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Volle Attacke

Steht politisch stark unter Druck: Detlef Reckin.
Steht politisch stark unter Druck: Detlef Reckin. © Foto: Dirk Nierhaus/MZV
Dirk Nierhaus / 06.10.2015, 04:19 Uhr
Kremmen (MZV) Der Bürgermeister wird in Kremmen erst 2017 gewählt. Hinter den Kulissen rangeln besonders die großen Parteien aber offenbar schon jetzt um eine gute Ausgangsposition. Vorgewagt hat sich jetzt die CDU: Die Partei will SPD-Mann Detlef Reckin aus seinen Ämtern jagen.

Die Christdemokraten haben am vergangenen Freitag den Antrag eingereicht, Reckin als Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung abzuwählen. Darüber könnten die Abgeordneten bereits in der Sitzung am Donnerstag nächster Woche abstimmen. Es ist aber noch nicht klar, ob der Antrag fristgerecht eingegangen ist. Die SPD meint nein, die CDU ja. Jetzt ist die Expertise der Kommunalaufsicht gefragt. Bestätigt diese die Rechtsauffassung der SPD, wird eben später über die Abwahl entschieden. CDU-Fraktionschef Frank Bommert ließ am Montag keinen Zweifel daran aufkommen, dass seine Partei an dem Antrag festhält.

Er begründet diesen mit verloren gegangenem Vertrauen in den SPD-Mann. Reckin habe bei seiner Wahl zum Ortsvorsteher der Stadt Kremmen mit den Stimmen der CDU versprochen, dafür im Gegenzug seinen Posten als Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung niederzulegen. "Das hat er später ja bekanntlich abgelehnt. Für uns ist er nach diesem Wortbruch nicht mehr tragbar. Wir können nicht einfach zur Tagesordnung zurückkehren und mit ihm weiterarbeiten", so Bommert.

Reckin hat die Darstellung der CDU stets zurückgewiesen. So auch am gestrigen Montag. Es habe keine konkrete Absprache gegeben. Ihn habe der Antrag "sehr überrascht". Er werde sich nun mit seiner Fraktion und anderen Abgeordneten abstimmen und sich erst dann in der Sache äußern, sagte der 61-Jährige, der gleich zweifach unter Beschuss steht. Die CDU hat nämlich darüber hinaus beantragt, ihn als Ortsvorsteher von Kremmen abzuwählen - und seinen Stellvertreter Andreas Kretzschmar (SPD) gleich mit. "Wir haben kein Vertrauen mehr in ihre Arbeit", sagte Dr. Stefanie Gebauer am Montag. Sie sitzt für die CDU im Ortsbeirat sowie im Stadtparlament und gilt seit längerem als Gegnerin von Reckin.

Ob dieser Abwahlantrag fristgerecht eingegangen ist, wird wohl auch die Kommunalaufsicht klären müssen. SPD und CDU sind sich uneins. "Wenn es in der nächsten Sitzung noch nicht klappt, dann eben in der übernächsten", zeigte sich Stefanie Gebauer entschlossen.

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