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Am Tag der Kinder- und Jugendliteratur geht der 14. Nachwuchspreis "Bernadette" an die 16-jährige Laura Pein

Mit Blumen-Bomben die Welt retten

Schreibt seit ihrer Grundschulzeit: Die 16-jährige Laura Pein, Zehntklässlerin der Karl-Sellheim-Schule in Eberswalde, gewinnt den Nachwuchsautorenpreis "Bernadette". Ihre Geschichte handelt von einem Mädchen, das gegen Oberflächlichkeiten ist.
Schreibt seit ihrer Grundschulzeit: Die 16-jährige Laura Pein, Zehntklässlerin der Karl-Sellheim-Schule in Eberswalde, gewinnt den Nachwuchsautorenpreis "Bernadette". Ihre Geschichte handelt von einem Mädchen, das gegen Oberflächlichkeiten ist. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Anna Fastabend / 15.10.2015, 04:45 Uhr - Aktualisiert 09.02.2016, 14:37
Eberswalde (MOZ) "Nur mal schnell die Welt retten" war das Thema des Barnimer Kinder- und Jugendliteraturpreises 2015. Der mit 2500 Euro dotierte Erwachsenen-Preis "Eberhard" ging an die Dresdnerin Frauke Angel, der mit 100 Euro ausgelobte Nachwuchspreis "Bernadette" an die Karl-Sellheim-Schülerin Laura Pein.

"Alles Große, das in der Welt vollbracht wurde, spielte sich zuerst in der Fantasie eines Menschen ab", dieses Astrid-Lindgren-Zitat stand an der Wand im Paul-Wunderlich-Haus und stimmte wunderbar auf die Inhalte der später vorgelesenen Gewinnertexte ein. Denn getreu dem Motto "Nur mal schnell die Welt retten" handelten die Geschichten der Wettbewerbsteilnehmer von dem Mut davon, sich auf die Suche nach dem eigenen Ich zu machen und ein Leben abseits von gesellschaftlichen Regeln und Zumutungen zu führen. Zustände, die manchmal auch krank machen können. Die Bandbreite der eingesandten Texte war groß. Überzeugen konnten die Dresdner Autorin Frauke Angel, die in ihrer Geschichte einen kunterbunten, alternativen Lebensentwurf schildert, und die 16-jährige Brandenburgerin und Barnimerin Laura Pein, die eine amüsant, fiktive Ich-Beobachtung einreichte.

Die Literatur-Preise Bernadette und Eberhard sind in diesem Jahr durch den Landkreis Barnim an Laura Pein aus Eberswalde und Frauke Angel aus Dresden vergeben worden.
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Literaturpreis Bernadette und Eberhard

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Am Mittwoch wurde zum 27. Mal der Barnimer Tag der Kinder- und Jugendliteratur gefeiert. Die Autorenauszeichnung "Eberhard" wurde zum 18. Mal, die Nachwuchsmedaille "Bernadette" zum 14. Mal überreicht. Vormittags gab es in Schulen und Bibliotheken zudem insgesamt 30 Lesungen von 15 Autoren, um den Kindern und Jugendlichen die Welt der Bücher näherzubringen.

Am Nachmittag fand die Preisverleihung statt. Vize-Landrat Carsten Bockhardt (CDU) gab bei der Eröffnungsrede einen kurzen Rückblick in die Geschichte: Der Tag ganz im Zeichen der Kinderbücher entstand noch vor der Wende. Was mit ersten Lesungen begann, wuchs über die Jahre. Später kamen die Auszeichnungen hinzu. Die Bronze-Statue "Eberhard", die einen geflügelten Eber darstellt, und die Medaille wurden von dem Eberswalder Metallbildhauer Eckhard Herrmann geschaffen.

"Dieser Tag ist eine der guten Sachen, die uns aus der DDR-Zeit erhalten geblieben ist", so Bockhardt. Zu seiner Finanzierung steuert der Kreis jährlich 10 000 Euro zu. Weitere Unterstützer sind die Städte Eberswalde und Bernau, die Sparkasse Barnim und der Friedrich-Bödecker-Kreis des Landes Brandenburg.

In diesem Jahr sandten zu dem Wettbewerb 79 Autoren ihre bisher unveröffentlichten, deutschsprachigen Erzählungen und Romanauszüge ein. 17 Beiträge kamen aus dem Ausland, aus Österreich, der Schweiz, England, Türkei und Schweden.

Die Gewinnerin Frauke Angel aus Dresden, die eigentlich Schauspielerin ist und das Schreiben erst spät für sich entdeckte, ist bereits mehrfach prämiert worden. Sie reichte eine Geschichte über einen Flüchtlingswaisen ein, der bei seiner alternativen Adoptivmutter in einem experimentellen Wohnprojekt aufwächst. Der Junge verfügt über ein unerschütterliches Selbstbewusstsein, obwohl er im Kindergarten keine Freunde hat. Die anderen Kinder mögen ihn nicht, weil er in einem "verrückten" Umfeld ohne Fernseher, dafür aber mit einem männlichen Mitbewohner unter einem Dach lebt, der für sein Leben gern Glitzerkleider trägt. Doch der Junge verzweifelt nicht daran, dass er als "Ökofreak" verschrien ist - im Gegenteil. Er weiß, dass er Glück gehabt hat. Und das möchte er mit den Flüchtlingskindern teilen, die immer noch im Übergangswohnheim leben. Deshalb lässt er davor sogenannte Blumen-Bomben aus Düngemittel und Saatgut platzen, damit dort eine glücklichmachende Wildblumenwiese entsteht. Die Jury, der seit Jahren Edda Eska vorsitzt, überzeugte die Erzählung durch ihre poetische Kraft und ihr politisches Engagement.

"Das Leben ist wie eine Kuh" von Karl-Sellheim-Schülerin Laura Pein (16) handelt von einem Mädchen, dem es missfällt, dass Äußerlichkeiten in der heutigen Zeit mehr zählen als der Charakter. Deshalb ist der beste Freund der Figur auch ein Yorkshire-Terrier, dem es total egal ist, wie das Mädchen aussieht. Die Zehntklässlerin, die seit der Grundschule schreibt, habe gewonnen, weil sie mit viel Liebe zum Detail auf die inneren Werte hinweise, so das Urteil der Nachwuchsautoren-Jury, der Autorin Carmen Winter vorstand.

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