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Straßenbahnen rollen künftig leiser

Draufsicht: Auf der Kreuzung am Bahnhofsberg setzen Gleisbauer am Dienstag einen Gleisbogen ein
Draufsicht: Auf der Kreuzung am Bahnhofsberg setzen Gleisbauer am Dienstag einen Gleisbogen ein © Foto: MOZ/Frank Groneberg
Frank Groneberg / 27.10.2015, 20:04 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Noch bis Freitag ist die Kreuzung Heilbronner Straße/Bahnhofstraße verkehrstechnisch ein Nadelöhr.Gleisbauer tauschen hier mehrere Weichen und 200 Meter Gleis aus. Ab Sonnabend hat Frankfurt eine Straßenbahnhaltestelle mehr als bisher.

Wer in Frankfurt mit der Straßenbahn unterwegs ist, der muss sich derzeit innerhalb weniger Tage immer wieder auf neue Fahrpläne und Streckenführungen einstellen. Weil die Stadtverkehrsgesellschaft mbH (SVF) im Stadtzentrum gleich zwei Großbaustellen betreibt, fahren die Bahnen mal wie gewohnt, mal auf geänderten Strecken und mal überhaupt nicht. Dass zur selben Zeit sowohl in der Lindenstraße als auch auf der Kreuzung Heilbronner Straße/Bahnhofstraße gebaut wird, ist aber kein Versehen, sondern Absicht.

"Dass wir alle unsere größeren Instandsetzungsarbeiten gleichzeitig durchführen, ist sowohl wirtschaftlich als auch für den Verkehrsablauf ideal", sagt Wolfgang Worf, Geschäftsführer der SVF. Zum einen könne die beauftragte Gleisbaufirma, die RS Gleisbau GmbH aus Berlin, ihre Arbeiten in einem Zug ausführen und müsse nicht mehrmals ihre Technik nach Frankfurt bringen, was Kosten spare. Zum anderen würden Straßensperrungen und Ersatzverkehre aufeinander abgestimmt. Und schließlich würden die Belastungen für die Nutzer des Nahverkehrs zeitlich eingegrenzt.

Wolfgang Worf verweist darauf, dass die beiden Baustellen auch direkt voneinander abhängig sind. "Da die Lindenstraße ohnehin gesperrt ist, können wir dort auch die Gleise und das andere Baumaterial für die zweite Baustelle lagern", erklärt er. Am Bahnhofsberg wäre für die Lagerung gar kein Platz gewesen. Und er betont, dass die Arbeiten mit anderen Dienstleistern koordiniert stattfinden: Die Stadtwerke haben in der Lindenstraße neue Fernwärmerohre verlegt, die FWA hat am Platz der Republik einen Schacht saniert. "Auch wir haben die Sperrungen genutzt, um gleichzeitig eine Weiche am Platz der Republik zu reparieren, die Schienen in der Fürstenberger Straße zu schleifen und in der Bahnhofstraße sowie im Bahnhofstunnel die Entwässerungskästen im Gleisbereich zu reinigen und zu warten", zählt er auf. Nur die Stadt hat die Chance der Baufreiheit nicht genutzt, den Gehweg vor der Hauptpost bis hin zum Hotel zu erneuern, wie es zu Jahresbeginn angekündigt worden war: Die Baumaßnahme war gestrichen worden, weil das Geld fehlt.

Etwa eine Million Euro investiert die SVF in die beiden Gleisbaumaßnahmen in der Innenstadt. Im Bereich der Kreuzung am Bahnhofsberg wurden drei Weichen saniert. Mehrere zusätzliche Schienenentwässerungskästen wurden eingebaut. Beide Gleisbögen, die von der Bahnhofstraße ins Zentrum führen, werden ausgetauscht - insgesamt etwa 100 Meter Gleis, also 200 Meter Schienen. "Diese Gleise sind an dieser Kreuzung die am meisten beanspruchten und waren stark verschlissen", sagt Wolfgang Worf. Vier von fünf Straßenbahnlinien führen über diese Bögen, das Bremsen auf der Bergabfahrt sorgt für erheblichen Abrieb. Die Folge: Auf den Schienenköpfen ist seit 1995, als die Gleise hier verlegt worden waren, eine 18 Millimeter dicke Stahlschicht abgefahren worden. "Da musste was passieren", betont der SVF-Geschäftsführer.

Mit der Instandsetzung verschwindet in der Heilbronner Straße eine Langsamfahrstrecke, auf der die Bahnen seit fast vier Jahren auf Schleichfahrt gehen mussten. Außerdem werden die Schienen mit dickem Gummi ummantelt, welcher die Bahnen ruhiger fahren lässt und den Instandhaltungsbedarf der Gleise vermindert. Gebaut wird bei laufendem Verkehr, was teilweise mehrfache und kurzfristige Änderungen der Verkehrsführungen nötig machte. "Die Zusammenarbeit mit den Ämtern der Stadt hat hervorragend funktioniert", bedankt sich Wolfgang Worf.

Am Freitag werden die Arbeiten auf beiden Baustellen beendet. Ab Sonnabend rollen Busse und Bahnen wieder wie gewohnt. Erstmals wird dann die neue Haltestelle Gertraudenkirche bedient, die vor dem City-Park-Hotel für die Linien 4, 984 und N2 eingerichtet wurde.

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