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Fontäne sprudelt drei Meter hoch

Wasser Marsch! Zahlreiche Schaulustige stießen auf die erste Fontäne im Freienwalder Schlosspark sei 21 Jahren an.
Wasser Marsch! Zahlreiche Schaulustige stießen auf die erste Fontäne im Freienwalder Schlosspark sei 21 Jahren an. © Foto: MOZ
Steffen Göttmann / 18.10.2015, 23:32 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Drei Meter hoch sprudelt die Fontäne des Brunnens im Schlosspark. Dank bürgerschaftlichen Engagements und öffentlichen Fördermitteln konnte der Brunen innerhalb von fünf Monaten saniert werden.

"Ich bin stolz darauf, dass wir es geschafft haben, den neuen Springbrunnen im Schlosspark einweihen zu können", freute sich Astrid Goschin, Vorsitzende der Wirtschaftsgemeinschaft Bad Freienwalde, als die Fontäne am späten Freitagnachmittag in den Himmel stieg. Die Ingenieurin aus Altranft plante und beaufsichtigte gleichzeitig die Bauarbeiten.

Zahlreiche Schaulustige verfolgten das Geschehen, viele wollten den ersten Wasserstrahl seit 21 Jahren fotografieren. Beate Podlich und Marina Sprenger von der Tourist-Information reichten Getränke und ermunterten die Zuschauer, auf die Fontäne anzustoßen. Das Bläserquartett unter der Leitung von Endrik Salewski untermalte die Zeremonie musikalisch. Bürgermeister Ralf Lehmann (parteilos) dankte Astrid Goschin und Stiftungsrat Hans-Georg Uebel für ihr Engagement.

Die Wirtschaftsgemeinschaft gehört zusammen mit der Stiftung Oderbruch aus Wriezen, der Tourismus GmbH und der Stadt zu den Initiatoren der Brunnensanierung. Dem Spendenaufruf der vier folgten 80 Einzelpersonen, Institutionen, Betriebe und Vereine, sodass innerhalb kurzer Zeit 13 776 Euro auf dem von der Stiftung Oderbruch eingerichteten Konto zusammenkamen. Pro verkaufter Eintrittskarte für die vergangenen Schlossparknächte ging jeweils ein Betrag auf das Spendenkonto der Stiftung. "Das Geld bildet den Eigenanteil, der durch Dritte bei der Städtebauförderung durch Bund, Land und Kommune bei 85-prozentiger Förderung zu erbringen ist", erläuterte Astrid Goschin in ihrer Festansprache.

"Um mit der Instandsetzung beginnen zu können, bedurfte es zweier Voraussetzungen", so die Vorsitzende. Neben dem Geld war ein Gestattungsvertrag zwischen dem Landkreis als Eigentümer und der Stadt Bad Freienwalde erforderlich, die für den Bau und den Betrieb verantwortlich zeichnet. Der Landkreis wollte weder für das Vorhaben Geld ausgeben, noch für die anschließenden Betriebskosten aufkommen. Der Vertrag wurde im September 2013 geschlossen.

Vom alten Brunnen blieb kaum noch etwas übrig. Weil die moderne Technik mehr Platz und Schutz braucht, sei am Hang unterhalb des Brunnens eine neue Brunnenstube errichtet worden, so Astrid Goschin. Die Sohle der Brunnenschale war nicht mehr dicht, sie bedurfte einer Erneuerung. Der Rand erhielt eine neue Abdeckung aus Sandstein.

"Beeindruckt haben mich die 484 Sieblöcher im für diesen Brunnen gefertigten Klöpperboden", sagte Astrid Goschin. Durch sie schießt das Wasser nach oben und bildet die Fontäne. Der Brunnen misst sechs Meter Durchmesser und fasst sieben Kubikmeter Wasser. Wegen des Winters wird es bald wieder abgelassen. Gärtner Jörg Forhoff setzte das Beet um den Brunnen instand und pflanzte 700 Cotoneaster, ein unverwüstlicher Bodendecker.

Brunnenbauer Ralph Pestke lehnte zwar einen Wartungsvertrag mit der Stadt ab, wird aber unentgeltlich bei Havarien helfen sowie im Wechsel der Jahreszeiten das Wasser ein- und auslassen. Hans-Georg Uebel von der Stiftung Oderbruch dankte den Spendern. Die Stiftung, die vor sieben Jahren gegründet wurde, habe seit dem 1799 Zuwendungen erhalten und konnte ihr Spektrum nach und nach erweitern. 2014 seien insgesamt 50 000 Euro Spenden eingegangen.

Der Schlosspark entstand 1870 nach Plänen von Gustav Mayer, ließ Astrid Goschin die Geschichte Revue passieren.Wann der Brunnen gebaut wurde, sei nicht bekannt .Ein altes Foto zeigt einen vermutlich aus Zinkguss bestehender Putto als Wasserspeier, der auf einem Schwan reitet. Als Walther Rathenau 1909 das Schloss kaufte, versachlichte er den Brunnen. Die Figuren verschwanden und wurden durch eine einfache Fontäne ersetzt. 1960 wurde der Brunnen neu betoniert. 1994 wurde er endgültig abgeschaltet und verfiel.

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