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Uckermärkische Holzindustrie sieht Rohstoffgefahren durch Naturschutz, Totalreservate und Waldumbau

Sägewerke fürchten um Forstflächen

Bretter für die Bauwirtschaft: Jährlich werden bei Robeta in Milmersdorf zwischen 250 000 und 300 000 Festmeter Nadelholz verarbeitet. Zwei Drittel davon sind Bauholz, also Balken, Bretter und Leisten.
Bretter für die Bauwirtschaft: Jährlich werden bei Robeta in Milmersdorf zwischen 250 000 und 300 000 Festmeter Nadelholz verarbeitet. Zwei Drittel davon sind Bauholz, also Balken, Bretter und Leisten. © Foto: Uwe Werner
Uwe Werner / 15.10.2015, 05:45 Uhr
Milmersdorf (MOZ) Die uckermärkische Holzindustrie fürchtet um ihre Rohstoffe. Immer mehr Forstflächen werden durch den Naturschutz aus der Bewirtschaftung genommen. Hinzu kommt ein langfristiger Waldumbau. Kritiker sehen Gefahren für Sägewerke und Arbeitsplätze.

Robeta in Milmersdorf ist im kommenden Jahr ein Vierteljahrhundert am Markt. Hier werden Baumstämme verarbeitet, die eine oder gar zwei Generationen Förster und Waldarbeiter angepflanzt haben. "Mittelfristig sehen wir allerdings Gefahren für die Sicherung des Nachschubs an Nadelhölzern für die Holzindustrie", so Edgar Rockel und Rainer Benthin, zwei der Robeta-Geschäftsführer. "Durch den laufenden Waldumbau werden immer weniger Nadelbäume angebaut. Hinzu kommt, dass mit der Ausweisung neuer und der Erweiterung bestehender Totalreservate und FFH-Flächen immer mehr Forstflächen aus der Bewirtschaftung genommen werden."

Das könne fatale Folgen für darauf spezialisierte Sägewerke und die Sicherung bestehender Arbeitsplätze haben. "Wer dafür ist, möglichst viel mit regionalen Rohstoffen zu wirtschaften, der muss auch im Auge behalten, dass diese weiter in ausreichendem Maße bei uns heranwachsen können", so Rainer Benthin. "Bei allem Streben nach Schutz der Natur und nachhaltiger Wirtschaft dürfen wir nachfolgenden Generationen nicht die Basis dafür entziehen."

Robeta ist es gelungen, die regionale Wertschöpfungskette komplett zu schließen - vom Wald über das Sägewerk bis zum Kunden. "Wir profitieren nicht zuletzt von hervorragenden Standortbedingungen wie die Waldnähe in der Region, was die Transportwege kurz hält und hilft, Kosten zu sparen", erklärt Behnthin. Derzeit deckt der Betrieb seinen Bedarf an Rohholz zu 80 bis 90 Prozent von privaten, kommunalen oder kirchlichen Waldbesitzern aus einem Umkreis von 80 bis 100 Kilometern.

Im Jahresdurchschnitt werden bei Robeta zwischen 250 000 und 300 000 Festmeter Nadelrundholz (Kiefer, Douglasie, Lärche und Fichte) aus den besten nachhaltig bewirtschafteten Wuchsgebieten in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern verarbeitet. Das entspricht immerhin zwischen 45 und 50 Lkw-Ladungen täglich.

Zu 65 Prozent wird daraus Schnittholz - Balken, Bretter und Leisten. Holzhackschnitzel werden als hochwertiges Nebenprodukt an Hersteller von Zellulose geliefert. Der Rest sind Rinde und Späne, die vor Ort in einem 2008 eingeweihten hochmodernen Biomasse-Blockheizkraftwerk genutzt werden. Diese 5,3 Millionen Euro-Investition sichert dem Unternehmen jährlich die Versorgung mit 1,3 Megawatt elektrischer Energie und fünf Megawatt Wärme.

Für das Bestehen auf einem hart umkämpften Markt haben sich weitere Investitionen bezahlt gemacht. 2009 war bei Robeta ein Besäumstapelsortierwerk für 3,5 Millionen Euro in Betrieb genommen worden. Seit 2011gibt es zudem eine Produktionslinie für HolzspäneBriketts.

Die Hauptmärkte des Unternehmens sind derzeit neben Deutschland auch England, Spanien, Holland und Polen. Der Jahresumsatz liegt aktuell bei etwa 30 Millionen Euro.

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