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Geschäftsführer dankt der Feuerwehr Schernsdorf für die jahrelange Zusammenarbeit

Zeisigberg sagt Feuerwerk ab

Ralf Loock / 05.10.2015, 21:04 Uhr
Müllrose (MOZ) Gut Zeisigberg hat die beliebte Vorsilvesterfeier mit dem Höhenfeuerwerk abgesagt. Geschäftsführer Wilfried Selenz begründete diesen Schritt mit einer allgemeinen Enttäuschung über die Haltung der Stadt Müllrose und des Amtes Schlaubetal.

Im aktuellen Veranstaltungskalender 2015 für Müllrose und das Schlaubetal, herausgegeben von der Stadt, kann man auf der Seite 12 lesen: Donnerstag, 31. Dezember 2015, Vorsilvesterfeuerwerk auf Gut Zeisigberg bei freiem Eintritt.

Doch daraus wird jetzt nichts: "Wir haben uns entschieden, die Silvesterveranstaltung abzusagen", teilte Wilfried Selenz von der Entwicklungsgesellschaft für Gesundheit und Soziales mbH Gut Zeisigberg mit. "Wir hätten es gerne gemacht, aber es geht leider nicht mehr." Für ihn sei nicht klar, wie man den Erholungsort Müllrose ausgestalten wolle; man habe zwar ein Konzept erstellen lassen, aber mit den örtlichen Unternehmen habe man kaum gesprochen. Seine Erfahrung sei, dass die Verwaltung des Amtes Schlaubetal den Veranstalter der Silvesterfeier nicht unterstütze, "wir müssen jedes Jahr eine Genehmigung für das Feuerwerk beantragen. Für diese Bearbeitung erhalten wir anschließend einen Gebührenbescheid über 200 Euro", berichtete Wilfried Selenz. Man habe jedes Jahr darum gebeten, dass man auf diese Gebühr verzichtet, "aber nur in einem Jahr brauchten wir nicht bezahlen."

Ein wichtiger Punkt ist für ihn der letztlich gescheiterte Versuch, von der Stadt Müllrose 25 Hektar Stadtwald zu kaufen; Gut Zeisigberg wollte das Areal für die Wildhaltung nutzen. Aber die Kommune habe "uns nur Schwierigkeiten bereitet."

Bürgermeister Detlef Meine sagte dazu auf Anfrage, dass diese Verhandlungen vor Jahren stattgefunden haben, "das war vor meiner Amtszeit, aber ich kenne die Vorgänge gut", sagte er. Richtig sei aber, dass die Kommune schließlich ein Kaufangebot gemacht habe, dass das Unternehmen aber wegen des Preises nicht akzeptiert habe. Es habe in der Tat eine solche Offerte gegeben, bestätigte dazu Wilfried Selenz, aber der Preis sei viel zu hoch gewesen. Er habe daher im Oktober 2010 das Kaufprojekt enttäuscht aufgeben müssen, "ich musste die kompromisslose Haltung der Stadtverordnetenversammlung zur Kenntnis nehmen."

Zu den Silvesterveranstaltungen auf dem Zeisigberg waren in den vergangenen Jahren stets tausende Besucher gekommen. Rund 50 Mitarbeiter von Gut Zeisigberg waren an diesen Nachmittagen im Einsatz. Die Feuerwehr Schernsdorf sorgte auf der Zufahrt und den Parkplätzen für eine reibungslosen An- und Abfahrt, auf der B 87 kümmerte sich die Polizei um die Verkehrsregelung. "Wir sind allen Helfern sehr dankbar, besonders natürlich der Freiwilligen Feuerwehr Schernsdorf, mit der wir auch in diesem Jahr gerne wieder kooperiert hätten", erläuterte Wilfried Selenz.

Insgesamt aber sei die Enttäuschung über die Stadt Müllrose und das Amt Schlaubetal so groß, dass er nun absagen müsse.

Bleibt die Frage, warum er sich zu diesem Schritt im Oktober 2015 entschieden habe? Die Kaufverhandlungen zum Stadtwald waren ja bereits 2010 beendet worden, seine Kritik und seine Enttäuschung gab es doch bereits in den vergangenen Jahren, folglich hätte er schon das Feuerwerk 2014 und 2013 streichen müssen.

Wilfried Selenz antwortete dazu, dass das Unternehmen, wenn man konsequent gehandelt hätte, schon in den vergangenen Jahren diesen Schritt hätten gehen sollen. Es sei spät, aber nicht zu spät. Das Silvesterfeuerwerk sei Geschichte, es werde auch 2016 keine Neuauflage geben, "wir werden uns jetzt auf die Landwirtschaft konzentrieren."

Zu der Kritik von Wilfried Selenz sagte Ilka Matuschke, Amtsdirektorin des Amtes Schlaubetal, auf Anfrage: "Eine Debatte ist mir nicht bekannt."

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