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Konzert zum Firmengeburtstag

Der Junior und der Senior: Konrad und Christian Scheffler in ihrer Orgelbau-Werkstatt in Sieversdorf. Sie stehen am Spieltisch einer Orgel, den sie bereits komplett in seine Einzelteile zerlegt und wieder zusammengesetzt haben.
Der Junior und der Senior: Konrad und Christian Scheffler in ihrer Orgelbau-Werkstatt in Sieversdorf. Sie stehen am Spieltisch einer Orgel, den sie bereits komplett in seine Einzelteile zerlegt und wieder zusammengesetzt haben. © Foto: MOZ
Andreas Wetzel / 12.11.2015, 09:09 Uhr
Sieversdorf (MOZ) Zum Jubiläum kommt der amtierende Kantor der Thomas-Kantorei in Leipzig: Die Orgelbau-Werkstatt Scheffler feiert ihr 25-jähriges Bestehen mit einem Kirchenkonzert am Sonntag. Gespielt wird dabei eine Orgel, die sie in jahrelanger Arbeit restauriert hat: in Döbberin.

Christian Scheffler hat für das Konzert, das um 16 Uhr in der evangelischen Kirche von Döbberin beginnt, Gotthold Schwarz gewinnen können - der Bariton und amtierende Thomas-Kantor wird auf der Orgel begleitet von Michael Schönheit, Gewandhausorganist zu Leipzig und Domorganist zu Merseburg. Schönheit wird auf der Sauerorgel spielen, die die Firma Scheffler in den beiden vergangenen Jahren vollständig restauriert hat. Im April war das 140 Jahre alte Instrument feierlich wieder in den Dienst gestellt worden, nachdem es zuvor viele Jahre gar nicht mehr gespielt werden konnte.

Orgeln restaurieren - das war schon vor dem Sprung in die Selbstständigkeit das Fachgebiet, auf das sich Christian Scheffler, seit 1977 im Beruf, konzentriert hat. In der Orgelbaufirma Sauer in Frankfurt (Oder) hat er sein Handwerk gelernt, und dort hat er sich auch spezialisiert: "Mitte der 1980er-Jahre wurden Restaurierungen immer wichtiger. Also habe ich im Fernstudium den Fachhochschul-Ingenieur gemacht."

Das dabei erworbene Wissen war die Basis für den eigenen Betrieb, der heute zwölf Menschen Lohn und Brot gibt. Dass er überhaupt im Orgelbau gelandet ist, führt Christian Scheffler, Jahrgang 1954, auf sein christlich geprägtes Elternhaus und den damit verbundenen Kontakt zur Kirchenmusik zurück, auf Bekanntschaften mit Menschen aus diesem Metier - und eine gute Portion Zufälle. Heute beginnen seine Augen zu leuchten, wenn er von den Zusammenhängen zwischen Musik, Handwerk und Physik spricht, die das Gesamtkunstwerk Orgel in sich vereint. Er erlebe auch bei anderen oft eine große Faszination, die von diesem Instrument ausgehe, das einen Menschen ja von der Wiege bis zur Bahre begleite.

Die Begeisterung ist längst auf Sohn Konrad übergesprungen, der bereits als Junior in den Betrieb eingestiegen ist. Ihn erfasst es mit großem Stolz, auch schon mal "den Schlüssel vom Bremer Dom" in die Hand gedrückt zu bekommen, weil er an der Orgel arbeiten muss. Jede Sauerorgel, die die Schefflers in Reparatur bekommen, sei etwas Besonderes, sagt der Junior.

Zu den Zufällen in seinem Leben, so berichtet Christian Scheffler weiter, gehört übrigens auch die Wahl des Ortes Sieversdorf als Firmensitz: Den hatte er vor exakt 26 Jahren, am 11. November 1989, durch einen Freund kennengelernt. Und ein Jahr später fing er mit der eigenen Werkstatt an.

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