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Schullandheim Zootzen wird Herberge für junge Flüchtlinge

Aus Not zur Dauerlösung

Burkhard Keeve / 30.10.2015, 06:13 Uhr
Oberhavel (bu) Der Waldhof in Zootzen soll zur zentralen Unterkunft für junge Flüchtlinge im Landkreis Oberhavel werden. Das teilte der Landkreis am Donnerstagabend mit. Nach den vorliegenden Informationen durch das Potsdamer Bildungsministerium rechnet die Kreisverwaltung im kommenden Jahr damit, dass rund 150 Kinder und Jugendliche, die ohne Begleitung ihrer Eltern oder anderer Verwandter sind, Oberhavel zugewiesen werden.

Noch vor drei Wochen hatte Oberhavels Landrat Ludger Weskamp in Fürstenberg betont, dass das Schullandheim in Zootzen lediglich als Übergangslösung für die Unterbringung von Asylbewerbern dienen soll. Es war vorgesehen, dass alle derzeit dort untergebrachten Aslybewerber den Waldhof im Frühjahr wieder verlassen haben. Doch jetzt wird die Zootzener Notlösung für den Kreis zur Dauerlösung.

Hintergrund ist das erst im Oktober durch den Bundestag und den Bundesrat beschlossene Gesetz zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und Jugendlicher. Die gesetzlichen Regelungen sehen vor, dass nach einer Zuweisung durch das Land Brandenburg die Inobhutnahme durch den Fachbereich Jugend der Landkreise erfolgen soll - und das bereits ab 1. November. Die stationäre Unterbringung wird in Oberhavel über Einrichtungen der freien Jugendhilfe gewährleistet.

Was allerdings bislang fehlte, waren Platzangebote seitens der Träger der freien Jugendhilfe. Derzeit führt die Kreisverwaltung intensiv Gespräche mit den Trägern, um die Erweiterung der bestehenden Möglichkeiten der Unterbringung, Versorgung und Betreuung zu erörtern. Auf diesem Weg konnten bereits elf unbegleitete Kinder und Jugendliche kreisweit untergebracht werden.

Da aber mit weit mehr Flüchtlingen unter 18 Jahren gerechnet wird, kommt Zootzen ins Spiel. Wie der Kreis mitteilt, erhöhe die beabsichtigte Umnutzung zur Jugendhilfeeinrichtung die maximale Gesamtbelegung der Einrichtung nicht.

Wenn die entsprechende Betriebserlaubnis vorliege, soll der Waldhof Zootzen künftig als Einrichtung der stationären Jugendhilfe dienen. "Die Betreuung gewährleistet ein freier Träger der öffentlichen Jugendhilfe. Entsprechende Gespräche laufen bereits", teilt der Kreis mit. Darüber hinaus findet in der kommenden Woche für das Genehmigungsverfahren eine Begehung der Einrichtung mit Vertretern des Bildungsministeriums und des Fachbereiches Jugend statt. Dabei soll auch festgelegt werden, wie viele Kinder und Jugendliche in Zootzen untergebracht und betreut werden können.

In Brandenburg erfolgt die Zuordnung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge auf die Landkreise nach dem Königssteiner Schlüssel. Für den Landkreis liegt die Quote bei acht Prozent.

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