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René Hübner ist Schwergewichts-Weltmeister

Weltmeister im Schwergewicht der GBC: Der Eisenhüttenstädter Renè Hübner (rechts) jubelt, Radek Linka (links) scheint mit diesem Urteil zu rechnen. Ringrichter Erich Strümpel (Mitte) wird gleich Hübners rechten Arm heben.
Weltmeister im Schwergewicht der GBC: Der Eisenhüttenstädter Renè Hübner (rechts) jubelt, Radek Linka (links) scheint mit diesem Urteil zu rechnen. Ringrichter Erich Strümpel (Mitte) wird gleich Hübners rechten Arm heben. © Foto: FOTO Michael Benk
Hagen Bernard / 25.10.2015, 19:12 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Knapp 1000 Zuschauer haben in der Eisenhüttenstädter Inselhalle einen stimmungsvollen Profi-Boxabend erlebt. Im Hauptkampf setzte sich der einheimische René Hübner um die Schwergewichts-Weltmeisterschaft der GBC gegen Radek Linka per Punktsieg durch.

Die 4. Eisenhüttenstädter Boxnacht am Sonnabend dürfte in der Inselhalle weitestgehend zufriedene Kämpfer und Zuschauer erlebt haben. Die gut 800 Besucher in der ausverkauften Inselhalle bekamen ab dem offiziellen Beginn um 16.30 Uhr bis zum Schlussgong des Hauptkampfes gegen 23.30 Uhr ein pralles Programm geboten. Dazu setzten sich ausnahmslos die Boxer aus der roten Ringecke durch, die vornehmlich den Organisatoren um Matchmaker Uwe Gorecki vorbehalten war.

Während vor einem Jahr noch Athleten wie der Georgier Shalva Jomardashvili im GBC-Titelkampf gegen Kai Kurzawa nachhaltig ihren Unmut über eine aus ihrer Sicht ungerechtfertigte Entscheidung kundgetan hatten, wehrten sich dieses Mal die Gäste nach Kräften und nahmen die Urteile sportlich hin.

Und ging mal ein Vergleich ganz schnell über die Bühne, dann hatten die Organisatoren um den Eisenhüttenstädter Veit Anders ein ansprechendes Rahmenprogramm parat. Das füllte gesanglich "Elli" aus Frankfurt (Oder), die nahezu zu jedem ihrer internationalen Hits Kleid und Schuhe wechselte. Da waren noch das Tanzensemble des KUZ sowie eine Modenschau der Eisenhüttenstädter Outfitfabrik, in der die männlichen und weiblichen Hobby-Models mit ihren meist großflächigen Tattoos fast noch mehr auffielen als mit der präsentierten Kleidung. Erneut stellte sich Box-Weltmeisterin Ramona Kühne dem Eisenhüttenstädter Publikum. Einiges mit Tattoos zu tun hat auch der Moderator, der sich als Arne Krause vorstellte und als "Tattoo-Krause" aus der Fernseh-Serie Berlin - Tag & Nacht bekannt ist. Vornehmlich für den mit ihm seit 15 Jahren befreundeten Hauptakteur René Hübner gab der Berliner sein Debüt bei einem Box-Abend. Man merkte ihm im Gegensatz zum später mitmoderierenden Jens Herrmann von BB-Radio die anscheinend nicht intensive Vorbereitung darauf an. Doch der redegewandte "Tattoo-Krause" konnte sowohl fachliche Schnitzer als auch plötzliche mehrminütige Pausen gekonnt überspielen. Und entlockte für das Publikum etwas unorthodox zusätzliche Informationen. Beispielsweise, dass Elisa Henk alias "Elli" von ihrem gesanglichen Talent allein nicht leben kann und sich daher unter der Woche als "Prophylaxe-Schwester" beim Zahnarzt verdingt.

Insgesamt durfte sich das Publikum gut unterhalten fühlen. Angefangen von einem siegreichen Karate-Kampf eines 13-jährigen Berliners bis zum Hauptkampf des 40-jährigen Lokalmatatoren, der hart für seinen Punktsieg "arbeiten" musste.

