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Eine Stiftung mit fünf Jahresringen

Auch 2015 wieder: Hat die WaldWeihnacht anfangs noch 300 Gäste angelockt, kamen zuletzt schon 2000.
Auch 2015 wieder: Hat die WaldWeihnacht anfangs noch 300 Gäste angelockt, kamen zuletzt schon 2000. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Simon Rayß / 23.10.2015, 06:50 Uhr
Eberswalde (MOZ) Vor fünf Jahren ist die Stiftung WaldWelten ins Leben gerufen worden. Während die Jubiläumsfeier noch ein wenig auf sich warten lässt, hat die Führungsriege den Anlass genutzt, um Bilanz zu ziehen und über aktuelle und kommende Projekte zu informieren.

30000 - so viele Bäume hat die Stiftung in den fünf Jahren ihrer Existenz gepflanzt. Eine beachtliche Zahl, auch wenn der Präsident der Einrichtung, Harald Schill, den monumentalen Klang der Zahl ein wenig zurechtstutzt: "Viele der Bäume sind noch klein, manche aber schon anderthalb Meter groß", erklärt er am Donnerstag im Rathaus beim Pressegespräch anlässlich des Jubiläums. Das sei eben eine Investition in die Zukunft und brauche 20, 30 Jahre Vorlauf.

Darum geht es bei der Arbeit von WaldWelten: um den Weitblick. Und das gleich auf mehreren Ebenen. Zum einen in der Forschung: "Welche Möglichkeiten gibt es weltweit, im Bereich des Waldes auf Klimaveränderungen zu reagieren?", benennt Friedhelm Boginski (FDP) die Leitfrage. Da die Stadt und die Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) WaldWelten gemeinsam ins Leben gerufen haben, sitzt auch der Bürgermeister im Stiftungsrat.

Zum anderen im Bereich der Waldbildung: "Die Stiftung wendet sich an junge Menschen, die noch nicht studieren", sagt Vize-Präsident Bernhard Götz. Sie sollen lernen, dem Wald Bedeutung beizumessen - "nicht nur dem Computer", wie Götz es ausdrückt. Schill untermauert dieses Vorhaben mit Zahlen: Pro Jahr würden 600 bis 800 Kinder und Jugendliche bei rund 100 Veranstaltungen begleitet.

Eines dieser Projekte läuft erst seit Anfang Oktober: Dort werden fünf Jugendliche ohne Ausbildung und fünf Flüchtlinge gemeinsam ans Berufsfeld Garten- und Landschaftsbau herangeführt. "Innerhalb von einem Jahr sollen sie qualifiziert werden", erklärt Götz. Das bedeutet, die jungen Teilnehmer bekommen letztendlich auch entsprechende Bescheinigungen, etwa um eine Kreissäge zu führen. Mit diesem Projekt betrete die Stiftung Neuland, sagt Harald Schill. Es ist über vier Jahre angedacht und soll jedes Jahr zehn neue Jugendliche aufs Berufsleben vorbereiten.

In einem weiteren Vorhaben will sich die Stiftung näher mit seltenen heimischen Baumarten beschäftigen. "Solchen, die sonst unter den Tisch fallen", wie es Götz formuliert. Dazu gehören die Elsbeere, die Wildbirne, aber auch die Eibe. Wieder stehen dabei langfristige Fragestellungen im Mittelpunkt, etwa wie diese Baumarten mit längerer Trockenheit umgehen - auch im Hinblick auf den Klimawandel.

Für Projekte wie dieses beantragt WaldWelten Fördergelder, diesmal aus dem Waldklimafonds des Bundes. Da die Stiftung mit einem Kapitalstock von gerade einmal 30000 Euro aus der HNE gegründet worden ist, sind solche Zuwendungen überlebenswichtig. Im Laufe der fünf Jahre seien über Projekte 600000 bis 700000 Euro an Drittmitteln eingeworben worden, erklärt Harald Schill, der WaldWelten gemeinsam mit Götz ehrenamtlich leitet.

Doch neben der Forschung und der Bildungsarbeit nehmen auch Kulturveranstaltungen seit jeher einen wichtigen Platz in der Stiftungsarbeit in Anspruch. Ein gutes Beispiel ist die WaldWeihnacht, die auch in diesem Jahr wieder am dritten Advent stattfinden soll. Das eigentliche Geburtstagsfest ist dann für den nächsten Sommer angedacht: "Es wird vielleicht zur Sonnenwende eine größere Veranstaltung geben", sagt Schill. Ein Bestandteil der Feier soll ein Rundgang durch den 145 Hektar großen Stiftungswald sein. Eine gute Gelegenheit, um zu sehen, wie die vielen gepflanzten Bäume wachsen und gedeihen.

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