Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Insgesamt 353 Sportler umfasst die Landes-Kaderliste, davon trainieren in FFO 147 Kader-Athleten.

Frankfurt erhält Olympiastützpunkt

Aus der Vogelperspektive: Das Gelände des Olympiastützpunktes an der Kieler Straße umfasst unter anderem die Brandenburg- und Oderlandhalle (links)
Aus der Vogelperspektive: Das Gelände des Olympiastützpunktes an der Kieler Straße umfasst unter anderem die Brandenburg- und Oderlandhalle (links) © Foto: Winfried Mausolf
Hubertus Rößler / 04.10.2015, 06:18 Uhr - Aktualisiert 09.02.2016, 15:10
Frankfurt (Oder) (MOZ) 19 Olympiastützpunkte gibt es in Deutschland. Einer davon ist in Brandenburg angesiedelt und hat drei Standorte: Potsdam, Cottbus und Frankfurt. Insgesamt 353 Sportler umfasst die Kaderliste des Landes, davon trainieren derzeit an der Oder 147 Kader-Athleten.

Maik Bullmann, Manfred Kurzer, Romy Tarangul ... - sie alle konnten große Erfolge bei Olympischen Spielen sowie Welt- und Europameisterschaften feiern. Und, sie alle trainierten oder trainieren am Frankfurter Olympiastützpunkt (OSP). Das Gelände an der Stendaler Straße wurde 1973 errichtet und nach der Wende grundlegend saniert. Zu den Sportanlagen gehören die multifunktionale Brandenburg-Halle, die Oderlandhalle der Radsportler sowie Hallen für Gewichtheber, Ringer, Judoka, Boxer, die Außenanlagen der Leichtathleten sowie die Schießanlage an der Autobahn.

Vor 25 Jahren, am 3. Oktober 1990, veröffentlichte die "Märkische Oderzeitung" unter der Überschrift "Frankfurt (Oder) wird Olympiastützpunkt" folgenden Neuigkeit: "Die Entscheidung über die Anzahl der Olympiastützpunkte auf dem Gebiet der ehemaligen DDR ist gefallen. (...) DSB-Präsident Hans Hansen hat den zügigen Aufbau des Vereinswesens, die Einrichtung der sechs OSP und Bundesleistungszentren und eine intensive Breitensportförderung als wesentliche Aufgaben des gesamtdeutschen Sports nach dem 3. 10. bezeichnet. Hansen befürwortet einen neuen "Goldenen Plan" nach dem Vorbild der 60er-Jahre für das Gebiet der früheren DDR, um die infrastrukturellen Voraussetzungen für den Sport auf breiter Basis zu schaffen."

Dies ist auch in vielen Teilen gelungen. 2009 fusionierte der OSP Cottbus/Frankfurt und Potsdam zu einem gemeinsamen Stützpunkt mit drei Standorten. An der Oder befinden sich Bundesstützpunkte für die Sportarten Boxen, Gewichtheben, Judo, Ringen und Sportschießen, außerdem haben die weiblichen Handballerinnen und die Radsportler hier ihre Schwerpunktsportarten. Insgesamt 147 Kader-Athleten trainieren derzeit in Frankfurt, sechs von ihnen gehören dem deutschen A-Kader an.

Eine von ihnen ist Mareen Kräh. Die Judoka konnte in diesem Jahr bereits zwei große Erfolge feiern und sicherte sich bei der Weltmeisterschaft in Astana den 3. Platz mit der Mannschaft. Eine weitere Bronzemedaille gewann die 31-Jährige zudem bei den Europa-Spielen in Baku. Die Polizeihauptmeisterin wird von Benny Biemüller trainiert und hofft auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in Rio de Janeiro.

Das Ticket dafür hat Katrin Quooß bereits sicher. Die 28-Jährige wurde vergangenes Jahr Weltmeisterin im Trap-Schießen, schied bei den diesjährigen Titelkämpfen aber bereits vor dem Finale aus. "Ich bin sicher, wir werden in Rio wieder mit einer starken Mannschaft am Start sein", sagt Wilfried Lausch. Der OSP-Leiter rechnet mit etwa 20 Brandenburger Teilnehmern bei den Spielen in Brasilien.

Der 57-Jährige löste 1994 Werner Bielagk als Leiter des Olympiastützpunktes ab. Als eine der momentan größten Probleme sieht Lausch die sinkende Zahl qualifizierter Trainer. "Der Beruf des Trainers ist in Deutschland nicht mehr attraktiv. Da muss der DOSB viel stärker gegensteuern. Sonst haben wir in einigen Jahren zwar noch Athleten, aber niemanden mehr, der sie trainiert", sagt er.

Doch der Olympiastützpunkt ist mehr als nur Kaderschmiede. "Er ist das Management-Rückgrat des brandenburgischen Sports und bringt Strukturen", sagt Roland Kant, der als Koordinator Nachwuchs und Psychologe beim OSP arbeitet. "Davon profitiert nicht nur der Spitzensport, das enge Netzwerk umfasst auch die einzelnen Landesverbände, Sportvereine und den Kinder- und Jugendsport." Für die Sportstadt Frankfurt und die gesamte Region kann der Olympiastützpunkt somit als wichtiges Aushängeschild gesehen werden.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG