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Kreisstadt erlebt Demonstrationen für und gegen Asylpolitik

Michael Dietrich / 16.11.2015, 06:52 Uhr
Prenzlau (MOZ) Zwei Demonstrationen von Gegnern der Asylpolitik und Befürwortern einer Willkommenskultur für Flüchtlinge sind am Sonnabend im Zentrum der Kreisstadt weitgehend friedlich und ohne größere Zwischenfälle abgelaufen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und hielt die Teilnehmer beider Kundgebungen auf Abstand. Beamte, die als Anti-Konflikt-Team gekennzeichnet waren, verhinderten ein Aufeinandertreffen von gewaltbereiten Teilnehmern.

Eine selbsternannte Gruppe "BB-Patrioten" hatte unter dem Motto "Prenzlau wehrt sich gegen Asylheime" auf dem Marktberg zu einer Kundgebung eingeladen. Die Partei Alternative für Deutschland gab sich erst am Tag der Kundgebung in einer Zeitungsanzeige als Einlader zu erkennen.

Dagegen hatte ein Bürgerbündnis Couragiertes Prenzlau unter dem Motto "Buntes Prenzlau - kein Platz für Fremdenhass" aufgerufen, für ein Willkommen der Flüchtlinge und gegen Nazis zu demonstrieren. Sie entrollten an der Kirche ein großes "Refugees welcome"-Plakat. Dem Aufruf des Bürgerbündnisses folgten zirka 250 Teilnehmer, die sich ab 17 Uhr vor der Marienkirche aufstellten.

150 Meter davon entfernt versammelten sich gegen 19 Uhr zwischen 400 und 500 Teilnehmer zur Kundgebung der AfD. Mitglieder der Jungen Alternative Brandenburgs und Berlins forderten unter Beifall dazu auf, die Asylanten zurückzuschicken, die Grenzen Deutschlands zu schließen und die Regierung von Angela Merkel aus dem Amt zu jagen. Mehrfach riefen Stimmchöre "Wir sind das Volk", "Volksverräter" und "Merkel muss weg". Teilnehmer hatten Reichsflaggen dabei, Plakate und Transparente gegen Einwanderung und Überfremdung.

Nach einer Dreiviertelstunde näherte sich eine kleine Gruppe von Teilnehmern der Bündnis-Demo der AfD-Kundgebung und störte sie mit Rufen "Nazis raus".Auf der anderen Seite der Bundesstraße 109 bauten sich Teilnehmer der AfD-Kundgebung mit Fahnen und Rufen auf. In der brenzligen Situation blieb es jedoch bei Wortgefechten. Die Beamten hielten beide Lager voneinander getrennt, sperrten kurzzeitig sogar die Straße. Anti-Konflikt-Beamte entspannten die Situation, in dem sie die Teilnehmer dazu bewegen konnten, sich wieder voneinander weg zu bewegen.

Dennoch gab es Zwischenfälle. Ein Teilnehmer der AfD-Demo zeigte den Hitlergruß, bei ihm wurde später ein Messer gefunden. Zwei weitere Demonstranten führten jeweils Einhandmesser mit, bei der Kontrolle von Anreisenden fand die Polizei außerdem einen Schlagstock und ein Messer in einem Fahrzeug. Die Polizei beschlagnahmte die Waffen und nahm gegen alle vier Strafanzeigen auf.

Die AfD-Demo wurde kurz nach 20 Uhr beendet. Zwei Stunden später kam es vor einem Einkaufsmarkt in der Nähe des Marktes zu einer Körperverletzung, bei der eine Person mit dem Fuß gegen den Kopf getreten wurde. Das Opfer, ein Teilnehmer der AfD-Kundgebung, wurde am Ohr leicht verletzt. Die Polizei nahm zwei Tatverdächtige vorläufig fest.

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Piefke Saga 19.11.2015 - 07:35:53

H.-O. E, na denn, was hält E. N.noch auf?

Übrigens, ich habe Pegida geschrieben.

Eva Nowizka 19.11.2015 - 05:17:06

Flagge zeigen

Wenn man dort oben nicht völlig verblödet ist, wird man es schon als das verstehen was es sein soll. Sangen Sie mal vor 1989 im Osten die offizielle DDR Nationalhymne MIT Text. Oder wickelten Sie sich an der Trabbiantenne ein Stück weißen Stoff. Jeder wusste dort, wie und was gemeint war. Sogar die Stasi. http://www.jugendopposition.de/index.php?id=210 „An manchen Autos weht heute ein schlohweißes Band. Das ist das Zeichen der Leute, die nichts mehr hält im Land. Die uns signalisieren, dass sie kapitulieren, dass sie es nun aufgeben, hier noch weiter zu leben. Trotzig flattert die Binde wie ein Vorwurf im Winde.

Horst-Otto Ehwers 19.11.2015 - 02:34:34

@Piefke Saga

Zitat:" ...und zwar mit einem Plakat "Ich bin gegen Merkel's Flüchtlingspolitik und ich bin auch gegen rechte Vollpfosten" Ich würde echt gerne wissen, was apssieren würde." ich kann ihnen weiterhelfen. Was einem Provokateur bei einer AfD-Demo passierte, können sie hier nachlesen: http://www.bento.de/politik/afd-troll-ueber-seine-aktion-nazis-91981/ nur soviel vorher - er war hinterher furchtbar enttäuscht. ;-)

Horst-Otto Ehwers 19.11.2015 - 02:31:24

@HM

sie haben ein Bild vergessen https://i.ytimg.com/vi/upVYeLcCfaE/maxresdefault.jpg Merkel wirft Fahne weg

Piefke Saga 18.11.2015 - 22:54:50

Vor allem der linke, der blickt gar böse drein.

Halloween war doch schon, oder nicht?

Harald Meier 18.11.2015 - 22:27:31

Flagge zeigen

Viele machen schon mit beim Flagge zeigen! Der Bundestag zeigt Flagge: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c7/Reichstag_building_Berlin_view_from_west_before_sunset.jpg/1024px-Reichstag_building_Berlin_view_from_west_before_sunset.jpg Das Bundeskanzleramt macht auch mit: www.bundesregierung.de/Content/DE/_Bilder/Uebersichtsseiten/Bundeskanzleramt/teaser-bundeskanzleramt2.jpg Sogar die Spitzen der Regierungfraktion zeigen Flagge: www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Fotoreihe/2015/2015-11-06-kanzlerin-im-bild/12.jpg Das sind schon böse Kritiker! *rofl*

Piefke Saga 18.11.2015 - 21:44:02

Na ja, dann stellen Sie sich halt mal während einer Pegida-Demo unter diese

und zwar mit einem Plakat "Ich bin gegen Merkel's Flüchtlingspolitik und ich bin auch gegen rechte Vollpfosten" Ich würde echt gerne wissen, was apssieren würde. Wer wird Ihnen wohl seine Meinung "mit Nachdruck mitteilen" ... Frau Merkel oder die rechten Vollpfosten? Wenn Sie sich mit diesem Plakat auf einen Markplatz stellen, würden Sie sich langweilen? ... oder bekommen Sie Besuch der rechten Vollpfosten?

Eva Nowizka 18.11.2015 - 19:11:35

Gegen Merkels Politik = Rechts? - WARUM

Schade finde ich es, wenn man kaum mehr gegen Merkels Flüchtlingspolitik Stellung beziehen kann, ohne in der Ecke von den rechten Vollpfosten zu landen. https://www.youtube.com/watch?v=UD50mHPASq8

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