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Autotest Renault Kadjar

Eigene Linie: Renault Kadjar
Eigene Linie: Renault Kadjar © Foto: MOZ/Hajo Zenker
Hajo Zenker / 26.10.2015, 12:33 Uhr - Aktualisiert 09.02.2016, 15:05
(In House) Renault bleibt bei uns in diesem Jahr hinter dem Trend zurück: Während es über alle Marken ein Plus von 5,5 Prozent gibt, kommen die Franzosen gerade auf einen Zuwachs von 0,7 Prozent. Clio und Megane liegen so im Minus, dagegen kann der Captur weiter zulegen. Daran soll der große Bruder Kadjar nun anknüpfen.

Motor

Das Triebwerksangebot ist übersichtlich: Ein Benziner (130 PS) und zwei Diesel (110 bzw. 130 PS) stehen zur Wahl. Dabei reicht der von uns gefahrene schwächste Motor im normalen Leben völlig aus. Der Selbstzünder holt aus 1,5 Litern Hubraum 260 Newtonmeter maximales Drehmoment, die ab 1750 Umdrehungen anliegen. So kann man in knapp zwölf Sekunden von 0 auf Tempo 100 kommen und maximal 182 km/h erreichen.

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Karosserie/Ausstattung

Renault hatte bei den heute so populären kompakten Geländegängern kein gutes Händchens: Da eine Eigenentwicklung fehlte, bediente man sich beim koreanischen Konzernpartner Samsung. Doch der bei Renault Koleos getaufte Wagen fand kaum Absatz. Schließlich sah man sich bei der japanischen Konzernschwester Nissan um, die hat schließlich mit dem Qashqai seit Jahren in diesem Bereich einen echten Bestseller. Glücklicherweise wurde dem Nissan nicht einfach nur ein Renault-Logo angeklebt. Die Optik passt genau in die neue Linie von Renault - nach Jahren der Designverirrungen haben die Franzosen endlich wieder zu einer überzeugenden Formensprache gefunden. Zu der etwa die unverwechselbare Front mit dem großen Firmenlogo gehört. Weich geht es in der Linienführung zu, kantige Grobschlächtigkeit ist die Sache des 4,45 Meter langen und 1,60 Meter hohen Kadjar nicht. Gut so. Denn das macht den Designunterschied in diesem Segment aus. Auch innen zeigt sich der Franzose ansehnlich und vor allem geräumig. Ab Werk hat der Renault sechs Airbags, ESP, Klima, beheizbare Außenspiegel, CD-MP3-Radio sowie Fensterheber rundum. Und natürlich gibt es auch allerlei Assistenzsysteme zu bestellen – etwa für den toten Winkel, das Einparken, die Verkehrszeichenerkennung oder das Halten der Spur.

Fahrwerk

Das Fahrwerk zeigt sich eher komfortabel, das gibt manchmal Anklänge an alte französische Sänftenzeiten. Trotzdem ist der Kadjar absolut unproblematisch - nur bei schlechten Straßen kann es schon mal zum Stuckern kommen. Wie bei vielen anderen modischen SUV (Sport Utility Vehicle, in etwa: sportliches Nutzfahrzeug) wird zu weiten Teilen auf Allradantrieb verzichtet. Lediglich beim großen Diesel ist der beim Kadjar erhältlich – für 2000 Euro Aufpreis.

Wirtschaftlichkeit

Bei 19.990 Euro geht es laut Liste mit dem Benziner los – die Diesel sind stets besser ausgestattet und spürbar höher positioniert. Der von uns gefahrene kleine Selbstzünder startet so bei 25.290 Euro. Die offiziellen 3,9 Liter Diesel auf 100 Kilometer (103 g/km CO2) sind zwar eher schwer zu erreichen, mit fünf Litern aber kommt man aus.  In der Versicherung sind die Diesel mit den Klassen 17/24/24 (Haftpflicht/Voll-/Teilkasko) spürbar teurer als der Benziner mit 16/22/20.

Fazit

Renault kann wieder ansehnliche Autos bauen: Auf der technischen Grundlage des erfolgreichen Nissan Qashqai hat Renault eine eigene Linie in dem derzeit so beliebten Segment der kompakten Hochbeiner gefunden. Das dürfte sich auszahlen. Hajo Zenker

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