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Jeder zweite Drittklässler in Brandenburg erfüllt bei der Rechtschreibung die Mindeststandards nicht

Schüler scheitern an Deutsch-Test

Mathias Hausding / 13.10.2015, 09:22 Uhr
Potsdam (MOZ) Brandenburger Kinder haben große Probleme mit der Rechtschreibung, die Hälfte der Jungen scheitert an den Mindestanforderungen. Das ist das Ergebnis der jüngsten Vera-3-Studie. Die Grünen im Landtag zeigen sich erschrocken über den Befund und fordern Gegenmaßnahmen.

Knapp 18 000 Schüler von fast 500 Brandenburger Schulen haben im Mai 2014 an den Vergleichsarbeiten der Klassenstufe 3 teilgenommen. Während im Fach Mathematik sowie beim Lesen jeweils rund 17 Prozent der Schüler die Kompetenzstufe I und damit die Mindestanforderungen des Tests nicht erfüllten, waren es beim Rechtschreiben 42 Prozent. Besonders groß sind die Defizite der Jungen: 47 Prozent von ihnen scheiterten daran, Lückensätze korrekt zu vervollständigen, Wörter zu ordnen oder falsch geschriebene Wörter zu erkennen. Nur jedes dritte Kind erreichte demnach ein mindestens durchschnittliches Niveau.

Das Institut für Schulqualität der Länder Berlin und Brandenburg (ISQ) als Auswerter des Tests verweist zudem darauf, dass es sich bei der Rechtschreibprüfung "um ein eher leichtes Testheft" gehandelt habe. Zudem sei anders als in Mathe und Lesen die Teilnahme am Schreib-Test für die Schulen freiwillig gewesen. Es ist also möglich, dass sich Schulen mit besonders großen Problemen gar nicht erst beteiligt haben.

"Die Vera-3-Ergebnisse für Brandenburg geben ein erschreckendes Bild ab", erklärte Marie Luise von Halem, Bildungsexpertin der Grünen-Fraktion im Landtag, am Montag. "Laut ISQ-Institut können die Schülerinnen und Schüler lediglich "Wörter überwiegend lautgetreu schreiben'. Dieser Zustand ist nicht hinnehmbar." Marie Luise von Halem fordert das Bildungsministerium dazu auf, Rechenschaft darüber abzulegen, "welche Maßnahmen ergriffen werden, um die Rechtschreibfähigkeiten der Brandenburger Drittklässler deutlich zu verbessern".

Der Vera-3-Test wird jedes Jahr bundesweit einheitlich durchgeführt, aber nur Berlin und Brandenburg veröffentlichen die Ergebnisse. In der Bundeshauptstadt erzielten die Kinder im Rechtschreiben ähnliche Resultate wie die in Brandenburg.

Die Vergleichsarbeiten sind in erster Linie ein Instrument zur internen Qualitätsüberprüfung von Unterricht und Schule. Laut ISQ-Institut sollen die Ergebnisse "Akteuren vor Ort Anstöße bieten, ihr professionelles Handeln datengestützt weiterzuentwickeln".

Wolfgang Seelbach, Sprecher des Brandenburger Landeselternrats, bezweifelt, dass dies in ausreichendem Umfang geschieht. "Es werden kaum Lehren aus diesen Tests gezogen", kritisiert er. "Schüler und Eltern erhalten dazu meist nur wenige Rückmeldungen von den Lehrern." Dies sei auch deshalb ärgerlich, weil die Tests äußerst aufwendig und teuer seien.

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pitti platsch 13.10.2015 - 12:07:48

Das Problem ist doch leicht zu erklären.

Der Fehler passiert doch schon in der ersten Klasse, hier dürfen die Schüler sämtliche Wörter so schreiben wie sie meinen, dass sie geschrieben werden. Es wird ihnen sicher gesagt wie es eigentlich richtig wäre, aber es findet keine Ahndung der Fehler statt. Fehler müssen von Anfang an knallhart korrigiert werden, da sie sich sonst einprägen und nur noch schwer auszubügeln sind. Der Tischlermeister bringt seinem Azubi auch von Beginn an bei, den Hobel richtig zu benutzen und so muss das auch beim Schreiben sein. http://www.deutschlandfunk.de/lesen-und-schreiben-lernen-streit-um-die-richtige-methode.1148.de.html?dram:article_id=295898

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