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Musiker verstehen sich ohne Worte

Internationale Besetzung des Abends: Außer den einheimischen Musikern stehen auch Syrer der Band "Give me a Paper" auf der Bühne.
Internationale Besetzung des Abends: Außer den einheimischen Musikern stehen auch Syrer der Band "Give me a Paper" auf der Bühne. © Foto: Siegfried wagne
Irina Voigt / 08.11.2015, 23:16 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Die Idee von Michael Frank hat funktioniert. Der Neuenhagener Amateurmusiker und Mitglied des Lions Club Altlandsberg hat am Sonnabend mit seinen Bandkollegen und Gästen ein Benefizkonzert auf die Beine gestellt, das das internationale Publikum im Gemeindesaal begeisterte.

"Das war eine tolle Idee und eine ganz besondere Veranstaltung", war immer wieder zu hören. 250 Besucher - darunter auch rund 40 Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft in Hoppegarten - waren gekommen, um der Musik vom Jazzprojekt Neuenhagen und der Rock-Formation Big Gouverment zu lauschen. Und nicht nur das. Nach einem nachmittäglichen Workshop hatten sich zu den einheimischen Musikern auch Mitglieder der syrischen Band "Give me a Paper" auf die Bühne im Gemeindesaal gestellt.

Der Drummer Michael Frank ist nicht nur Neuenhagenern von etlichen Jazzkonzerten in der Süßen Ecke bekannt. "Wir haben bei verschiedenen Gelegenheiten gespielt und konnten etliche Spenden sammeln", berichtet er. Im Lions Club Altlandsberg, in dem er und andere Bandmitglieder Mitglied seien, habe man über das derzeit aktuelle Thema Integration nachgedacht. "Musiker verstehen sich auch ohne Sprache", sagt Frank. Und ein Konzert schaffe beste Verbindungen auch zur einheimischen Bevölkerung. Unter den Flüchtlingen seien bestimmt auch einige, die ein Instrument spielen, war man sich sicher. So wurden für abendliche Buffett Getränke gekauft, Essen bestellt und der Gemeindesaal wieder mal in einen Konzertsaal umgewandelt. "Wir freuen uns sehr über das Entgegenkommen und der Gemeinde in dieser Sache", sagt Frank. Wie sehr Musik Verständigungshürden überwinden kann, hatten drei Musiker schon am Freitagabend erlebt. Da waren sie mit ihren Instrumenten in die Gemeinschaftsunterkunft gegangen und hatten Musik gemacht. "Das war berührend und begeisternd, wie vor allem die Kinder sich im Nu der Instrumente bemächtigten und ,mitspielten'", erzählt Michael Frank. Bei dieser Gelegenheit wurden nochmals Konzerteinladungen in deutsch, englisch und arabisch ausgehangen und 40 Flüchtlinge nahmen sie am Sonnabend an.

Auch Bürgermeister Karsten Knobbe hat sich sehr herzlich bei Michael Frank und dem Lions Club Altlandsberg für die Initiative bedankt und sich sogar von den Gästen mit auf die Tanzfläche ziehen lassen.

860 Euro waren zum Abschluss in der aufgestellten Spendenbox. "Das Geld ist für minderjährige Alleinreisende vorgesehen", sagt Michael Frank. Es würde für sie einiges an Lehr- und Lernmaterial gebraucht. Michael Frank war am Ende jedenfalls zufrieden und glücklich über den vollen Saal und die Stimmung.

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