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Riesige Anteilnahme 36 pt

Amtlich beglaubigt mit Brief und Siegel: Superintendent Uwe Simon (links) überreichte Gerhard Gabriel die Urkunde zum Übergang in den Ruhestand. Pfarrer bleibt Gabriel übrigens dennoch.
Amtlich beglaubigt mit Brief und Siegel: Superintendent Uwe Simon (links) überreichte Gerhard Gabriel die Urkunde zum Übergang in den Ruhestand. Pfarrer bleibt Gabriel übrigens dennoch. © Foto: Thomas Pilz/MZV
Thomas Pilz / 01.11.2015, 21:11 Uhr
Grüneberg (MZV) Es war das erwartete Volksfest: Am Reformationstag wurde der Grüneberger Pfarrer Gerhard Gabriel in den Ruhestand verabschiedet. Beim Gottesdienst aus diesem Anlass platzte die Kirche förmlich aus allen Nähten. Hunderte Gäste kamen zusammen.

Freunde, Weggefährten, ehemalige und derzeitige Kirchenräte, Berufskollegen, Kommunalpolitiker wie Löwenbergs Bürgermeister Bernd-Christian Schneck, und sogar Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) sowie Gemeindemitglieder versammelten sich im Gotteshaus. Selbstverständlich auch der Superintendent des Kirchenkreises Oberes Havelland, Uwe Simon und der Pastor der Partnergemeinde aus dem Ort Kirchen, Eckhard Dierig. Eigentlich fehlte nur noch der Bischof der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge.

35 Jahre arbeitete Gabriel in Grüneberg und der Umgebung als Seelsorger. Lediglich drei Pfarrer in der mehrere hundert Jahre alten Tradition der Gemeinde wirkten länger. "Der damalige Superintendent hat wohl versäumt, sie abzuberufen", scherzte Gabriel. Sichtlich bewegt fügte er hinzu, viele Menschen hätten seinen Weg mitgeprägt und hätten mitgewirkt - im Verborgenen oder offen. Und er erklärte, was er aufs Altenteil mitnehmen werde: Alte einmalige Ausgaben der Heiligen Schrift von seinem Großvater. Bildnisse von Luther und Dietrich Bonhoeffer. Sein Lieblingswerkzeug, einen Hobel, samt Hobelbank, Pferdchen und Kutsche. Er wisse seine Freunde an der Seite, die Kirchgemeinde, und er verfüge über ein Privileg: Zeitlebens dürfe er Kirchenwald betreten und für private Zwecke Holz werben.

Gabriel mahnte aber auch, die Kirche stehe wegen der Flüchtlingsfrage vor großen Herausforderungen. Er frage sich, wo ist die Kirche aus der Wendezeit, wo seien die Teilnehmer der damaligen Friedensandachten?

Bevor Uwe Simon die Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand überreichte, würdigte er Gabriel als einzigartigen und eigenwilligen Kollegen, im besten Sinne unbequem und produktiv. Er hob die Rolle von Gabriels Familie hervor. Und Pfarrer Dr. Christoph Poldrack überreichte im Namen seiner Kollegen des Kirchenkreises ein junges Apfelbäumchen, das viele Früchte tragen möge, hob Simon hervor.

Unterdessen steht auch bereits der Fahrplan fest, wie die Nachfolge von Gerhard Gabriel geregelt wird. Offiziell gilt die Pfarrstelle in den nächsten Wochen als vakant. Am Buß- und Bettag will sich eine Kandidatin aus Thüringen der Grüneberger Kirchgemeinde vorstellen. Der Gemeindekirchenrat entscheidet anschließend bei einer Wahl über die Eignung der Kandidatin.

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