Bereits in der 2. Runde hatte der Berliner Patrick Mittag seinen Mittelgewichtskampf nach Punkten gegen den Tschechen Joseph Obeslo gewonnen. Mittag hatte sich nach einem unbeabsichtigten Kopfstoß ein Cut über dem linken Auge zugezogen.

Nicht blutig, aber ziemlich intensiv, ging es anschließend im Acht-Runden-Kampf des Weltergewichtlers Ferdinanz Pilz gegen den Tschechen Michal Vosyka her. Der 23-jährige Berliner setzte in seinem 16. Kampf den 16. Sieg, dem 31-jährigen Tschechen war dabei mehrmals der Mundschutz auf den Ringboden gefallen. Dann war der 27-jährige Fürstenwalder Ronny Mittag im Mittelgewicht an der Reihe. Er holte sich gegen Jan Wallok den vakanten Interconti-Titel der GBC. Bereits in der 4. Runde war nach einem technischen K.o. Schluss. Auf Anraten des Eisenhüttenstädter Ringarztes Birger Bida gab das Team in der blauen Ecke auf.

Wenig Federlesens machte anschließend im Halbmittelgewicht Angelo Frank mit dem 26-jährigen Maik Täubig. In der 2. Runde feierte der 25-Jährige in seinem dritten Profi-Kampf bereits seinen zweiten K.O.-Sieg und bleibt als Profi unbesiegt.

Um den Interconti-Titel der GBC im Halbmittelgewicht (bis 69,8 kg) ging es zwischen dem 31-jährigen Ronny Gabel und dem 26-jährigen Ungarn Achilles Szabo. Der Ungar wirkte in einem ausgeglichenen Zehn-Runden-Vergleich anfangs sogar gefährlicher, schließlich bekam aber Gabel den 20. Sieg seiner seit acht Jahren währenden Profi-Box-Karriere zugesprochen (96:94, 96:93, 97:93).

Nur wenige Sekunden dauerte im Cruisergewicht der Vergleich von Arthur Mann gegen den 23-jährigen Radek Geißmann. Nach wenigen Sekunden hatte der Profi-Debütant bereits seinen zweiten schweren Treffer eingefangen. Der 25-Jährige feierte in seinem vierten Profi-Kampf damit den vierten K.o.-Sieg.

Dafür erlebten die Besucher den abschließenden Hauptkampf über die vollen angesetzten zwölf Runden. Obwohl es der 37-jährige Tscheche Radek Linka war, der bereits ab und zu im Schwergewicht geboxt hat, hatte René Hübner tags zuvor beim offiziellen Wiegen die Nase vorn. Der angestammte Cruisergewichtler (bis 90,72 kg) brachte in der Einkaufshalle von Marktkauf 92,1 Kilogramm auf die Waage, beim Tschechen waren es "nur" 91,8 Kilo. Allerdings wirkte im Kampf der 40-jährige Eisenhüttenstädter etwas austrainierter und der Tscheche behäbiger. Ende der 2. Runde schien Hübner ihn schon K.o. zu haben, das Pausenzeichen rettete den amtierenden tschechischen Meister. Dann entwickelte sich ein überraschend ausgeglichener Kampf, in dem Hübner zwar die härteren Treffer setzte, Linka jedoch etwas aktiver wirkte. Nach einem größtenteils offenen Schlagabtausch, das Blut von Linkas Unterlippe färbte auch das Protokoll und das Hemd eines Kampfrichters, bekam Hübner den 3:0 (118:109, 118:109, 117:110)-Punktsieg zugesprochen. Die drei Kampfrichter waren Ingo Stechmann (GBC), Fengis Sade (GBA/Aserbaidschan) und der erfahrene deutsche Ringrichter Erich Strümpel, der bei Olympia 1992 und 1996 Kämpfe geleitet hatte. "Ich wusste, Linka ist ein harter Brocken. Doch ich habe viel trainiert und mich gut gefühlt. Danke an die Eisenhüttenstädter, die Halle war bei den Profi-Box-Nächten noch nie so voll. Im nächsten Jahr will ich hier wieder sein", erklärte der neue GBC-Schwergewichts-Weltmeister nach dem 40. Sieg seiner Profi-Karriere

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