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Steinhöfel investiert in Heinersdorf / Von 2018 bis 2020 kein Geld für andere Vorhaben

Millionen für das Herrenhaus

Andreas Wetzel / 17.10.2015, 06:07 Uhr
Heinersdorf (MOZ) Die grundhafte Sanierung des Herrenhauses in Heinersdorf wird den Etat der Gemeinde Steinhöfel für die kommenden fünf Jahre massiv belasten. Das wurde aus den Zahlen deutlich, die Bürgermeisterin Renate Wels am Donnerstag im Finanzausschuss erstmals öffentlich verkündete.

Die Gemeindevertreter und Ortsvorsteher wussten seit September, welchen Rahmen die Kommunalaufsicht des Landkreises der Gemeinde gesteckt hat: "Wir dürfen keinen Kredit aufnehmen, sondern nur mit Fördermitteln bauen", so Wels.

Diese Vorgabe aus Beeskow hatte einige Konsequenzen für das Bauprojekt, wie die Bürgermeisterin im Ausschuss erläuterte. "Die Bauplanung musste an den Förderzeitraum 2016 bis 2020 angepasst werden." Ursprünglich wollte Steinhöfel den 7,7 Millionen teuren Um- und Ausbau des denkmalgeschützten Hauses auf sieben statt auf fünf Jahre strecken.

Immerhin: Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, von den Baugenehmigungen bis hin zur Sicherung des Eigenanteils der Kommune, ist eine 75-prozentige Förderung durch das Land Brandenburg aus dem Programm zur Stärkung des Ländlichen Raums möglich.

"Dass es ein steiniger Weg wird, wussten wir vorher", sagte Norbert Schreiter, der Vorsitzende des Finanzausschusses. "Aber wir haben uns mehrheitlich zu diesem Objekt bekannt, und jetzt stehen wir auch dazu." Auch wenn das in den Jahren 2018 bis 2020 bedeuten wird, dass Steinhöfel außer dem Herrenhaus keine weitere Investition wird tätigen können. "Das ist Bestandteil dessen, was wir von der Kommunalaufsicht bekommen haben", erläuterte Renate Wels. Die bereits im Entwurf des Doppelhaushalts für 2016 und 2017 eingesetzten Investitionsprojekte seien davon noch nicht betroffen.

Für das Herrenhaus wird Steinhöfel nach aktueller Planung im kommenden Jahr rund 840000 Euro ausgeben, 2017 erfolgt dann schon ein deutlich größerer Bauabschnitt, der mit rund 2,1 Millionen Euro zu Buche schlägt. 2018 und 2019 werden jeweils 1,45 Millionen Euro fällig, im letzten Jahr der Sanierung, 2020, dann noch einmal 1,9 Millionen Euro.

Die Frage von Ursula Seefried im Finanzausschuss, zu welchem Zeitpunkt der Bauarbeiten denn bereits erste Teile des Herrenhauses genutzt werden könnten, stellte Bürgermeisterin Renate Wels zurück: "Wir haben noch nicht einmal die Baugenehmigung - die Frage der Erstnutzung können wir frühestens beantworten, wenn wir einen genauen Ausbauplan kennen."

Auch die beiden kommenden Jahre muss Steinhöfel bereits in die Rücklage greifen, um seine Einnahmen und Ausgaben ins Gleichgewicht zu bekommen. Im ersten Etatentwurf stand für 2016 ein Defizit von 308 000 Euro im Raum, für 2017 fehlten 266000 Euro.

Diese Summen werden mit Sicherheit übertroffen, weil in dem Haushaltsplan, der in der Gemeindevertretersitzung im November beschlossen werden soll, sind dann auch die Bausummen für das Herrenhaus mit den Eigenanteilen für die Gemeinde und das Landeserntefest 2016 mit berücksichtigt. Genaue Summen nannte Kämmerin Martina Juksch im Finanzausschuss unter Verweis auf das ausstehende "Feintuning" noch nicht.

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Wilfried Schulze 19.10.2015 - 10:42:20

Noch ist nicht`s beschlossen!?

Warum darf eine Gemeinde mit ausgeglichenem Haushalt keinen Kredit aufnehmen? Eine direkte Nachfrage bei der Kommunalaufsicht wäre wohl zu empfehlen. Auskünfte vom Fachausschuss sind mit Vorsicht zu genießen! Da kann man auch gleich Frau Wels nach ihrer Meinung fragen. In den letzten Jahren wurden weitaus fragwürdigere Finanzierungen in Steinhöfel durchgezogen.

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