barnim und Märkisch-Oderland. Eine ausgebaute Anbindung des Europaradweges R1 im Bezirk Marzahn-Hellersdorf wird genauso ignoriert und verhindert, wie eine Vernetzung des Wuhleweges mit Brandenburg. Hier geht es gerne durch den Schlamm – wie vom Kletterfelsen nach Eiche. Sämtliche klassische Fahrradverbindungen wurden seit 25 Jahren ignoriert. So gibt es keinen Ausbau des Gamengrund-Radweges, kein Ausbau eines Radweges abseits der Straßen in Strausberger Wald- und Seengebiet, kein Ausbau einer Alternative für Fahrradfahrer zur B158, kein Ausbau der alten Verbindung über den Flughafen Werneuchen nach Hirschfelde, kein ausgebauter Radweg in die älteste Kurstadt der Mark, kein ausgebauter Radweg im Zuge der Regionalparkrouten. Und selbst bei der alten L33 weigert sich die zuständige Straßenverkehrsbehörde, diese auch als Fahrradstraße auszuweisen. Obwohl parallel der neue vierspurige Autobahnzubringer keine Autofahrerwünsche mehr offen lässt. Natürlich gibt es ein paar Faltblätter und ein paar mehr oder minder geheime Codes für theoretische Fahrradrouten. Und natürlich gibt es auch einige schöne geeignete und asphaltierte Wege. Gemessen an der riesigen Zielgruppe einer Großstadt, und am Ausbau von Radfernwegen in Berlin fernen Regionen, ist der Stand des Fahrradtourismus in der Barnimer Feldmark praktisch Null. Der touristischen Infrastruktur mit Restaurants und Cafés in den Dörfern ebenso. Und da hilft auch nicht die Ausrede der angeblichen Strukturschwäche. In Wahrheit ist es Schwäche der zuständigen, bezahlten Akteure.

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