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Willkommensfeier für Geflüchtete im Verbuendungshaus Fforst e.V. ermöglicht interkulturellen Austausch.

Musik und Tischtennis

Immer im Kreis herum: Gastgeber sowie Flüchtlinge und andere Gäste spielen an einem umfunktionierten Tisch gemeinsam Tischtennis, und zwar in der Variante chinesisch
Immer im Kreis herum: Gastgeber sowie Flüchtlinge und andere Gäste spielen an einem umfunktionierten Tisch gemeinsam Tischtennis, und zwar in der Variante chinesisch © Foto: MOZ/Josefine Jahn
Josefine Jahn / 02.11.2015, 04:33 Uhr - Aktualisiert 05.02.2016, 11:04
Frankfurt (Oder) (MOZ) Okubay Filmon ist etwas zurückhaltend, als er mit dem Auto abgeholt wird, um ins "Verbuendungshaus Fforst" in der Forststraße gefahren zu werden. Die Libertäre Aktion Frankfurt hat dort zum kulturellen Austausch eingeladen. Da der Willkommensfeier für Flüchtlinge verbale Drohungen von Asylgegnern vorausgegangen waren, wollen die Veranstalter auf Nummer sicher gehen und holen die Geflüchteten von ihrer Unterkunft ab. Dem 18-Jährigen aus Eritrea gefällt es in Frankfurt. "Aber ich habe keine richtige Beschäftigung", sagt Filmon. Ihm fehlen soziale Kontakte. Das soll der Abend im "Fforst" ändern.

Eine jubelnde Gruppe, die um einen Kickertisch versammelt steht, begrüßt die Gäste. Ein älterer Herr lacht vergnügt, während er das Spiel verfolgt. "Ich unterstütze Projekte wie dieses. Hier treffen Jung und Alt zusammen, die Menschen kommen aus unterschiedlichen Kulturen", sagt Raef El-Ghamri. Er ist in der Gemeinschaftsunterkunft in Seefichten tätig und kümmert sich dort besonders um Asyblewerber aus dem arabischen Raum. "Aber das mit dem Tischfußball, das überlasse ich lieber den jungen Leuten", erklärt er lachend.

Weiter hinten ertönt Live-Musik. "Liederwich" nennt sich der junge Mann aus Cottbus und erzählt, dass er sofort zugesagt habe, als er für diesen Abend angefragt wurde. "Gerade durch die politische Zuspitzung von rechts ist es wichtig, gemeinsam dagegen zu halten", sagt er.

Gleich nebenan laufen mehrere Leute um einen Tisch herum. Sie haben den Tisch zu einer Tischtennisplatte umfunktioniert, spielen chinesisch - nach jeder Ballberührung wird die Seite gewechselt. Erschöpft lässt sich eine Studentin auf ein Sofa fallen, ihre Wangen sind vom Spiel ganz rot. "Das ist eine super Idee, so viele unterschiedliche Menschen schaffen eine tolle Atmosphäre", sagt sie.

Auf der Bühne steht mittlerweile Ari, eine Musikerin aus Berlin. Sie singt auf Deutsch, erreicht aber trotzdem das internationale Publikum. "Mir gefällt die Stimmung hier sehr gut", resümiert sie nach ihrem Auftritt.

Emma Arndt, Mitglied der Libertären Aktion, ist zufrieden: "Die Vielfalt der Menschen ist toll. Die Geflüchteten sollen aus ihrer Isolation geholt werden." Das scheint zu funktionieren: Okubay Filmon verabschiedet sich am Ende mit den Worten: "Bis nächste Woche!"

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