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150 Menschen nahmen Abschied vom langjährigen Schwedter Landtagsabgeordneten

Bewegende Trauerfeier für Lothar Englert

Ein letzter Gruß: Auf dem Neuen Friedhof in Schwedt verabschiedeten sich am Dienstag Familienangehörige, berufliche und politische Weggefährten sowie Nachbarn von dem am 3. Oktober verstorbenen ehemaligen Landtagsabgeordneten Lothar Englert.
Ein letzter Gruß: Auf dem Neuen Friedhof in Schwedt verabschiedeten sich am Dienstag Familienangehörige, berufliche und politische Weggefährten sowie Nachbarn von dem am 3. Oktober verstorbenen ehemaligen Landtagsabgeordneten Lothar Englert. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Dietmar Rietz / 13.10.2015, 20:30 Uhr
Schwedt (MOZ) Mit einer tief bewegenden Trauerfeier hat Schwedt am Dienstag auf dem Neuen Friedhof von dem langjährigen Landtagsabgeordneten Lothar Englert Abschied genommen. Er war am 3. Oktober im Alter von 82 Jahren in der Oderstadt gestorben.

150 Familienangehörige, Verwandte, Freunde, langjährige berufliche und politische Weggefährten und Nachbarn versammelten sich vor seinem mit Rosen geschmückten Sarg in der Trauerhalle, um seiner zu gedenken und der Familie in der schweren Stunde beizustehen. Darunter Bürgermeister Jürgen Polzehl, Altbürgermeister Peter Schauer, Theaterintendant Reinhard Simon, Geschäftsführer kommunaler Betriebe, Landes- und Lokalpolitiker. Eine Fotografie in der Trauerhalle zeigte Lothar Englert, wie Schwedt ihn in Erinnerung hat. Trauerrednerin Sandy Sollan sprach der Familie Trost und Mut zu. Sie erinnerte an das bewegte Leben des Ehemanns, Vaters, Opas und Uropas, des Ingenieurs und SPD-Politikers, charakterisierte ihn als Freund klassischer Literatur und Musik. Englert hatte Maschinenbau/Technologie und Papiertechnik studiert. Als Diplom-Ingenieur war er später an der TU Dresden tätig. Seit den 1960-Jahren arbeitete er im Papier- und Kartonwerk in Schwedt, 1989/90 in leitenden Stellungen.

Der am 18. Juli 1933 in Hainsberg (Sachsen) Geborene trat nach der politischen Wende in die SPD ein und wurde 1990 in die Schwedter Stadtverordnetenversammlung gewählt. In den 1990er-Jahren saß er für Schwedt beziehungsweise die Uckermark als Abgeordneter im Brandenburgischen Landtag. Hier war er unter anderem Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie, zeitweilig auch dessen Vorsitzender.

Altbürgermeister Peter Schauer sprach in seiner Trauerrede über den Weggefährten ergreifende Worte des Abschieds. Er sagte: "Schwedt hat ihm sehr viel zu verdanken." Englert holte einst das Haindl-Werk her, ist Pate des Spaßbades, war Kämpfer für einen neuen Grenzübergang, für den Hafen. In Potsdam sei er wegen des Engagements für seine Stadt "Lothar Schwedt" genannt worden. Schauer forderte, es sei an der Zeit, einen Fehler zu korrigieren und Lothar Englert - jetzt postum - zum Ehrenbürger der Stadt Schwedt zu machen. Wörtlich: "Wenn nicht er, wer dann?"

Schauer hatte bereits 1998 dessen Ehrenbürgerschaft vorgeschlagen und den Vorschlag wegen zu erwartender Widerstände in der SVV wieder zurückgezogen. Die Entscheidung über eine Ehrenbürgerschaft braucht eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Schwedter Stadtparlament.

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