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Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde hat sich Familienfreundlichkeit auf die Fahnen geschrieben

Ein Kind ist kein Hindernis

Mit Kind an der Hochschule: Josefine Adel (26) studiert Regionalentwicklung und Naturschutz. Tochter Edda ist acht Monate alt.
Mit Kind an der Hochschule: Josefine Adel (26) studiert Regionalentwicklung und Naturschutz. Tochter Edda ist acht Monate alt. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Anna Fastabend / 16.10.2015, 06:45 Uhr - Aktualisiert 05.02.2016, 11:34
Eberswalde (MOZ) Lange Zeit waren die Vereinbarkeit von Kindererziehung und Ausbildung Privatsache. Heutzutage bemühen sich die Universitäten familienfreundlich zu sein. Auch die Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) Eberswalde unterstützt Studierende und Lehrende mit vielen Angeboten.

Antonia Beutning (24) ist neu an der HNE. Sie beginnt dort in diesem Semester ihren Master in nachhaltiger Unternehmensführung. Doch auch in einem anderen Bereich fängt für sie ein neuer Lebensabschnitt an. Denn sie bekommt schon bald ein Kind. "Ich studiere auch deshalb in Eberswalde, weil Familienfreundlichkeit wichtig für mich ist", erklärt sie.

Damit die Berlinerin auch als junge Mutter den Master schafft, hat sie sich vor Studienbeginn mit der Koordinatorin "Familienfreundliche Hochschule" Vera Clauder zusammengesetzt. Diese bietet Beratungsgespräche an, in denen sie den familienfreundlichen Campus vorstellt und mit den Studierenden individuelle Studienpläne, die über die Regelstudienzeit hinausgehen können, entwickelt. Und wenn sie einmal nicht weiterweiß, kennt sie zumindest den richtigen Ansprechpartner. Antonia Beutning hat sie beispielsweise darüber informiert, dass sie sich aus Gründen des Mutterschutzes sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Entbindung von den Prüfungen entschuldigen lassen kann.

Von den 2000 HNE-Studenten haben mindestens Hundert Kinder, weiß Vera Clauder. Dies ist die Zahl der im studentischen Elternnetzwerk registrierten Mütter und Väter. Da keine Registrierungspflicht besteht, können es natürlich auch mehr sein. Die Hochschulangehörigen nutzen das auf Familien abgestimmte Angebot der Universität gern. Neben Familienfesten, die zu Semesterbeginn, im Sommer und zu Weihnachten stattfinden, gibt es in der Stadtcampus-Bibliothek einen abgetrennten Arbeitsbereich, in dem Eltern mit Kind arbeiten können, ohne andere Studierende zu stören. Zudem bietet die HNE an ihren beiden Standorten sogenannte Eltern-Kind-Räume an, die mit Kinderbett, Wickeltisch, Babykostwärmer, Spielsachen sowie einem Rechner ausgestattet sind.

Auch bei der Suche nach einem Betreuungsplatz unterstützt die Fachhochschule. Zu diesem Zweck arbeitet sie eng mit den städtischen Einrichtungen Kita Sputnik und der Waldcampus-Kita sowie Tagesmüttern zusammen.

Besonders kompliziert wird es für studierende Eltern oft bei der Sicherung des Lebensunterhalts. Aus diesem Grund offeriert das Studentenwerk, insbesondere Lothar Korallus, Beratungsgespräche zur Studienfinanzierung. Unter bestimmten Bedingungen können Eltern die staatliche Ausbildungsförderung BAföG auch über die Regelstudienzeit hinaus sowie einen Kinderbetreuungszuschuss erhalten. Darüber hinaus gibt es allerhand andere Zuschüsse, die studierende Eltern beantragen können: 100 Euro als Willkommensgruß für Neugeborene und neue Studierende. Eine finanzielle Unterstützung zum Semesterticket oder zur Kinderbetreuung, falls die Kita mal geschlossen hat. Zudem verfügt die Hochschule über 13 Laptops, die Eltern ausleihen können, um von zu Hause aus zu arbeiten.

Die HNE ist Teil des Netzwerkes Familienfreundlichkeit an Brandenburger Hochschulen und gehört zu den Erstunterzeichnern der Charta "Familie in der Hochschule", deren Ziel es ist, die Vereinbarkeit stetig zu verbessern. Maria Rumke (29) ist im 7. Semester Ökolandbau an der HNE. Als Mutter einer kleinen Tochter hat sie gute Erfahrungen gemacht. "Ich habe mein Kind zu Anfang sogar mit in die Vorlesungen genommen. Das war überhaupt kein Problem."

Weitere Informationen gibt es unter www.hnee.de/familie.

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