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Ihr Erstlingsroman hat 456 Seiten

Der erste Band ist gedruckt: Anne-Katrin Schmidt mit drei Büchern ihres Erstlingsroman "Mira - wer bist du".
Der erste Band ist gedruckt: Anne-Katrin Schmidt mit drei Büchern ihres Erstlingsroman "Mira - wer bist du". © Foto: MOZ/Annika Bischof
Annika Bischof / 15.09.2015, 07:47 Uhr - Aktualisiert 08.02.2016, 14:52
Grunow (MOZ) Es geht um Liebe, Prostitution und Kriminalität - "Mira - wer bist du" lautet der Titel des Erstlingsromans von Anne-Katrin Schmidt aus Grunow. Seit zwei Wochen ist er erhältlich.

Mira und Colin, zwei junge Menschen, deren Lebensläufe nicht unterschiedlicher hätten sein können, sind die Hauptdarsteller in dem Romankrimi "Mira - Wer bist du". Es ist das Erstlingswerk von Anne-Katrin Schmidt, die in Grunow aufgewachsen ist und in Beeskow die Albert-Schweitzer-Oberschule besuchte. Die 32-Jährige hat sechs Jahre an ihrem Buch gearbeitet, das nun seit Ende August im Handel erhältlich ist.

Unter dem Autorennamen AK Schmidt veröffentlichte sie den ersten Band, dem drei weitere folgen werden. "Fertig sind die ersten beiden", erzählt die Autorin, die schon als Kind anfing, Fortsetzungen zu ihrer Lieblingskinderserie Prinzessin Fantaghirò zu schreiben. "Ich hatte mir dafür zu Ostern extra eine Schreibmaschine gewünscht und die 14-tägigen Osterferien damit verbracht, eine Fortsetzung zu verfassen", erzählt Anne-Katrin Schmidt. Das Schreiben ist ihr seitdem als Hobby erhalten geblieben. Für die beiden ersten Bände von "Mira" investierte sie sechs Jahre. "Dies erfordert Willen und Disziplin", blickt sie zurück. "Es gab auch Momente, da habe ich daran gezweifelt und den Laptop in die Ecke geworfen", berichtet sie. Auf rund 600 DIN A4-Seiten schrieb sie die Geschichte von Mira und Colin neben ihrem Beruf als Teamassistentin in einem internationalen Unternehmen in Berlin nieder. Fast täglich saß sie zwei Stunden vor ihrem Laptop, im Hinterkopf die Geschichte, wie sie sich ereignen sollte.

Dabei geht es um eine junge Frau namens Mira, die als Prostituierte in Slubice arbeitet, und auf den Unternehmersohn Colin trifft. Beide finden zueinander, trotzdem ihre Leben so unterschiedlich sind. Schauplätze sind sowohl Slubice wie auch Frankfurt (Oder), aber auch die Region ringsherum sowie Berlin und die Ostsee. "Mich hat es schon immer fasziniert, dass zwei so unterschiedliche Länder, so dicht nebeneinanderliegen", hält Anne-Katrin Schmidt fest. Sie verbindet mit der Brücke nach Slubice Kindheitserinnerung, wie die Passkontrollen oder der Besuch auf dem Großmarkt. Stets hinterließ dies einen bleibenden Eindruck, in "Mira" findet sich diese Faszination wieder.

Auch für ihre Recherche zog es die Grunowerin nach Slubice. Eher zufällig bot sich ihr einmal die Möglichkeit, ein polnisches Bordell von innen zu sehen. "Eine einschneidende Erfahrung", wie sie heute sagt. Mit dem Thema Prostitution befasste sie sich seitdem und war erschrocken über die Grausamkeiten, die in diesem Milieu teils an der Tagesordnung sind. "Das hat mich sehr berührt", blickt sie zurück.

Mit "Mira" nimmt Anne-Katrin Schmidt den Leser mit in eine Welt, die den meisten fremd ist. Sie wünscht sich jedoch, dass sich die Leser auf "Mira" einlassen können, und hinter ihre Fassade schauen, um zu erkennen, dass allein ihr Job nicht wirklich viel über sie aussagt. "Das Allerschönste wäre, wenn allen die Geschichte auch gefällt und sie sich gut unterhalten fühlen. Dann war es all die Mühe wert", sagt die Autorin. Denn an einem kommerziellen Erfolg ist sie weniger interessiert. Vielmehr geht es ihr darum, etwas Eigenes geschaffen zu haben.

Denn am Buch selbst verdient die Erstlingsautorin vorerst nichts. Als Book-on-Demand (engl. Buch auf Nachfrage) kann es derzeit auf renommierten Online-Portalen vorbestellt werden. "Das kann jeder so machen", hält sie fest. Denn anders als bei bekannten Autoren veröffentlicht sie ihre Werke ohne Verlag und Lektorat. In Eigenregie verlegte sie ihr Buch und konnte dabei auf die Unterstützung einer ehrenamtlichen Lektorin zählen, die ihr auch Mut für ihre Arbeit machte. "Sie hat mich motiviert", erzählt Anne-Katrin Schmidt, die vor allem durch ihre Familie und Freunde dadurch bestärkt wurde, ihre Bücher zu veröffentlichen.

Letztlich ist daraus ein Erstlingswerk geworden, das 456 Seiten umfasst. "Zunächst habe ich 200 DIN A4-Seiten als Grobskript geschrieben und dann mit dem Feinschliff begonnen", berichtet sie. Den roten Faden stets im Hinterkopf entstanden so die Geschichten zu Mira und Colin. Autobiografische Züge haben sie jedoch nicht. Die Charaktere sind frei erfunden.

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