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Abschluss des zweiwöchigen Pleinair "Mythos Europa" in der Burg Beeskow / Kunstwerke gehen auf Tour

Künstler spachteln am Haus Europa

Der Parlamentspräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien, Karl-Heinz Lambertz (l.) im Gespräch mit Dezernentin Ilona Weser und Pleinair-Teilnehmer Matthias Steier.
Der Parlamentspräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien, Karl-Heinz Lambertz (l.) im Gespräch mit Dezernentin Ilona Weser und Pleinair-Teilnehmer Matthias Steier. © Foto: MOZ/Jörn Tornow
Jörg Kühl / 29.09.2015, 07:45 Uhr
Beeskow (MOZ) Zum Abschluss des Künstler-Pleinair in der Burg Beeskow haben Redner die Künstler als vorbildliche Europäer gelobt. Die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit von Belgiern, Polen und Deutschen offenbaren sich dem Betrachter als bildliche Kommentierung der Politik.

Stefanie Krings aus Belgien hat eine Pappschachtel, in der der Form nach ein Flachbildfernseher verpackt gewesen sein könnte, blau angemalt. Anschließend beklebte die Künstlerin den Karton kreisförmig mit gelben Sternen, sodass das Gebilde stark an das Europäische Sternenbanner erinnert. Einige Sterne scheinen aus dem Kreis auszuscheren. Alle Sterne sind mit Pergamentpapier kaschiert, so als wolle sie die Künstlerin sie notdürftig verbergen. Links unten ist ein Blechschild angebracht: "Under Construction", zu deutsch: "Baustelle".

Dass viele der Kunstwerke, die in den vergangenen zwei Wochen unter dem Motto "Mythos Europa" in der Burg Beeskow von 12 Künstlern aus Belgien, Polen und Deutschland geschaffen wurden, neben ihrer rein künstlerischen Aussagekraft auch bildnerische Kommentare der europäischen Politik enthalten, machten die Redner bei der Abschlussveranstaltung deutlich. Der Parlamentspräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien, Karl-Heinz Lambertz, sagte mit Blick auf die uneinheitliche Flüchtlingspolitik: "Mythos Europa wäre noch die vornehme Art, den Zustand Europas zu beschreiben." Umso wohltuender sei es, das Miteinander der Künstler dreier Nationen zu erleben: "Wenn man Begegnungen wie diese gesehen hat, bekommt man wieder etwas Mut."

Burgdirektor Tilman Schladebach ergänzte, es sei den Künstlern gelungen, verschüttete Wege von Gemeinsamkeit aufzudecken. Er beschrieb die Atmosphäre des Künstlerpleinair als ein Ideal des Zusammenlebens in Europa: "Der Burghof voller Künstler, die gemeinsam arbeiten, essen, streiten und sich umarmen." Schon in der Ausschreibung war der Anspruch formuliert worden, mit den Mitteln der bildenden Kunst einen Beitrag zu leisten für eine europäische Identität.

Worte der Würdigung fanden auch der Direktor des Muszeum Lubuskie in Gorzów, Wojciech Popek und Kreis-Kulturdezernentin Ilona Weser. Letzte erinnerte daran, dass das Künstlerpleinair seinen Ursprung in dem alten Kreis Eisenhüttenstadt hatte und nach der Kreisfusion 1993 vom neuen Kreis Oder-Spree übernommen wurde.

Mit dem zweiwöchigen Künstlerpleinair wurde das 25-jährige Bestehen der Zusammenarbeit zwischen der Region Oder-Spree und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens gewürdigt. Die künstlerischen Resultate werden im Anschluss im Foyer des Europasaals des Ministeriums der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens in Eupen, anschließend im polnischen Gorzów und im kommenden Jahr auf der Burg Beeskow ausgestellt.

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