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Flüchtlingsheim in Lietzen in Betrieb

Willkommen in Lietzen: Der Heimleiter der neuen Gemeinschaftsunterkunft auf dem ehemaligen GVL-Gelände an der Kreuzung nach Lietzen-Nord, Matthias Moch (r.) begrüßt am Freitag Flüchtlinge, die aus der Erstaufnahme in Eisenhüttenstadt und aus der Seelower
Willkommen in Lietzen: Der Heimleiter der neuen Gemeinschaftsunterkunft auf dem ehemaligen GVL-Gelände an der Kreuzung nach Lietzen-Nord, Matthias Moch (r.) begrüßt am Freitag Flüchtlinge, die aus der Erstaufnahme in Eisenhüttenstadt und aus der Seelower © Foto: Johann Müller
Ines Rath / 02.11.2015, 04:07 Uhr
Lietzen/Seelow (MOZ) Die Region hat eine weitere Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge. Am Freitag sind 92 Asylsuchende aus Syrien, Afghanistan und dem Irak auf dem ehemaligen GVL-Gelände in Lietzen eingetroffen. 52 kamen aus der Erstaufnahme in Eisenhüttenstadt, 40 aus der Seelower OSZ-Turnhalle.

Haufen mit Bauschutt künden am Freitag noch vom emsigen Treiben der Handwerker. Nur vier Wochen hatte Peter Nolden Zeit, das ehemalige Gelände des Gemeinnützigen Verein Lietzen (GVL) wieder nutzbar zu machen. Die Novo Beherbergungsgesellschaft des Rheinländers hat das seit vier Jahren leer stehende Gelände aus der Insolvenz heraus erworben.

Die Handwerker aus Firmen der Region hätten schnell und gut gearbeitet, lobt der Kölner. Auch den Mitarbeitern des Flüchtlingsstabes des Landkreises bescheinigt er "zügiges und kompetentes Agieren". Binnen vier Wochen wurden die gesamte Heizungsanlage der Gebäude auf dem Gelände sowie Sanitäranlagen erneuert, die Wasserver- und Abwasserentsorgung reaktiviert, wurden Räume neu ausgestattet.

Damit stehen den Flüchtlingen - bis auf fünf Afghanen und einen Iraker kommen sie alle aus Syrien - jetzt im Flachbau des einstigen Aussiedlerheimes und in der früheren Ausbildungsstätte der Floristen Zimmer zur Verfügung. Auch für die Familien unter den Neuankömmlingen.

Die 40 Männer, die aus der Seelower OSZ-Turnhalle nach Lietzen umgezogen sind, haben hier wieder so etwas wie Privatsphäre. Die Turnhalle, in der bis Freitag noch 64 Flüchtlinge untergebracht waren, soll heute leer gezogen werden.

Das bedeute allerdings nicht, dass sie wieder für den Schulsport genutzt werden kann. "Wir brauchen die Halle weiter für die Not-Unterbringung von Flüchtlingen, werden dort aber erst einmal Zwischenwände einziehen", erklärt der Pressesprecher des Landrats, Thomas Berendt. Die Halle böte danach Platz für rund 160 Flüchtlinge.

Peter Nolden will "seine" Lietzener Flüchtlinge einbeziehen, will Hilfe zur Selbsthilfe organisieren. Zum Beispiel für Sprachkurse. "Unter den Syrern sind Akademiker mit guten Englischkenntnissen. Zum Beispiel ein Universitätsprofessor für Sprachen", weiß er bereits. Der könne als Dolmetscher helfen.

Als Heimleiter hat der Kölner einen angestellt, der sich auf dem Areal auskennt - Matthias Moch, den einstigen Geschäftsführer des Gemeinnützigen Verein Lietzen. Neben dem Linienbus werde ein Shuttleverkehr mit zwei Kleintransportern eingerichtet, um die Asylbewerber nach Seelow, zu Behörden und zum Einkaufen zu bringen, sagt Moch. Ein Wachschutz ist bereits vor Ort. Für die sozialpädagogische Betreuung will Nolden den Kontakt zum Diakonischen Werk Oderland-Spree suchen.

Problematisch sei bislang die Erreichbarkeit, so Matthias Moch. Die Telekom habe es noch nicht geschafft, die Telefon- und Internetleitungen zu reaktivieren. Für Fragen der Lietzener, zum Beispiel zu Spenden, gibt es vorerst nur eine Handynummer. Apropos Spenden: Er habe bereits erste Erfahrungen mit der "rührenden" Spendenbereitschaft der Lietzener gemacht, berichtet Peter Nolden: Ein älteres Ehepaar habe unter anderem einen großen Flachbild-Fernseher und Sessel gespendet. "Das kommt in den Gemeinschaftsraum", sagt der Heimbetreiber. Nötig seien jetzt vor allem warme Schuhe für Männer, Frauen und Kinder, Mützen, Schals, Handschuhe - und Fahrräder, so Nolden.

Im Sozialausschuss des Kreistages hatte Vize-Landrat Lutz Amsel (Linke) über die aktuelle Flüchtlingssituation im Landkreis informiert. Neben der Lietzener sei eine neue Gemeinschaftsunterkunft im ehemaligen Verwaltungsgebäude eines Betriebes im Hoppegartener Gewerbegebiet in Betrieb gegangen, berichtete Amsel. Dort sind können 220 Asylsuchende aufgenommen werden. In Vorbereitung seien derzeit die Inbetriebnahme des Unterkunftsgebäudes auf dem ehemaligen Bundeswehr-Standort in Platkow und eines ehemaligen Hotels in Hoppegarten, in dem Kleinst-Wohnungen hergerichtet werden.

Bürgertelefon für die Lietzener Unterkunft: 015227171607

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