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Entscheidung über Ortsvorsteher vertagt

Dirk Nierhaus / 10.10.2015, 02:00 Uhr
Kremmen (MZV) Wer wird neuer Ortsvorsteher der Stadt Kremmen? Die CDU will nicht mehr mit dem erst im Mai gekürten Detlef Reckin (SPD) arbeiten und hat einen Abwahlantrag gegen ihn gestellt. Er hat angeblich eine Absprache mit den Christdemokraten nicht eingehalten. Doch im Ortsbeirat am Montag (19.30 Uhr) dürfte nichts passieren. Stattdessen will die CDU die Entscheidung in einer außerplanmäßigen Sitzung in den Herbstferien am 26. Oktober herbeiführen. Dann ist Reckin aber im Dänemark-Urlaub.

"Ich habe gerade den entsprechenden Antrag eingereicht", bestätigte Dr. Stefanie Gebauer (CDU) am Freitag. Sie verzichtet damit auf die Möglichkeit, bereits am kommenden Montag über Reckin abstimmen zu lassen. Ihr zufolge bestünde dann nämlich die Gefahr, dass die Wahl angefochten wird. Denn sie wäre nur möglich, wenn die Sache als dringlich eingestuft wird. "Was ist Dringlichkeit und was nicht? Da gibt es zu viel Unsicherheit. Eine außerplanmäßige Sitzung ist die saubere Lösung", sagte Gebauer. Den ersten Antrag, Reckin bereits am Montag abwählen zu lassen, hatte die CDU zu spät eingereicht.

Für den amtierenden Ortsvorsteher bedeutet das noch einige Wochen Schonfrist - wenn er sich darauf einlässt. Denn die Chancen, den Abwahlantrag wann auch immer unbeschadet zu überstehen, stehen angesichts der Zusammensetzung des Ortsbeirats schlecht für Reckin. Es droht also eine Hängepartie, deren Ausgang eigentlich schon feststeht. Ob er sich das antut? Einen Rücktritt hatte Reckin zuletzt zwar ausgeschlossen. Dies sei für ihn ein Schuldeingeständnis. Er habe sich aber nichts vorzuwerfen. Doch vielleicht hat er inzwischen umgedacht.

Und wer folgt auf den Amtsinhaber, wenn er denn tatsächlich abgewählt wird? Ambitionen werden Stefanie Gebauer und Eckhard Koop (parteilos) nachgesagt. Die Christdemokratin wollte sich selbst dazu nicht äußern. "Es wird sich zeigen, wer sich zur Wahl stellt", sagte sie. Koop dagegen hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er sich als legitimer Ortsvorsteher sieht. Er habe bei den Kommunalwahlen die meisten Stimmen erhalten. Die Wähler hätten damit deutlich zum Ausdruck gebracht, wen sie im Amt des Ortsvorstehers haben möchten. "Jetzt haben wir die Chance, den Wählerwillen umzusetzen", machte Koop deutlich. Er stehe für das Amt jedenfalls zur Verfügung, wenn er eine Mehrheit im Ortsbeirat bekomme.

Zumindest auf die Stimme von Heidi Sommer (Die Linke) kann der Malermeister aus Orion schon einmal bauen. "Eckhard Koop hat die meisten Wählerstimmen bekommen und somit das Mandat der Bürger. Er sollte auch Ortsvorsteher sein", sagte sie.

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